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Dietramszeller Busschleife: Hier soll eine behindertengerechte Bushaltestelle für Fahrzeuge mit bis zu 18 Metern Länge entstehen.

Gemeinderat

Dorferneuerung: „Nobel-Parkplatz“ oder echte Notwendigkeit ?

Der Dietramszeller Gemeinderat diskutierte über eine Dorferneuerung. Beschlossene Sache: Es soll ein Förderantrag für den Waldparkplatz gestellt werden. 

Dietramszell – Die Dorferneuerung im Zentrum von Dietramszell sorgt weiter für Gesprächsstoff. Stundenlang diskutierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über die von Architekt Rainer Heinz präsentierten Vorschläge, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Immerhin: Mit 9:5 Stimmen wurde beschlossen, für die Umgestaltung und Befestigung des Parkplatzes am Pfarrheim, auch Waldparkplatz genannt, Fördermittel zu beantragen.

Die Gegenstimmen kamen aus dem Lager derer, die das Gesamtprojekt Dorferneuerung als Geldverschwendung prinzipiell ablehnen. So bekundete Dritter Bürgermeister Josef Hauser: „Ich bin nach wie vor dagegen. Wir haben in Dietramszell doch wirklich wichtigere Projekte.“ Auf knapp 170 000 Euro inklusive der Zufahrt schätzt der Architekt die Kosten für die Maßnahmen am Waldparkplatz. Es sollen dort 47 Parkplätze mit einem schwerlastfähigen Betonpflaster und ein Wendeplatz im hinteren Bereich entstehen. Dabei könnte die Kommune derzeit mit einer staatlichen Förderung von 50 Prozent rechnen, führte der Architekt aus – unter einer Bedingung: Damit das Projekt förderfähig ist, muss zuvor schriftlich fixiert werden, dass die Zufahrt, die sich im Besitz der Familie Schilcher befindet, für die Öffentlichkeit frei nutzbar sein wird. Eine mündliche Zusage gibt es bereits.

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„Das wird ein Nobel-Parkplatz“, kritisierte Gemeinderätin Christa Poschenrieder. „Geht’s nicht etwas weniger schön und billiger?“ Während Anton Karl noch eine Ladestation für Elektroautos integriert haben wollte, zweifelte Hans Seestaller daran, dass der nur sehr mäßig genutzte Parkplatz nach dem Umbau besser frequentiert werde.

Dem entgegnete Zweiter Bürgermeister Michael Häsch, dass die Parkmöglichkeit noch sehr wichtig werde, vor allem während des kompletten Umbaus der Einmündung der Staatsstraße 2073 in die Münchner Straße: „In der Zeit benötigt das Kloster-Bräustüberl ja Parkplätze für seine Gäste.“ Wie berichtet will das Staatliche Bauamt Weilheim eine der beiden Einmündungen entfernen, sodass ein kleiner Dorfplatz entstehen kann. Auch soll der Kirchenvorplatz repräsentativer gestaltet werden.

Neu ist, dass sich die Räte offenbar damit anfreunden können, die teils maroden drei alten Linden zu entfernen und durch eine Neuanpflanzung zu ersetzen. „Das wäre bautechnisch dann wesentlich einfacher“, erklärte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Um das „Wildparken“ vor der Kirche zu verhindern, soll dort das Gelände stufig gestaltet und mit Naturstein-Pflaster versehen werden.

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Herausgenommen aus dem Gesamtpaket wurde die sogenannte neue Busschleife, also der Parkplatz vor der Schule. „Wenn wir den behindertengerecht gestalten, gibt’s dafür weitere Fördermittel aus einem anderen Topf“, fügte die Rathauschefin an. Da MVV und RVO angekündigt hatten, diese Haltestelle dort künftig auch mit Mehr-Gelenk-Bussen bis zu 18 Meter Länge anfahren zu wollen, muss die gesamte Fläche neu gestaltet werden. Nach den Vorschlägen des Architekten Heinz können dort dann zwei Busse mit bis zu 15 Metern Länge und einer mit bis zu 18 Metern Länge gleichzeitig stehen.  

esc

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