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Waldram: Autor Nicola Bardola erinnert an Münchner Jahre des Queen-Sängers

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Nicola Bardola interviewte Wegbegleiter und Freunde von Freddie Mercury.
Nicola Bardola interviewte Wegbegleiter und Freunde von Freddie Mercury. © Herrmann

Waldram – Im Alter von nur 45 Jahren starb Freddie Mercury am 24. November 1991 an den Folgen einer HIV-Infektion. Eine Ausstellung erinnert an seine Münchner Jahre.

Im Rahmen der PiPaPo-Kulturtage erinnerte Bestseller-Autor Nicola Bardola mit einem bilderreichen Vortrag im Badehaus an das mitunter exzessive Leben des Queen-Sängers.

Bardola stellte seine vor Kurzem im Heyne-Verlag erschienene Biografie „Freddie Mercury in München – seine besten Jahre“ vor. Dabei beschränkte sich der 62-Jährige erfreulicherweise nicht auf eine Lesung von Textpassagen, sondern zeigte auch authentische und seltene Fotos aus den 1980er-Jahren. „Im Hollywood-Film ,Bohemian Rhapsody‘ wird Freddies Münchner Zeit nur in zehn Minuten und sehr negativ dargestellt: Das wollte ich richtig stellen“, erklärte Bardola.

Der in Germering lebende Autor schrieb bereits Biografien über John Lennon, Yoko Ono sowie Ringo Starr und erinnert nun in einem über 400 Seiten dicken Buch an 50 Orte im Münchner Stadtgebiet, an denen sich Freddie Mercury zwischen 1979 und 1985 aufgehalten hat. So lachten die etwa 25 Zuhörer im Badehaus beispielsweise über gemeinsame Kneipentouren mit der verstorbenen Schauspielerin Barbara Valentin, die oft in den frühen Morgenstunden in den Hinterzimmern Münchner Stehausschänke endeten. „Dort bat ihn eine Wirtin einmal sogar, den Besen in die Hand nehmen und sauber zu machen: Das hat vor und nach ihr keine Frau mehr geschafft“, berichtete Bardola.

Mercury zieht auch junge Generationen in den Bann

Natürlich ging er auch auf die Plattenaufnahmen mit dem Disco-Produzenten Giorgio Moroder in den legendären „Musicland Studios“ ein. „Sie befanden sich im Keller des Arabella-Hochhauses, von dessen oberen Stockwerken manchmal Selbstmörder in den Tod sprangen“, erzählte der gebürtige Schweizer. Episoden mit Fotografen, Fans und Mercurys Münchner Freund Winnie Kirchberger, in den sich der bisexuelle Rocksänger verliebte, ließen den etwa 70-minütigen Vortrag wie im Flug vergehen. Am Ende waren die von Bardola signierten Bücher binnen weniger Minuten vergriffen. „Auch junge Menschen, die erst nach Mercurys Tod geboren wurden, entdecken ihn heute als queeres Idol wieder“, bemerkte der Autor.

Dass der vom Bund für Geistesfreiheit unterstützte Vortrag im Badehaus stattfand, freute Sybille Krafft besonders. „Das ist ein Begegnungsort, der auch für solche Veranstaltungen offen ist“, betonte die Badehaus-Vorsitzende.

Einen Tag später würdigte KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo vor der Vorführung des Films „Bohemian Rhapsody“ im Wolfratshauser Kino den Queen-Sänger. „Freddie Mercury war nicht nur ein Ausnahme-Musiker: Er war eines der ersten und auch weltweit prominentesten Opfer der Virus-Seuche AIDS, die ab Anfang der 80er-Jahre in Erscheinung trat“, stellte Tammelleo fest. Peter Herrmann

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