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Luftrettungsstaffel-Bilanz: Segelflugzentrum Königsdorf viele Stunden im Einsatz

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Von: Daniel Wegscheider

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Aufklärungsflug der Luftrettungsstaffel Königsdorf
Aufklärungsflug der Luftrettungsstaffel Königsdorf im Jahr 2020. Die Besatzung sichtet einen Großbrand bei Rosenheim. © Ralf Schwanold

Königsdorf/Landkreis – Seit fast 50 Jahren arbeitet die Luftrettungsstaffel für den Katastrophenschutz in Bayern. Hier die Bilanz für das vergangene Jahr:

Die Luftrettungsstaffel Bayern besteht seit 1968 und ist seit 1973 fester Bestandteil des Katastrophenschutzes im Freistaat Bayern. In ausschließlich ehrenamtlicher Tätigkeit übernehmen die Piloten dabei Überwachungsflüge bei erhöhter Waldbrandgefahr, helfen bei der Suche nach vermissten Personen oder unternehmen Beobachtungsflüge bei Hochwasser.

Das Segelflugzentrum Königsdorf (SFZ) ist eines von sieben Luftbeobachtungsstützpunkten in Oberbayern. Davon fliegen 15 Piloten auch für die Luftrettungsstaffel. Im Jahr 2021 hoben sie im Juni insgesamt vier Mal für die von der Regierung angeordneten Beobachtungsflüge ab. „Wir hatten nicht so viele wie in vorherigen Jahren“, berichtet Thomas Pohn, er ist Stützpunktleiter der Luftrettungsstaffel in Königsdorf. Der nasse und regenreiche Sommer habe nicht mehr Einsätze erfordert.

Insgesamt wurden 42 Beobachtungsflüge im vergangenen Jahr wegen drohender Waldbrandgefahr im Auftrag der Bezirksregierung von Oberbayern an die Stützpunkte Eichstätt, Erding, Mühldorf, Königsdorf, Ohlstadt, Pfaffenhofen und Oberpfaffenhofen angeordnet. Dabei hat jeder Stützpunkt sein eigenes Gebiet, das von den dortigen Luftrettungspiloten kontrolliert werde, erklärt Pohn.

Eineinhalb Stunden für einen Kontrollflug

Königsdorf fliegt dabei die Route „D“ ab. Diese erstreckt sich im Osten entlang des Starnberger Sees, führt hoch bis zur Landesgrenze von München und im Westen weiter über den Ebersberger Forst sowie den Tegernsee zurück nach Königsdorf. „Damit sind die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und der südliche Landkreis München abgedeckt“, betont Pohn. Für einen Kontrollflug benötigen die Königsdorfer Flieger etwa eineinhalb Stunden. „Je nachdem wie schnell ihr Flugzeug ist.“

Bei den Erkundungsflügen ist auch immer ein staatlicher Luftbeobachter vom Landratsamt mit an Bord. „Sie sind dabei via Digitalfunk mit den Einsatzkräften am Boden verbunden“, berichtet Pohn weiter. Wann Pilot und Beobachter abheben müssen, darüber entscheidet vor allem die Waldbrandgefahrenstufe: die von Stufe 1 (sehr gering) bis Stufe 5 (sehr hoch) gestaffelt ist. Sie gibt unter anderem Auskunft über die Trockenheit am Boden. In den vergangenen Jahren wurden die Königsdorfer Piloten bereits im April erstmals in die Luft geschickt.

Von Oben haben sie dann einen gute und schnelle Möglichkeit, das gesamte Gebiet zu kontrollieren. Allerdings sei nicht jede Rauchsäule gleich alarmierend. So könne ein Traktor bei staubtrockenen Boden schon einmal soviel Staub aufwirbeln, dass es von weitem wie eine Rauchsäule aussehe. Oder es handelt sich laut Pohn um ein sogenanntes Räumfeuer; also wenn ein Landwirt etwa Äste verbrennt. Diese müssen jedoch vorab beim Landratsamt und der Integrierten Leitstelle angemeldet werden. Somit können die Beobachter schnell abklären, ob das Feuer eine Gefahr darstellt. „Zudem schauen wir, ob jemand dabei steht oder nicht“.

Neben den angeordneten Einsätzen der Regierung leisteten die ehrenamtlichen Piloten des SFZ vergangenes Jahr zudem 211 Starts mit mehr als 150 Stunden Flugzeit, bei dem sie unentgeltlich nach möglichen Waldbränden Ausschau hielten.

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