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Abweisend und wenig einladend findet Bernd Füger, Vorsitzender des Gewerbeverbands, die Fassade des gepla nten Wohn- und Geschäftshauses.

Neubau an der Egerlandstrasse

Debatte über zweiten großen Supermarkt

Geretsried - Zahlreiche Einwendungen sind gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für ein Wohn- und Geschäftshaus an der Egerlandstraße eingegangen. Der Entwicklungs- und Planungsausschuss behandelte sie am Dienstagabend. Es wurde auch die Grundsatzfrage gestellt, ob ein zweiter großer Supermarkt überhaupt nötig ist. 

Geretsried – Wie berichtet plant die Baugenossenschaft (BG), ihre Wohnblöcke an der Egerlandstraße 58 - 74 abzubrechen. An ihrer Stelle soll nach den Plänen von Architekt Klaus Kehrbaum ein zur Straße hin sechsgeschossiges und im rückwärtigen Teil fünfgeschossiges Gebäude mit Geschäften im Erdgeschoss und rund 100 Wohnungen darüber entstehen. Das größte Geschäft soll ein Discounter werden. Die Tiefgarage soll über zwei Rampen von Süden und Norden her erschlossen werden.

Vor allem die Geschäftsleute entlang der Egerlandstraße befürchten eine Zunahme des Verkehrs. Sie bedauern den Wegfall von oberirdischen Stellplätzen sowie von Fußgänger- und Marktflächen durch den notwendigen Straßenumbau. Den erwogenen Mini-Kreisverkehr an der Einmündung Fasanenweg lehnen Karin Schmid von der Bäckerei Schmid-Bäck’ und Frederik Holthaus vom Isar-Kaufhaus in ihren Stellungnahmen ab. Holthaus schlägt eine Verlegung der vor dem Rewe-Markt geplanten Tiefgarageneinfahrt Richtung Süden vor. Dadurch könnte man den Kreisverkehr vermeiden und die breiten Gehwege erhalten. ProCit-Sprecher Ludwig Schmid weist in seinem Schreiben darauf hin, dass nach wie vor ausreichend oberirdische Parkplätze benötigt würden.

Bauamtsleiter Rainer Goldstein erklärte zu dem Themenkomplex, dass über die Tiefgarage samt Zufahrten und Erweiterungsmöglichkeit erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde. Ebenso sei der Kreisverkehr nur ein Lösungsvorschlag und nicht im Bebauungsplan festgelegt.

Gewerbeverband kritisiert die Fassadengestaltung

Bernd Füger, Vorsitzender des Gewerbeverbands, kritisiert die geplante Fassadengestaltung des Neubaus. Die lange Front zur Straße hin sei nahezu ungegliedert. Sie wirke dadurch abweisend und wenig einladend, schreibt er. Das Bauamt verspricht eine Nachbesserung. Füger bezweifelt zudem, dass ein zweiter großer Lebensmittelmarkt – neben dem im Krämmel-Bau vorgesehenen – im Zentrum sinnvoll ist. Auf der Wunschliste des Gewerbeverbands würden stattdessen Läden mit Mode, Schuhen, Lederwaren, Feinkost, Wohnaccessoires und ein vergrößertes Sportgeschäft stehen. Die Stadt verweist auf das Einzelhandel-Gutachten, dass den Discounter empfiehlt. Die Wunschliste mit den weiteren Sortimenten werde zur Kenntnis genommen.

Von Behördenseite gibt es kaum Einwendungen. Die Untere Naturschutzbehörde fordert 36 Nistkästen für Mauersegler und 18 für Haussperlinge an dem neuen Gebäude. Außerdem soll das Haus begrünt werden. Ein Gründach ist ohnehin geplant. Lang dagegen ist die Liste der privaten Stellungnahmen. Die Anwohner beklagen die Höhe des Neubaus, der ihre eigenen Wohnungen teilweise verschatten werde. Die Höhe sei wichtig für die angestrebte Urbanität im Zentrum, entgegnet Goldstein. Die von den Nachbarn befürchtete Zunahme von Lärm, Verkehr und Emissionen hält sich laut Stadt im Rahmen. Ein Anwohner vermisst einen Spielplatz im neuen Zentrum. Das Bauamt erinnert daran, dass Spielmöglichkeiten im öffentlichen Raum in Form von Wasserspielen und Brunnen beabsichtigt seien.

Freie-Wähler Stadtrat Dominik Irmer zieht am Ende das Fazit: „Wir werden ein schönes, neues Zentrum bekommen. Im interkommunalen Wettkampf werden wir das brauchen.“ Mit dem Vorhaben an der Egerlandstraße kann die Baugenossenschaft erst beginnen, wenn Teile der neuen Siedlung auf dem Lorenz-Areal stehen. Denn einen Großteil ihrer Mieter will die BG dorthin umsiedeln. Tanja Lühr

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