Benjamin Supé ist Deutscher Meister im Schreinerhandwerk.
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Titel gewonnen: Benjamin Supé ist Deutscher Meister im Schreinerhandwerk.

Meister des Holzes

Nächster Halt für den Deutschen Meister im Schreinerhandwerk: Weltmeisterschaft in Shanghai

  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
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Schäftlarn – Benjamin Supé, bayerischer Meister im Schreinerhandwerk, hat sich den ersten Platz bei der Deutschen Meisterschaft 2020 in Bad Wildungen (Hessen) gesichert.

Sein Handwerk lernte Supé in der Schreinerei Steiger & Lankes in Hohenschäftlarn. Wir haben mit dem frisch gekürten 21-jährigen Deutschen Meister gesprochen.

Herr Supé, wann begann Ihre Leidenschaft für die Holzbearbeitung?

„Ich habe bereits im Kindergartenalter viel gebastelt und gebaut. Mit der Zeit sind die Werkzeuge und die Projekte immer größer geworden. Mit 12 Jahren habe ich das Drechseln für mich entdeckt und habe mich im Laufe der Zeit immer mehr verbessert. Außerdem hab ich ab der sechsten Klasse viele Praktika in Schreinereien, einer Zimmerei und einer Schmiede gemacht.“

Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Arbeit mit Holz?

„Alle Hölzer haben so ihre Eigenheiten. Das eine verzieht sich nach dem Auftrennen, das andere bleibt sehr ruhig. Wiederrum andere haben einen guten natürlichen Schutz und eignen sich für den Einsatz an bewitterten Plätzen. Man muss einfach versuchen das Holz zu verstehen und mit den Gegebenheiten arbeiten.“

Sie sind oberbayerischer Meister, bayerischer Meister und nun Deutscher Meister. Was sind Ihre nächsten Ziele?

„Ich werde versuchen, die letzte Ausscheidungsrunde im kommenden Dezember zu gewinnen, um mich endgültig für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Wir sind im Moment noch drei Kandidaten und nur zwei von uns dürfen zur Weltmeisterschaft. 2023 werde ich dann in Garmisch Partenkirchen mit der Meisterschule beginnen.“

Wie muss man sich ein Training für solche Meisterschaften vorstellen?

„Vor der Deutschen Meisterschaft haben ich mir ein Übungsstück überlegt. Dieses habe ich mit allen handwerklichen Verbindungen versehen, die ich vor der Meisterschaft üben wollte. Für die Umsetzung habe ich mir eine Woche Zeit genommen und alles in Handarbeit hergestellt.

Welches ist Ihr persönliches Meisterstück an dem besonders viel Herzblut hängt?

„Mein bisher spannendstes Projekt war mein Gesellenstück. Die Planung und Umsetzung meiner kleinen mobilen Camping-Küche hat mir besonders gut gefallen. Ich konnte darin nämlich sowohl gestalterisch ansprechend wie von der Handhabung her praktisch entwerfen.“

Deutsche Meisterschaften im Tischler- und Schreinerhandwerk

Die Deutschen Meisterschaften im Tischler- und Schreinerhandwerk zeichnen jährlich die hohen praktischen Fähigkeiten der besten jungen Gesellen eines Jahrgangs aus. Bei der Meisterschaft im Mai wurde an zwei Tagen ein Beistellschränkchen mit zwölf klassischen handwerklichen Verbindungen und einer Furnierarbeit hergestellt. Bewertet wurden die Arbeiten anschließend durch eine Fachkommission nach Kriterien wie Maß- und Schnittgenauigkeit, dem Passen der Verbindungen sowie dem Verhalten der Teilnehmer untereinander. In 19 Stunden verteilt auf zwei Tage war ein Beistellschränkchen mit Klappe und Schubkasten zu fertigen. Die Herausforderung lag dabei vor allem in der Anzahl der Arbeitsschritte. Denn insgesamt zwölf handwerkliche Verbindungen mussten klassisch von Hand hergestellt werden. Da war neben guter Planung insbesondere genaues Arbeiten gefragt. Im Oktober 2022 steht mit den Berufsweltmeisterschaften (WorldSkills) in Shanghai ein weiteres großes Event an. Für Benjamin Supé bietet sich damit noch eine Chance, abermals auf Medaillenjagd zu gehen und das deutsche Tischler- und Schreinerhandwerk bei den WorldSkills zu vertreten.

Quelle: DasGelbeBlatt

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