Beweisbilder von Hans Urban vor dem Google-Street-View Auto.
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Echt oder vorgetäuscht? Hier zu sehen die Beweisbilder von Hans Urban vor dem Google-Street-View Auto.

Landtagsabgeordneter vor Gericht

Wolfratshausen: Grünen-Parlamentarier Urban muss sich vor Gericht verantworten

  • Franca Winkler
    VonFranca Winkler
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Wolfratshausen – Wegen Nötigung und falscher Verdächtigung muss sich Grünen-Landtagsabgeordneter Hans Urban vor Gericht verantworten.

Hintergrund: Der angebliche Unfall mit einem Google-Street-View-Fahrzeug. Der Prozess gegen ihn soll am Montag, 13. September, am Amtsgericht Wolfratshausen beginnen.

Der Landtagsabgeordnete Urban behauptet, im Oktober 2019 auf seinem Bauernhof im oberbayerischen Eurasburg von einem Google-Street-View-Fahrzeug umgefahren worden zu sein.

Der 43-jährige Urban sagte in einem früheren Gespräch: „Er hat mich mit dem Auto langsam vor sich hergeschoben, bis ich gestolpert bin. Und das vor den Augen meiner Kinder.“ Damit die Justizbehörden in dem Sachverhalt ermitteln können, hatte der Landtag vor einiger Zeit die Immunität von Urban aufgehoben.

„Riesenschauspielerei“

Das Urteil der Ermittler: Der Vorfall auf dem Bauernhof sei vorgetäuscht. Belegt wurde das durch ein Video der Dachkamera des Wagens. Von einer „Riesenschauspielerei“ war die Rede.

Der Strafbefehl über eine Zahlung von 10.500 Euro wurde vom Amtsgericht gegen den Grünen-Parlamentarier verhängt. Urban, der seit 2020 im Kreistag sitzt, bestreitet die Vorwürfe und legte Einspruch gegen den Strafbefehl ein.

Das ist der Grund für die kommende Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Wolfratshausen. Gegen den Fahrer des Google-Street-View-Wagens hatte Urban selbst Strafanzeige erstattet.

Das Verfahren hat die Staatsanwaltschaft aber bereits eingestellt. Nach Angaben des Gerichts, sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Bei der Verhandlung werden neben den Aussagen von Urban und des Google-Street-View-Fahrers, auch Zeugen vernommen, Sachverständige gehört und gegebenenfalls das Video des Fahrers in Augenschein genommen. Ein Urteil könnte Anfang Oktober gefällt werden.

Quelle: DasGelbeBlatt

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