Drei Anarchisten in Action: Für ihre neue Comedy-Show „Woidboyz in Town“ kaperten Basti Kellermeier, Andi Weindl und Uli Nutz (v. li. neben dem BR-Kameramann) diesmal die Tankstelle Krenn in Königsdorf. Foto: Sabine Hermsdorf

„Die scheißen sich nix“

Königsdorf - Drei Anarchisten in Action: Für ihre neue Comedy-Show „Woidboyz in Town“ kaperten Basti Kellermeier, Andi Weindl und Uli Nutz diesmal die Tankstelle Krenn in Königsdorf.

Ein Reisemobil rollt auf die Zapfsäule zu. Andi Weindl reibt sich grinsend die Hände. Ein neues Opfer. Kaum ist der Fahrer ausgestiegen, sitzt Andi ihm im Nacken, quatscht ungefragt drauf los. „Grüß Euch, wo geht’s hin?“ „Nach Hause, nach Reutlingen“, bekommt er zur Antwort. Dem Fahrer scheint in seiner Haut nicht ganz wohl zu sein. An der Zapfsäule nebenan textet Basti Kellermeier derweil eine junge Dame zu. Die ahnt schnell, dass ihr hier womöglich Ungemach droht. „Oh Gott“, jammert die Frau, „wo bin ich jetzt reingeraten?“ Die Anwort: Mitten hinein in die Dreharbeiten zu einer neuen Show des Bayerischen Rundfunks.

PULS, das junge Programm des Senders, hat seine „Woidboys“ wieder auf die Menschheit losgelassen. Nachdem die drei Anarchisten Andi Weindl, Basti Kellermeier und Uli Nutz als „Waschgang“ ihre Dreckwäsche bei fremden Leuten gewaschen und im Schrebergarten „Eden“ bayerisches Improvisionstheater gespielt haben, kapern sie jetzt für die neue Sendung „Woidboyz in Town“ (so der Arbeitstitel) ganz gewöhnliche Alltagsorte: eine Metzgerei, einen Wertstoffhof, einen Friseur-Salon - und die Tankstelle Krenn in Königsdorf.

Die Sendung setzt sich aus zwei Hauptsträngen zusammen: einer von Spontanität lebenden Comedy-Reportage mit unterhaltsamen Show-Elementen und aus frechen Beiträgen von und mit den „Woidboyz“. „Wir haben bewusst Orte gewählt, die nicht so sehr im Blickpunkt stehen, keine touristischen Hotspots“, erklärt Redakteur Volker Hürdler. So fiel die Wahl für die erste Folge auf Königsdorf, wobei man sich eigentlich in Geretsried wähnte, doch dort gab es keine „freie“ Tankstelle, an der die Waldbuben ihr Unwesen hätten treiben können.

Von der Spontanität und Qualität der Moderatoren soll die Sendung leben. „Die drei sind am Boden geblieben. Sie kommen schnell ins Gespräch und haben eine erdige Art, mit Leuten umzugehen - mit dem Brummi-Fahrer mit Rauschebart genauso wie mit dem Finanzmakler im Samt-Anzug“, sagt Hürdler. „Und die scheißen sich nix. Manchmal verarschen Sie die Leute, aber auf eine Weise, dass die sich nicht auf den Schlips getreten fühlen.“ An den „Locations“, den Drehorten, ist niemand vor den Dreien sicher. Sie verwickeln normale Kunden in Gespräche und lassen sie auf diese Weise Gäste und Akteure der Show werden. Manchmal kommt auch völlig überraschend ein Promi vorbei. Wie Giulia Siegel (Model, Fernsehmoderatorin und Tochter des Komponisten und Musikproduzenten Ralph Siegel), die zu den Dreharbeiten in Königsdorf „spontan“ vorbeigekommen war. Während sich die PS-lüsternen männlichen Kunden über Siegels Acht-Zylinder freuen, sprechen die „Woidboyz“ mit ihr über Party, Ballett und Burnout.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Printausgabe des Isar-Loisachboten/ Geretsrieder Merkur am Donnerstag, 24.April.

Von Rudi Stallein

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