Datenschutz wird groß geschrieben

Bad Tölz-Wolfratshausen - Einwohnermeldeämter können persönliche Daten weitergeben. Dafür verlangen die Gemeinden im Nordlandkreis einen schriftlichen Antrag - außer für Werbezwecke.

In den Einwohnermeldämtern schlummern Namen, Geburtstage und -orte, Eheschließungen, Ausweisdaten sowie die Religionszugehörigkeit in Computern. Ob das nicht die Begehrlichkeit von Unternehmen weckt, die darauf spezialisiert sind, Adressen weiterverkaufen?

Die Sachbearbeiter in den Kommunen versichern unisono, dass keine Datensätze an Werbeanbieter verkauft werden. Rechtsanwälte, Gerichtsvollzieher, Polizei und Landratsämter erhalten hingegen sehr wohl Meldeauskünfte, erklärt Maria Allers vom Dietramszeller Einwohnermeldeamt. Bayernweit sei dafür seit 1. Juli ein schriftlicher Antrag gegen zehn Euro Gebühr notwendig.

Das Münsinger Pass- und Meldeamt gibt Adressdaten auf Anfrage etwa an örtliche Vereine weiter. „Sie erhalten aber nicht alle Daten, sondern lediglich Namen und Adressen“, erklärt Mitarbeiterin Anita Naß. Die Feuerwehr habe so beispielsweise die Möglichkeit, den Nachwuchs schriftlich auf das Ehrenamt aufmerksam zu machen. Wem eine Datenweitergabe nicht recht ist, der könne diese im Rathaus mit einem Antrag auf Auskunftssperre untersagen. An diese seien die Gemeinden dann drei Jahre lang gebunden.

Dass die Daten der Einwohner unter strengen Sicherheitsauflagen gespeichert sind, verspricht auch Wolfgang Mucha, Bauamtsmitarbeiter in Wolfratshausen. „Auf die Informationen haben ausschließlich unsere Sachbearbeiter Zugriff.“ (dor)

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