Rund 60 Kubikmeter Hagelschutt schaufelte die Königsdorfer Feuerwehr aus einem Keller heraus
+
Rund 60 Kubikmeter Hagelschutt schaufelte die Königsdorfer Feuerwehr aus einem Keller heraus.

Feuerwehren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz

Superzelle über Königsdorf: Hagellawine verschüttet Keller

  • Daniel Wegscheider
    VonDaniel Wegscheider
    schließen

Königsdorf – Wieder hat ein heftiges Unwetter über den Landkreis gewütet. Dieses mal traf der Hagel insbesondere Königsdorf mit voller Wucht und überflutete zahlreiche Keller.

Für Sonntagabend kündigte es der Deutsche Wetterdienst für die Region bereits an: warnte vor Starkregen, Sturmböen und Hagel. In Bad Tölz startete der erste Alarm um kurz nach 18 Uhr und die Integrierte Leitstelle meldete umgebrochene Bäume Am Winaker. Kurz darauf rückten die Floriansjünger zum überschwemmten Parkplatz beim Supermarkt an der Sachsenkamer Straße aus und mussten absturzgefährdete Äste an der Königsdorfer Straße sichern.

Da braut sich was zusammen: Die Superzelle streifte die Kreisstadt nur, entlud sich aber im benachbarten Königsdorf.

Die Superzelle streifte Tölz nur: Schlimmer traf es das zehn Kilometer entfernte Königsdorf. Dort waren alle Ortsfeuerwehren rund neun Stunden im Einsatz. Sie wurden unterstützt von den Kollegen aus Geretsried und Beuerberg. In Königsdorf standen mehrere Keller unter Wasser und Gehwege waren unterspült.

Knietief im Hagel

Besonders heftig traf es jedoch ein neues Familienhaus an der Osterhofener Straße. Hier schob sich eine Lawine aus Hagelkörner von einer angrenzenden Wiese in den Kellerabgang des Gebäudes. Der steigende Wasserdruck habe dann die dortige Kellertür aus den Angeln gerissen, „dabei lief das gesamte Untergeschoss etwa 70 Zentimeter hoch mit Wasser und Hagel voll“, berichtet die Feuerwehr Königsdorf.

Heranströmender Hagel sprengte eine Tür zum Keller auf und ergoß sich dort 75 Zentimeter hoch.

Um dem Chaos Herr zu werden griffen die Helfer zu Eimern und bildeten eine Kette, um den Hagel abzutragen. Rund 60 Kubikmeter Eis schaufelten sie dabei aus dem Untergeschoss in den Garten. Von dort beförderte ein Minibagger und Hoflader die eisige Fracht auf Anhänger zum Abtransport. „Nach dem Abpumpen des Wassers, wurde auch die gesamte Einrichtung der Kellerräume entfernt“, so die Feuerwehr weiter. Ein zweiter Brennpunkt im Ortsteil Osterhofen betraf einen Bauernhof. Dort war ebenfalls der Keller mit Wasser vollgelaufen und musste abgepumpt werden. Gegen 4 Uhr waren die Einsätze beendet.

Zahlreiche Keller liefen in der Gemeinde Beuerberg voll und mussten von der Feuerwehr ausgepumpt werden.

Übervolle Gullis und überschwemmte Keller

Am Montag schepperte es jedoch erneut: Nach einem Gewitter mit heftigem Starkregen rückten die Wehren Beuerberg und Eurasburg zu mehreren Einsätzen im Gemeindebereich aus. Vor allem wurden dort Keller ausgepumpt, von Wasser heraus gedrückte Gullis wieder ertüchtigt und überflutete Straßen gesperrt. Einsatzende für die Kameraden war auch dort in den frühen Morgenstunden.

Jäger stirbt in Weilheim-Schongau

Für einen 57-jährigen Jäger endete der Sturm hingegen tödlich. Er nahm am Sonntagnachmittag an einer Jagd nahe Eglfing (Landkreis Weilheim-Schongau) teil. „Der erfahrene Forstwirt wurde offenbar von dem schweren Unwetter überrascht, das ab 16 Uhr über den Landkreis zog“, erklärt Sprecherin Carolin Englert vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd. „Jagdkollegen fanden den Mann kurz nach 19.30 Uhr unter einem umgeworfenen Hochstand leblos auf.“ Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der Hochstand von einer starken Windböe erfasst und aus der Verankerung gerissen wurde.

Quelle: DasGelbeBlatt

Auch interessant

Kommentare