Johannes Hütz wird vom Bund Deutscher Milchviehhalter attackiert.

Dienstaufsichtsbeschwerde: BDM macht Front gegen Hütz

Bad Tölz-Wolfratshausen/Miesbach - In Sachen Agro-Gentechnik hat Johannes Hütz, Chef des Landwirtschaftsamts die Bauern im Oberland massiv aufgebracht. Vor allem im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ist der Ärger groß.

Der Grund: Viele Milchbauern beliefern die Molkerei Piding für die Berchtesgadener-Land-Milch. Seit 2010 sind die Lieferanten offiziell verpflichtet, auf den Einsatz von Gentechnik zu verzichten. Entsprechend groß sei der Unmut darüber, dass Hütz in mehreren öffentlichen Aussagen sich nicht klar von der Gentechnik abgegrenzt habe, erklärt Monika Gaisreiter, Vize-Kreisvorsitzende des Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Bad Tölz-Wolfratshausen, auf Nachfrage.

Hütz wollte zu einer möglichen Dienstaufsichtsbeschwerde keine Stellung nehmen. Zum einen kenne er den Inhalt nicht, zum anderen könne er zu einem laufenden Verfahren nichts sagen. Verstehen könne er den Widerstand auf sachlicher Ebene aber nicht. Denn im Fall der Gemeinde Holzkirchen, die bei ihren Einrichtungen einen Verzicht gentechnisch veränderter Produkte erreichen will, habe der Behördenleiter lediglich darauf hingewiesen, dass für ein Verbot die rechtlichen Grundlagen fehlen würden. Auch eine Verhinderung sei schon rechtlich problematisch. „Das Schlimme an dieser ganzen Angelegenheit ist, dass jeder, der nicht uneingeschränkt dagegen ist, als Befürworter angesehen wird“, sagt Hütz. „Ich bin auch nicht für Gentechnik, ich sehe das Thema aber differenziert.“ Dies habe er öffentlich dargelegt und viel Zustimmung „von nicht unmaßgeblichen Menschen“ bekommen.

Im Ministerium wartet man nun auf die Beschwerde, auf die ebenso eingegangen wird wie auf einen Protestbrief der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Bad Tölz-Wolfratshausen. Letzterer soll in den nächsten Tagen beantwortet werden.

Kreisbäuerin Ursula Fiechtner bezweifelt den Sinn einer Dienstaufsichtsbeschwerde: „Was soll das bringen?“, fragt sie. Vielmehr will sie das Gespräch mit Johannes Hütz suchen. „Eine Aussprache wird nächstens stattfinden“, sagt sie. Übrigens: Im Landkreis Miesbach schlagen die Wogen nicht so hoch. „Sicher waren einige mit den Aussagen von Herrn Hütz nicht glücklich“, sagt der dortige Kreisobmann, Johann Hacklinger. „Aber das rechtfertigt keine Dienstaufsichtsbeschwerde.“ Die Mehrheit sei mit Hütz zufrieden. „Er hat halt die gesamte Landwirtschaft betrachtet, nicht nur einige Bereiche.“

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