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Bewies erneut ihre Vielseitigkeit: Die Dietramszeller Blasmusik beim Neujahrskonzert im Gasthaus Peiß. 

Drei-Liter-Flascherl für Jubilare

30 Jahre Erfolg: Neujahrskonzert der Blasmusik

Dietramszell – Zum 30. Mal schafft es die Dietramszeller Blasmusik, den Saal im Gasthof Peiß zu füllen. Das Neujahrskonzert mit Moderator Benno Lichtenegger stand heuer im Zeichen runder Geburtstage.

Der Saal ist voll. Wie schon vor 29 Jahren. Mit ihrem Neujahrskonzert schafft es die Dietramszeller Blasmusik seit 1988 zuverlässig jedes Jahr, die über 250 Sitzplätze im Gasthof Peiß zu füllen – seit 2001 sogar zweimal jedes Jahr. Von Anfang an fand die bunte Mischung aus traditionellen böhmischen und bayerischen Polkas und Märschen, Operettenmelodien und populärer Filmmusik großen Anklang beim Publikum. 2017 steht das Konzert ganz im Zeichen der runden Geburtstage: Zum 30. Mal in Folge findet es statt, und zehn der Musikanten sind zum 30. Mal dabei. Moderator Benno Lichtenegger führt gewohnt humorig durch das Programm. Auch er macht das schon seit der Premiere 1988. Er erinnert an die „berüchtigten Musikantenausflüge“ der Anfangszeit: „Mit mindestens 24 Kästen Reutberger Brauspezialitäten für die Fahrt und einer Tube Zahnpasta für alle gingen sie auf Reisen“, berichtet er unter großem Gelächter des Publikums. „Das ganze Dorf winkte jubelnd hinterher.“ Am Ziel habe man dann nach einem halbstündigen Kulturausflug „gezecht bis zum Verlust der Muttersprache“.

Musikalisch eingerahmt werden seine Anekdoten von Melodien aus der Zeichentrickserie „Wickie und die starken Männer“. Inzwischen merke man allerdings, dass die „starken Männer aus dem Voralpenland“ langsam in die Jahre kommen, meint der Conférencier und Ex-Bürgermeister: „Jetzt heißt es: Wir besichtigen die Wasserwerke in München. Und die Frauen sind auch mit dabei.“

Drei-Liter-Flasche Bier als Dank für langjährige Treue

Die Liebe der Musiker zum heimischen Gerstensaft kommt auch in den Steckbriefen der zehn Jubilare zum Ausdruck, die Lichtenegger zwischendurch einstreut. Fast alle nannten in einem Fragebogen als ihr Lieblingsgetränk „Bier“ und „blau“ ihre Lieblingsfarbe. Als Dank für ihre langjährige Treue zur Blasmusik erhalten sie zum Abschluss des Jubiläumskonzerts jeweils eine Drei-Liter-Flasche Reutberger Kloster-Hell. „Sie haben sich nämlich vorgenommen, in Zukunft bei der Probe nur noch mit einem Flascherl auszukommen“, erklärt Lichtenegger augenzwinkernd.

Kräftiger Beifall für Bläsersolisten

Zuvor allerdings beweist die Kapelle in knapp zweieinhalb Stunden ihre musikalische Vielseitigkeit. Zwei der gespielten Stücke, die Handwerker-Polka und der Zeller Marsch, stammen aus der Feder von Dirigent Rupert Hainz, selbst einer der Jubilare. Kräftigen Beifall bekommen vor allem die Solisten Florian Fagner junior am Flügelhorn, Sebastian Disl am Tenorhorn und Hansi Harrer junior an der Klarinette. Mit dem Rettungs-Jubel-Marsch von Johann Strauß Sohn, der an das missglückte Attentat auf den österreichischen Kaiser Franz Joseph I. 1853 erinnert, endet das Programm. Doch erst drei Zugaben später dürfen die Musikanten die Bühne verlassen, um den Erfolg ihres 30. Neujahrskonzerts zu feiern.

cw

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