Gregor Mayrhofer
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Gregor Mayrhofer eröffnete die Konzertsaison in Moskau.

„Riesiges Vertrauensgeschenk“

Waldramer Künstler dirigiert Ensemble in Moskau

  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
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Waldram – Der bereits mehrfach ausgezeichnete Künstler Gregor Mayrhofer dirigierte unter anderem das Babelsberger Filmorchester für den Kinofilm „Jim Knopf und die wilde 13“, der im vergangenen Jahr in den Lichtspielsälen gezeigt wurde. Zuletzt eröffnete der 34-jährige Waldramer die Konzertsaison in Moskau. Wir haben ihn dazu befragt.

Herr Mayrhofer, der Presse war zu entnehmen, dass mit dieser Aufführung in Russland ein Traum in Erfüllung geht. Wie hat sich das Debüt für Sie angefühlt?

„Ich war natürlich sehr aufgeregt, weil man nie weiß, wie die erste Begegnung mit einem Orchester wird. Vor allem, weil dieses Orchester so außergewöhnlich ist und es bisher noch quasi nie mit einem anderen Dirigenten als seinem Gründer Teodor Currentzis zusammengearbeitet hat. Es war ein riesiges Vertrauensgeschenk, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, mit diesem besonderen Ensemble zu arbeiten. Und ich war am Ende überglücklich, dass es so ein Erfolg wurde: Es gab Standing Ovations und sowohl Orchester, als auch Konzertsaal fragten sofort, wann ich wieder komme.“

Was war besonders bewegend für Sie?

„Das schönste war, dieses gegenseitige Vertrauen, sodass wir im Konzert eine ganz enge Verbindung miteinander hatten. Dann kann man wirklich magisches zusammen schaffen, weil man die Musik ganz neu entdeckt und nicht mehr an die technischen Details denkt, sondern was die Musik für unsere Seele bedeutet.“

Mit Kreationen, wie dem Recycling- oder dem Insekten-Konzert wagen Sie gern Neues. Was bewegt Sie dazu?

„Mich inspirieren die Themen unserer Zeit, die es davor noch nicht so gab. Ich bin auf der Suche danach wie wirklich unsere Zeit, das 21. Jahrhundert, klingt und dabei finde ich es auch manchmal spannend, scheinbar unmusikalische Themen wie Artenschutz oder Mülltrennung zu behandeln. Und eine Musik dafür zu finden.

Erklären Sie...

„Was ich damit möchte ist, beim Publikum ein neues Bewusstsein zu schaffen. Beim ‚Insect Concerto‘ warnen wir vor dem Artensterben, indem wir Musiker im ganzen Konzertsaal verteilen und die Menschen sich erst einmal fühlen, als säßen sie in einem riesigen Feld voller musikalischer Insekten. Viele Hörer kamen nach dem Konzert zu mir und sagten, sie hören jetzt mit viel mehr Bewusstsein den echten Grillen in der Natur zu, seitdem ihnen bewusst wurde wie schön und vielfältig und vor allem wichtig der Erhalt dieses Insekten-Gesangs ist.“

Gibt es Pläne für neue außergewöhnliche Werke dieser Art?

„Ja, ich bin gerade dabei ein weltliches Oratorium zu komponieren. Zu der Frage, warum es uns Menschen so schwer fällt, ein ausgeglichenes nachhaltiges Leben zu führen. Warum wir oft scheitern, obwohl wir die Fakten längst wissen und wofür wir überhaupt Leben: Für uns selbst? Für einen Gott? Für maximalen Konsum-Genuss? Das Thema der globalen Erwärmung und Umweltzerstörung in diesem Stück eröffnet viele große Sinnfragen.“

Quelle: DasGelbeBlatt

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