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Aus Liebe zur Musik: Marianne Deißenböck engagiert sich seit 60 Jahren in der Pfarrei Dietramszell. 

„Der liebe Gott hätte mir keine schönere Aufgabe geben können.“

60 Jahre Kirchenmusikerin in Dietramszell: Marianne Deißenböck zieht sich zurück

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Die passionierte Organistin, Chorleiterin und Musiklehrerin Marianne Deißenböck verabschiedet sich an Mariä Lichtmess in der Dietramszeller Pfarrkirche. Ganz geht sie nach 60 Jahren Engagement aber nicht. 

Dietramszell In ländlichen Gegenden Bayerns kam dem Lichtmess-Tag am 2. Februar einst eine besondere Bedeutung zu: Mägde, Knechte und andere Bedienstete auf dem Hof konnten zu diesem Marien-Fest ihre Anstellung beim bäuerlichen Arbeitgeber kündigen und wurden daraufhin – meist sehr ungern – ehrenhaft entlassen. Dieser Brauch kam in den vergangenen Wochen der Dietramszellerin Marianne Deißenböck wiederholt in den Sinn. Denn auch sie beendet heuer zum „Schlenkeltag“ offiziell ihren Dienst in der Pfarrei Dietramszell. Der große Unterschied: Auf einem Bauernhof blieben die einstigen „Ehalten“ (Hilfskräfte) oft nur ein oder zwei Jahre. Marianne Deißenböck dagegen übte ihr Amt volle sechs Jahrzehnte lang aus. Und ganz aufgeben will und kann sie ihren Wirkungskreis auch jetzt noch nicht: Die passionierte Organistin, Chorleiterin und Musiklehrerin reduziert ihre Tätigkeit zwar deutlich, wird aber zumindest den von ihr gegründeten Kirchenchor von Hechenberg und Kirchbichl weiterführen.

„Die Liebe zur Musik begleitete mich mein ganzes Leben und erfüllte mich schon immer mit großer Freude“, sagt Marianne Deißenböck rückblickend. „Der liebe Gott hätte mir keine schönere Aufgabe geben können.“ Dies mag recht frühzeitig auch der Vater der gebürtigen Dietramszellerin erkannt haben, der – damals selbst Chorleiter – seine gerade 18-jährige Tochter ermutigte, im November 1958 erstmals zur Heiligen Messe in der Dietramszeller Pfarrkirche die Orgel zu spielen, wie es zuvor schon ihre ältere Schwester Hermine getan hatte. Von da an regierte der talentierte Backfisch die „Königin der Instrumente“ und übernahm fünf Jahre später auch die Leitung des damals von Josef Obermüller geführten Kirchenchores.

Diese neue Aufgabe fiel allerdings in die Zeit des 2. Vatikanischen Konzils mit einer Reihe gravierender Auswirkungen auf die Liturgie und deren musikalische Umsetzung. Den bis dahin hauptsächlich intonierten „lateinischen Messen“ trauert Deißenböck bis heute nach. Zwölf Jahre nach dessen Übernahme, im Jahr 1975, gab die passionierte Kirchenmusikerin ihr Amt als Chorleiterin an das engagierte neue Chormitglied Norbert Regul ab.

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Für diese Entlastung war Organistin Deißenböck zunächst durchaus dankbar. „Doch schon bald merkte ich, dass mir das chorische Wirken fehlt.“ Deshalb gründete sie in der Folge einen eigenen Dietramszeller Frauenchor und später den Hechenberger Kirchenchor, für die sie nach wie vor tätig bleiben will. Deutlich reduziert hat sie dagegen ihr Engagement als Musiklehrerin, dem zahlreiche Dietramszeller Kinder und Jugendliche ihre heutigen Fähigkeiten an Klavier, Blockflöte oder Hackbrett verdanken. Und wer nicht selbst vom Engagement und der stets spürbaren Begeisterung der Musikliebhaberin profitieren konnte, hat im Schrank vielleicht wenigstens eine der drei festlichen Weihnachts-CDs, die auf Initiative und unter Leitung Marianne Deißenböcks entstanden sind.

Nach 60 Dienstjahren, die sie selbst dankbar als „Geschenk Gottes“ ansieht, endet nun auf Deißenböcks eigenen Wunsch diese erfolgreiche Ära. Eine Ära, von der drei Generationen Kirchgänger, Chorsänger und Musikschüler sowie nicht weniger als sechs verschiedene Pfarrer profitieren durften – zumindest, was die ständige Gottesdienst-Begleitung anbelangt. Denn so ganz will die scheidende Jubilarin auf ihr geliebtes Hobby nicht verzichten und sich „ab und zu“ doch noch an die Orgel setzen – „nur nicht mehr regelmäßig“.

Verabschiedung am Sonntag

Eigentlich sollte die feierliche Verabschiedung von Marianne Deißenböck am Dreikönigssonntag, 6. Januar, stattfinden. Doch der heftige Wintereinbruch machte diesen Plan zunichte. Die Abschiedsfeier für die langjährige Kirchenmusikerin findet nun am Samstag, 2. Februar (Mariä Lichtmess), um 19 Uhr in der Dietramszeller Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt statt. Als letzte gemeinsame Festmesse wird die scheidende Organistin zusammen mit dem Dietramszeller Kirchenchor Karl Kempters berühmte Pastoralmesse in G zu Gehör bringen.

Max Bachmair

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