"Der goldene Schuh" für Annika Wanger

- Geretsrieder Ballett-Tänzerin setzt sich gegen sieben Konkurrenten durch

Geretsried - Vier bis sechs Mal in der Woche streift sich Annika Wanger die Ballettschuhe über und trainiert - mindestens eineinhalb, oft bis zu drei Stunden am Tag. Mit dem Bus fährt die elfjährige Geretsriederin fast jeden Nachmittag in das Starnberger Tanzzentrum, wo sie in klassischem Ballett, Spitzentanz, Jazz und Wiesenthal-Technik ausgebildet wird. Anfang Januar wurde die talentierte Gymnasiastin für ihren Fleiß belohnt: In Fürth gewann sie den deutschlandweit ausgeschriebenen, renommierten Talentwettbewerb "Der goldene Schuh", der als Mini-Ausgabe des Prix de Lausanne angesehen wird.

Knapp 50 Balletteleven hatten sich per Videoband um die Teilnahme beworben, insgesamt 18 durften vortanzen. Mit ihrer Interpretation des "Schottischen Tanzes" aus "Coppelia" setzte sich Wanger in der Gruppe der Zehn- bis Zwölfjährigen gegen sieben Konkurrenten durch und sicherte sich eine Siegerprämie von 500 Euro. "Von einem Teil des Geldes habe ich mir neue Spitzenschuhe gekauft", berichtet das zierliche Mädchen, das Zuschauer und Jury vor allem mit Bühnenpräsenz und Sprungkraft beeindruckte. Den Rest spart sie erst einmal.

Wangers Ziel ist es nun, innerhalb der kommenden drei oder vier Jahre alle nötigen Prüfungen zu durchlaufen, um an der Royal Academy of Dance in London Tanz studieren zu dürfen. Diszipliniert übt sie deswegen auch dann an "Demi-Pliès" und "Grand Battements", wenn das Wetter schön ist und ihre Klassenkameraden zusammen etwas unternehmen. "Ich will es ja", denkt sie sich an solchen Tagen. Und wenn sie sich diese Einstellung bewahrt und nichts Unerwartetes dazwischen kommt, darf sie vielleicht auch irgendwann die Odette tanzen - in ihrem Lieblingsballett "Schwanensee".ker

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