Feier 100-jähriges Jubiläum Feuerwehr Baiernrain
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Eine Standarte zum Jubiläum: Das 100-jährige Jubiläum der Baiernrainer Wehr wurde zusammen mit der Weihe der aktuellen Standarte unter dem heutigen Ehren-Kommandanten Andreas Böhm (Bildmitte) gefeiert.

Festakt an diesem Sonntag

Immer da, wenn es brennt: Die Freiwillige Feuerwehr Baiernrain wird 150 Jahre alt

  • VonEwald Scheitterer
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Seit 150 Jahren ist die Baiernrainer Feuerwehr da, wenn es brennt. Das gilt es zu feiern - mit einem Festakt an diesem Sonntag.

Baiernrain – Es war kein großes Geheimnis, dass die Freiwillige Feuerwehr (FF) Baiernrain heuer 150 Jahre alt wird. Doch wegen der sich ständig ändernden Corona-Regeln stand bis vor kurzem nicht fest, in welcher Form die Mitglieder, die für alle Dietramszeller Ortsteile zwischen Erlach und Fraßhausen sowie zwischen Kolbing und Thalham im Nordosten der Flächengemeinde zuständig sind, feiern dürfen.

„Die ursprünglich geplante mehrtägige große Feier mit Bierzelt und allem Drum und Dran haben wir als erstes gestrichen“, sagt der 2019 neu gewählte Erste Vorsitzende Jakob Pertold jun. „Aber jetzt dürfen wir zusammen mit den anderen sechs Zeller Orts-Feuerwehren und natürlich allen Baiernrainern am kommenden Sonntag den 150. Geburtstag unserer Wehr zumindest einigermaßen gebührend feiern.“

Probleme hatte auch der Chronist der Wehr. Wann wurde die FF Baiernrain genau gegründet? Die eigenen Aufzeichnungen beginnen erst 1896. Allerdings datiert ein Hinweis auf die Feuerwehr in der Chronik der ehemaligen Gemeinde Baiernrain auf das Jahr 1871. Somit wird dieses Jahr als Geburtsstunde der FF Baiernrain angenommen. Aus dem Jahr 1896 sind als Gründungs-Mitglieder Dionys Gamperl, Hans Brückner, Hans Fink, Rupert Geer, Balthasar Gröbner und Michael Andrä festgehalten. Letzterer war Erster Vorstand der neuen Wehr.

In der Frühzeit gab es nahezu alle zwei Jahre größere Brände zu löschen. Als 1898 der Otterfinger Gasthof Moser einem verheerenden Feuer zum Opfer fiel, ist der Einsatz der Wehr geschichtlich verbürgt. 1900 rückte sie zum Brand des Hansenbauern in Reichertshausen aus. 1906 war sie beim Wiedenbauern gefragt.

Historisches Gerät: Die Handspritze von 1901 hat einen Ehrenplatz im Gerätehaus.

Auch wenn der Verein im Dritten Reich der allgemeinen Gleichschaltung aller Vereine zum Opfer fiel – die Feuerwehr selbst hatte auch über die Kriegszeit hinweg Bestand. Davon zeugt ein Einsatz im Juli 1944, als die Baiernrainer Löschtruppe ausrücken musste. Nach einem Bombenangriff auf Arget und Lochhofen brannten dort sechs Anwesen gleichzeitig. Sieben Mann versuchten den Brand des Lönnerhofs in Arget zu löschen.

Wiedergegründet wurde der Feuerwehrverein im Jahr 1946 unter dem Ersten Vorsitzenden Hans Thalhammer, der nur ein Jahr später von Josef Eiler abgelöst wurde. Noch heute sind Ausrüstungsgegenstände aus den Anfangsjahren erhalten. Etwa der Handspritzen-Wagen, der mittlerweile im Museum der Feuerwehrschule in Regensburg ausgestellt ist. Eine kleinere Handspritze aus dem Jahr 1901 hat ihren Ehrenplatz im heutigen Feuerwehr-Gerätehaus am Lehrer-Vogl-Weg gefunden.

Erwähnt in der Chronik ist auch die große Feier zum 100. Geburtstag 1971, die zusammen mit der Fahnenweihe der heutigen Standarte begangen wurde. Schon damals war Andreas Böhm Kommandant. 30 Jahre bekleidete er das Amt. Dafür wurde er mit dem Titel des Ehren-Kommandanten der Baiernrainer Wehr gewürdigt.

Das Festprogramm am 12. September

Die Freiwillige Feuerwehr Baiernrain feiert an diesem Sonntag, 12. September, ihr 150-jähriges Bestehen. Das Festprogramm: 9 Uhr: Empfang der Gastvereine mit Frühschoppen und der Blaskapelle Baiernrain beim Feuerwehr-Gerätehaus; 9.50 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug und Abmarsch; 10 Uhr: Feld-Gottesdienst am Dorfplatz bei der Kirche; etwa 11 Uhr: kleiner Festzug durchs Dorf zurück zum Feuerwehr-Gerätehaus; anschließend gemütliches Beisammensein rund um das Feuerwehrhaus mit gemeinsamen Mittagessen, Kaffee und Kuchen; zur Unterhaltung spielt die Blaskapelle Baiernrain zünftig auf. Der Lehrer-Vogl-Weg ist ganztägig entlang des Feuerwehr-Gerätehauses komplett gesperrt. 

Dass die ehrenamtlichen Feuerwehrler auch handwerklich zupacken können, bewiesen sie vor allem 1985 bei der Sanierung des Gebäudes am Lehrer-Vogl-Weg. In 3600 Stunden freiwilliger Arbeitsleistung passten sie den ursprünglichen Sitz der ehemaligen Gemeinde Baiernrain den damaligen Bedürfnissen der Wehr an.

Das nächste größere Bauvorhaben stand 2017 an. Da wurde ein weiteres Feuerwehr-Gerätehaus gebaut. Es war notwendig geworden, weil sonst das neue Feuerwehr-Auto, das im März kommenden Jahres ausgeliefert werden soll, keinen Platz gehabt hätte. „Dafür wurde nur das Material bezahlt. Die Arbeiten haben wir alle selbst ausgeführt“, sagt Pertold.

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Zum 150. Jubiläum zählt die FF Baiernrain 196 Mitglieder. Auch drei Frauen, eine davon aktiv, sind mittlerweile engagiert. Die insgesamt 55 aktiven Feuerwehrler werden von Kommandant Clemens Regul und seinem Stellvertreter Peter Pertold geführt. Dem Verein stehen Jakob Pertold jun. mit seinem Stellvertreter Virgil Kosel vor. Des weiteren zählen Martin Ritt (1. Kassier), Thomas Schwarz (2. Kassier), Florian Lindmeyr (Schriftführer), Sebastian Lechl (Jugendwart), Valentin Gilgenrainer (Gerätewart) sowie die Fähnriche Benno mit Anton Lindmeyr und Josef Kirmair zur Führungsmannschaft. Gerne wird am Sonntag mit vielen Gästen gefeiert. Allerdings sind laut Pertold von allen Besuchern „die aktuell gültigen Corona-Regeln für Feiern im Freien zu beachten“.

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