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Wolfratshausen: Aussage des Nachbarn im Fall Urban vs. Google hat juristisches Nachspiel

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Von: Franca Winkler

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Auseinandersetzung von Urban mit Google: Aussage des Nachbarn hat juristisches Nachspiel
Auseinandersetzung von Urban mit Google: Aussage des Nachbarn hat juristisches Nachspiel © JanPietruszka

Wolfratshausen/Eurasburg – Im Streit um den Vorfall mit einem Google-Auto wurde Grünen-Landtagsabgeordneter Hans Urban bereits zu einer Geldstrafe verurteilt. Nun wird seinem beteiligten Nachbarn ebenfalls eine Strafe auferlegt.

Im Herbst vergangenen Jahres wurde der 43-jährige Urban zu einer Strafe von 10.500 Euro verurteilt. Für seinen Nachbarn hat die eigene Aussage nun ebenfalls ein juristisches Nachspiel. Der 50-jährige Landwirt wurde wie Urban vom Amtsgericht Wolfratshausen ebenfalls wegen Nötigung und falscher Verdächtigung in Mittäterschaft schuldig gesprochen und zu 5.000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Bei dem Ereignis, das bereits zwei Jahre zurückliegt, hatte sich ein Fahrer des Google-Kamera-Autos bei der Aktualisierung der Landkarte für Google-Maps verfahren, wie der 27-jährige Fahrer in der Verhandlung angab. Dabei sei auf einen gekiesten Fahrweg am Hof des Landtagsabgeordneten Urban eingebogen. Nachdem er feststellte, dass es sich um ein privates Grundstück handelte und dieses wieder verlassen wollte, lief die Situation aus dem Ruder. Urban habe sich vor den Opel gestellt, sich mehrfach theatralisch fallengelassen haben, und somit einen Unfall simuliert haben. Urbans Sohn und der nun angeklagte Nachbar haben den Google-Fahrer mit zwei Radladern blockiert.

Beweisbilder von Hans Urban vor dem Google-Street-View Auto.
Videobeweise überführten Hans Urban. Hier zu sehen die sogenannten Beweisbild vor dem Google-Street-View Auto. © Urban/privat

Der Landwirt hatte bei Eintreffen der Polizei behauptet, der Google-Fahrer habe Urban umgefahren. Bei einer zweiten Vernehmung reviderte er seine Antwort etwas. Urban klagte gegen den Google-Mitarbeiter wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Verfahren wurde jedoch rasch eingestellt, nachdem die Aufzeichnungen der Dachkamera sowie das Handyvideo des Autofahrers ausgewertet worden waren. Diese Videobeweise wurden nun dem Angeklagten in der Verhandlung zum Verhängnis.

Der Verteidiger von Urbans Nachbarn erläuterte, sein Mandant habe damals „eine große Konfrontationsszene“ gesehen und deshalb den Fahrer zur Rede stellen wollen. Ob er eine Sturzsituation gesehen habe, daran konnte er sich nach zwei Jahren nicht erinnern. „Da ist die Schlussfolgerung doch klar: Der ist umgefahren worden“, meinte Rechtsanwalt Mathes Breuer.

Im Gericht antwortete der Zeuge nicht auf Fragen und äußerte sich nicht zu den Vorwürfen, aber er hat sich für sein Verhalten entschuldigt. „Das muss man ihnen hoch anrechnen. Das hat Herr Urban nicht in der Hose gehabt“, betonte Richter Helmut Berger, der die Entschuldigung strafmildernd wertete.

Berger sprach den Eurasburger wie angeklagt schuldig und verurteilte ihn zu 50 Tagessätzen zu je 100 Euro, insgesamt also 5.000 Euro. Staatsanwalt Thomas Ehemann hatte 55 Tagessätze zu je 150 Euro, in Summe insgesamt 8.250 Euro, beantragt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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