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Wolfratshauser Ehrenhauptmann erhält Bundesverdienstkreuz

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Das Bundesverdienstkreuz für Ewald Brückl (l.) überreichte Landrat Josef Niedermaier.
Das Bundesverdienstkreuz für Ewald Brückl (l.) überreichte Landrat Josef Niedermaier. © Peter Herrmann

Wolfratshausen – Vor drei Jahren nahm er die Bürgermedaille der Stadt entgegen. Nun durfte sich Ewald Brückl über eine noch höhere Auszeichnung freuen: das Bundesverdienstkreuz.

Landrat Josef Niedermaier verlieh dem Ehrenhauptmann der Gebirgsschützenkompanie (GSK) Ewald Brückl vor der Stadtratssitzung das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“.

Der gebürtige Münchner, der seit 1973 in der Loisachstadt lebt, war 1983 maßgeblich an der Wiedergründung der Wolfratshauser Gebirgsschützenkompanie beteiligt und hatte als Hauptmann 35 Jahre das Kommando.

„Er verschaffte der Kompanie einen guten Ruf weit über die Grenzen Wolfratshausens hinaus und pflegt enge Beziehungen zu Gebirgsschützen in Tirol und Südtirol“, hob Landrat Josef Niedermaier in seiner Laudatio hervor. Zudem förderte der 80-Jährige das Brauchtum. Niedermaier nannte hier zum Beispiel das Weihnachtssingen für die BR-Spendenaktion „Sternstunden“, eine Knochenmarkspende-Benefizveranstaltung und die Einführung einer Prozession mit weihnachtlichem Böllerschießen. Auch der weitgehende ehrenamtlich fertiggestellte Bau des 1989 eingeweihten Schützenheims sei der Initiative von Brückl zu verdanken. Unter seiner Leitung fand in Wolfratshausen 1999 der 48. Patronatstag der Gebirgsschützen im Beisein von rund 4.000 Schützen statt.

Brückl erforschte die Historie der Schützen

„Brückl war derjenige, der in der geschichtlichen Aufarbeitung aller Zeitepochen im Bayerischen Staatsarchiv die älteste Urkunde des Bataillons Wolfratshausen von 1479 entdeckte und im Staatsarchiv in Wien fand er ein Dokument mit namentlich erwähnten Teilnehmern aus Wolfratshausen in der Sendlinger Mordweihnacht 1705“, so Niedermaier weiter. Bei den Bauernaufständen, die ihren Höhepunkt an Heiligabend in jenem Jahr fand, fielen zahlreiche Bayern im Kampf gegen die österreichischen Besatzer. Folgerichtig initiierte Brückl 2005 die Anbringung einer Gedenktafel für die Sendlinger Mordweihnacht an der Wolfratshauser Rathauspassage. Über die Grenzen des Freistaats Bayern bekannt wurde die GSK durch Aufmärsche bei Staatsempfängen sowie mehreren Papstaudienzen im Vatikan. Die Oberhäupter der katholischen Kirche zeigten sich dabei angetan vom bayerischen Brauchtum. Den Vorschlag, Ewald Brückl mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ auszuzeichnen, unterstützten der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber und Altlandrat Manfred Nagler.

Nachdem er den Orden entgegengenommen hatte, dankte Brückl Altbürgermeister Erich Brockard, allen Schützenkameraden und seiner Frau Brigitte. „Sie hat mir ein Schützenleben ermöglicht“, erklärte der Geehrte. Peter Herrmann

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