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Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber hält Laudatio für Erinnerungsort

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Von: Peter Herrmann

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Edmund Stoiber, Klaus Heilinglechner, Sybille Krafft und Mitglieder des Badehauses
Auszeichnung: Edmund Stoiber (6.v.r.) und Bürgermeister Klaus Heilinglechner (8.v.r.) gratulierten Sybille Krafft (9.v.r.) und den Mitgliedern des Badehaus-Vereins. © Peter Herrmann

Wolfratshausen – Die sechste Plakette auf dem „Walk of Fame“ vor der Loisachhalle wurde angebracht: Über die Auszeichnung freute sich der Verein „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald“.

In Zusammenarbeit mit der Stadt installierte der Verein „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ (LAW) am letzten Septemberwochenende eine Plakette auf dem „Walk of Fame“ und ehrt damit das Badehaus.

Der Musikkabarettist Josef Brustmann eröffnete den Festakt mit Liedern und Erzählungen aus seiner in Waldram verbrachten Kindheit. Da ihm vor drei Jahren selbst eine Gedenktafel auf dem „Walk of Fame“ gewidmet wurde, bot sich eine Überleitung zur Badehaus-Vereinsvorsitzenden Sybille Krafft an. „Es freut mich, jetzt für ewige Zeit neben Sybille zu liegen“, erklärte Brustmann.

Nach seiner auf der Zither gespielten Beatles-Coverversion „Across the Universe“ ergriff zunächst Hans-Werner Kuhlmann das Wort. Der ehemalige LAW-Vorsitzende realisierte einst die Idee einer Wolfratshauser Variante der berühmten Hollywood-Flaniermeile und begrüßte mit Katherina Lüthi auch die erste Preisträgerin.

Der Verein Bürger fürs Badehaus wird auf dem „Walk of Fame“ geehrt

Die Schweizerin hatte in Wolfratshausen die längste Filzschnur der Welt angefertigt und damit für die Stadt etwas Außergewöhnliches geleistet. Dieses Kriterium erfüllt nach Ansicht von Bürgermeister Klaus Heilinglechner auch der Badehaus-Verein. „Das Badehaus ist ein Ort, der die persönliche Wahrnehmung beeinflusst“, stellte der Rathauschef fest. Er räumte ein, dass er dem Begegnungs- und Dokumentationszentrum am Kolpingplatz zunächst etwas reserviert gegenübergestanden ist. Nach mehreren Besuchen kam Heilinglechner jedoch zu der Erkenntnis, dass der Verein „etwas sehr Wertvolles für die Stadt geschaffen habe“. Deshalb regte er eine Kooperation mit dem demnächst eröffnenden „Museum Wolfratshausen“ an.

Edmund Stoiber, dessen Name ebenfalls auf einem Messingschild vor der Loisachhalle steht, würdigte in seiner anschließenden Laudatio zunächst die Badehaus-Vorsitzende. „Das Kraftfeld für den Erinnerungsort ist die hochangesehene promovierte Historikerin Frau Dr. Krafft“, lobte er. Im Zeitraffer erinnerte Stoiber an die Geschichte des ehemaligen Lager Föhrenwalds, in dem während der Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter und nach dem Zweiten Weltkrieg jüdische Flüchtlinge -so genannte DPs (Displaced Persons) – lebten. Bei seinen drei Besuchen erlebte er, wie in dem Museum diese Geschichte anschaulich vermittelt wird.

Stoiber und Heilinglechner ehren den Verein „Bürger fürs Badehaus“.

Dafür gab es mittlerweile bundesweit Anerkennung und Preise. „Die Erinnerungskultur strahlt von Wolfratshausen weit hinaus ins Land“, betonte der CSU-Politiker. Krafft bedankte sich abschließend bei ihm dafür, dass er beim bayerischen Kultusministerium ein gutes Wort fürs Badehaus eingelegt und damit den Grundstein für dringend benötigte Fördermittel gelegt hat. Die „Walk of Fame“-Auszeichnung nahm sie stellvertretend für die mittlerweile 556 Vereinsmitglieder und das 35-köpfige aktive Team entgegen. Angesichts von etwa 550 durchgeführten Führungen in drei Sprachen und über 10.000 Besuchern sei das Engagement längst kein „Privatvergnügen“ mehr.

Das zehnjährige Bestehen des Vereins feierten die Mitglieder dann einen Tag später mit zahlreichen Ehrengästen am Kolpingplatz. Dabei stellte Florian Streibl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im bayerischen Landtag, eine hohe Fördersumme in Aussicht.

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