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LAW, „Wor for Future“ und Bund Naturschutz fordern Maßnahmen zur Begrünung der Stadt

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Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner (r.).
Berichtete über Sturzflutmanagement und städtische Klimaschutzmaßnahmen: Bürgermeister Klaus Heilinglechner (r.). © Peter Herrmann

Vor fünf Jahren rief eine Stadtratsmehrheit in Wolfratshausen den Klimanotstand aus.

Wolfratshausen – Über die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen diskutierten Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Stadträte jüngst mit Bürgern und Umweltaktivisten im Wirtshaus Flößerei.

Redner des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW), Bund Naturschutz (BN) und „WOR for Future“ warnten zunächst eindringlich vor den Folgen des Klimawandels, die auch in der Loisachstadt spürbar sind. „Wir werden uns vorbereiten müssen, um das Schlimmste zu verhindern“, forderte Jan Reiners.

Der „WOR for Future“-Sprecher verwies auf sich häufende Hitzeperioden und Starkregenereignisse. Das dicht besiedelte Wolfratshausen nannte er aufgrund seiner vielen Siedlungs- und Verkehrsflächen ein „Hochrisikogebiet“.

LAW-Mitglied Klaus Peter-Scharf zeigte anschließend anhand von aktuellen Fotos, woran es in der Loisachstadt mangelt. So fehlen vor allem an Hauptverkehrsachsen wie der Bahnhofstraße und der Sauerlacher Straße schattenspendende Bäume und Bänke. Baumtröge, die oberirdisch genügend Raum für das Wurzelwerk und drumherum Sitzgelegenheiten bieten, wären für ihn eine schnell umsetzbare Lösung.

Idee: Bürger könnten Patenschaften für Bäume übernehmen

Für die Förderung von Biodiversität plädierte die Vorsitzende des BN-Ortsverbandes Sigrid Bender. Sie regte die Einführung von Patenschaften ein. Dabei können Bürger sich um einen Baum kümmern, indem Sie beispielsweise den umliegenden Boden auflockern oder seine Rinde pflegen.

„Das funktioniert in Großstädten wie Nürnberg oder Leipzig schon ganz gut“, berichtete Bender. Den aufwändigen Baumrückschnitt müssten die Bürger nicht übernehmen. Zudem könne jeder Einzelne in seinem Garten oder auf seinem Balkon die Artenvielfalt fördern, sodass im Idealfall ein „grünes Netz“ entstehe.

Klaus Heilinglechner begrüßt derartige Initiativen. Der Rathauschef schloss sich zusammen mit anderen Bürgermeistern einem Netzwerk für Klimaanpassung an und zeigte sich zufrieden, dass der Stadtrat jüngst das Sturzflutmanagement auf den Weg gebracht hat. „Wir können auch in unserem Mikrokosmos viel tun“, betonte er.

Überarbeitung des Flächennutzungsplan - „wichtig, die Leute aufzurütteln“

Die Stadträte Manfred Menke (SPD), Ulrike Krischke und Josef Praller (beide Bürgervereinigung), Hans Schmidt (Grüne) und Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste) gaben Heilinglechner recht. So forderte Praller eine baldige Überarbeitung des 2006 letztmals veränderten Flächennutzungsplans sowie Fassaden- und Flachdachbegrünungen. „Es ist wichtig, die Leute aufzurütteln, aber wir dürfen ihnen auch nicht zu viel Angst machen“, erklärte er.

„Wir können auch in unserem Mikrokosmos viel tun.“

Klaus Heilinglechner, Bürgermeister Wolfratshausen

Fleischer gab zu bedenken, dass die Behörden aufgrund von Personal- und Zeitmangel nicht jedem Umweltfrevel auf die Spur kommen. „Wenn wir die Ersatzpflanzungen für gefällte Bäume in Wolfratshausen jedes Mal genau überprüfen würden, ergäbe das ein ganz trauriges Bild“, klagte er.

Konkrete Handlungsempfehlungen gab der Umweltreferent des Stadtrats, Hans Schmidt. Er forderte maximale Versicherungsmöglichkeiten bei minimaler Versiegelung und Pflasterung, die Ausweisung von zu begrünenden Flächen in Bebauungsplänen und eine Baumschutzverordnung.

Umgestaltung des Loisachufers wäre wünschenswert

Nach den vielen Stellungnahmen blieb den Bürgern am Ende nur noch wenig Zeit für ihre Fragen. So kritisierte Lili Doktor das Fehlen von Bäumen am neuen Parkplatz der Firma „EagleBurgmann“. Andere forderten eine raschere Aufwertung des westlichen Loisachufers, an dem hinter dem Rathaus zu viele Autos parken. Bürgermeister Heilinglechner hofft deshalb auf den Bau eines geplanten Parkhauses am nahe gelegenen Hatzplatz. Erst dann sei eine Auflösung der Stellplätze und Umgestaltung des Loisachufers möglich.

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