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Das Museum: Für die Ausstattung hat der Förderverein der Stadt bislang 41 619 Euro überwiesen

Geretsrieder Heimatmuseum

Depot am Kirchplatz soll keine Konkurrenz werden

Geretsried – Seit der Eröffnung des Museums der Stadt Geretsried ist es um den Förderverein Geretsrieder Heimatmuseum still geworden. „Wir mussten alle erstmal durchschnaufen“, sagt der Vorsitzende Helmut Hahn. Ab 2015 will der Verein wieder angreifen. Unter anderem gilt es, das neue Depot einzurichten.

Untätig war der Verein in den vergangenen eineinhalb Jahren nicht, wie der Vorsitzende Helmut Hahn während der Hauptversammlung im Gasthof Geiger berichtete. An zirka 80 Sonntagen leisteten die Mitglieder ehrenamtlich Museumsdienst – das macht in der Summe rund 160 Stunden.

Im Prinzip kümmert sich der Förderverein um den gesamten Museumsdienst. Unter der Woche hat die Stadt mit Hanni Herrmann ein Vereinsmitglied als Kassenkraft eingestellt. „Es freut mich, dass sie sich gegen 70 Bewerber durchgesetzt hat“, sagte Hahn. Am Sonntag kümmert sich ein Kreis von etwa 15 Mitgliedern ehrenamtlich um den Betrieb. Während des Bürgerfestes im August legten sie eine Sonderschicht ein und zeigten alte Filme. „Das war sehr gut besucht“, berichtete Hanni Herrmann. Und: „Das würde ich mir öfters wünschen.“

Das Depot: In diesem Gebäude am Kirchplatz wurden die übrigen Sammelstücke aus dem Heimatmuseum im Rathaus untergebracht

Ein Akt für den Verein war die Räumung des alten Heimatmuseums unter dem Dach des Rathauses. Nachdem nur ein Teil der Exponate im neuen Museum an der Graslitzer Straße Platz gefunden hat, mussten alle anderen Sammelstücke ins neue Depot am Kirchplatz gebracht werden. „Das waren sicher noch einmal 200 bis 250 Stunden Arbeit“, schätzt Hahn. Er dankte allen Mitgliedern sowie dem städtischen Bauhof für die Mithilfe: „Es hat alles perfekt geklappt.“ Der Vereinsvorsitzende dankte auch der Stadt, die das Depot auf zehn Jahre gemietet hat. „Ich bin echt froh, dass es dieses Gebäude geworden ist.“ Anders als das alte Kino an der Adalbert-Stifter-Straße, das kurzzeitig im Gespräch war, seien die Räume gut zugänglich. Jede Landsmannschaft soll dort ihren Platz bekommen. An einer langen Wand könnten alle Trachten ausgestellt werden. Auch eine kleine Bibliothek wäre denkbar. Die Planung liegt in den Händen von Anita Zwicknagl, Museumsfachkraft der Stadt. „Wir hoffen, dass wir alle wieder mitwirken können“, sagte Hahn. Zugleich stellte er klar: „Das wird kein Museumskonkurrent, sondern ein begehbares Depot.“

Am neuen Museum der Stadt hat sich der Förderverein bislang mit 41 619 Euro beteiligt. In der Summe haben die Mitglieder zwar 55 000 Euro für den Treppenlift, die multimediale Ausstattung sowie den kleinen Kinosaal bewilligt. Weil das Kino aber noch nicht den Vorstellungen des Vereins entspricht, wurde der Restbetrag vorerst zurückgehalten. Derzeit laufen die Filme in Dauerschleife. Ein Wunsch von Helmut Hahn wäre ein Bildschirm, an dem man per Berührung verschiedene Filme auswählen kann. Weitere 20 000 Euro hat der Verein für den Aufbau der alten Baracke der Oblaten-Bäckerei vorgesehen, die derzeit noch im Garten des Museums gelagert ist.

Anfang 2013 hatte der Verein ein Vermögen von fast 152 000 Euro. Ende des Jahres waren es „nur“ noch 114 000 Euro. Schatzmeisterin Dr. Sabine Gus-Mayer ist froh, dass sie der Stadt inzwischen die 41 619 Euro überweisen konnte. Das Finanzamt sehe es nicht gern, wenn ein gemeinnütziger Verein so viel Geld auf dem Konto hat.

Auf Antrag von Helmut Hahn ermächtigte die Versammlung die Vorstandschaft, dass sie im nächsten Jahr bis zu 10 000 Euro ausgeben darf. Das Geld ist für Restaurationsarbeiten oder den Kauf von Exponaten gedacht. Außerdem wurde ein jährliches Budget von 1000 Euro für die Jugendförderung bewilligt. Mit Ausstellungen, Wettbewerben oder anderen Aktionen sollen gezielt Kinder und Jugendliche an das neue Museum herangeführt werden. „Das kam im letzten Jahr zu kurz“, räumte Hahn ein.

„Wir müssen überhaupt mehr die Werbetrommel für das Museum rühren“, sagte Vereinsmitglied Hans Schmuck. „Das ist Sache der Stadt“, widersprach der stellvertretende Vorsitzende Franz Rudolf. Seiner Meinung nachsollte der Verein seine Energie mehr in das Depot und die Erstellung einer eigenen Homepage stecken. Sabine Schörner

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