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Herzlichen Glückwunsch: Alle 20 Schüler des M-Zweigs der Montessori-Schule, die heuer zum Mittleren Schulabschluss angetreten waren, haben ihn bestanden.

Montessori-Schule Dietramszell

Der Mensch zählt, nicht die Note

Dietramszell - Wie schon in den vergangenen 15 Jahren haben auch heuer alle Schüler des M-Zugs der Dietramszeller Montessori-Schule ihre „Mittlere Reife“ bestanden. Bei der Abschlussfeier standen die Themen Kreativität und Persönlichkeitsbildung im Mittelpunkt.

„Es ist nicht wichtig, was auf dem Papier steht, sondern welcher Mensch wir hier geworden sind“, betonte Schülersprecherin Helena Kopetz am Freitag in ihrer Abschlussrede. Darauf könnten alle Absolventen der Dietramszeller Montessori-Schule stolz sein. Andrea Ehlers, Vorsitzende des Montessori-Trägervereins, erinnerte an die besondere Aufgabe der Schule: Nicht nur die rechte Gehirnhälfte, also der Intellekt, müsse gefördert werden, sondern vor allem die Persönlichkeit. An den Noten alleine ließe sich das nicht messen.

Über das „Papier“, das ihnen Rektor Dr. Michael Rettinger zum Abschluss ihrer Schulzeit überreichte, freuten sich die 27 Absolventen trotzdem. Alle 20 Schüler des M-Zweigs, die heuer zum Mittleren Schulabschluss angetreten waren, haben ihn bestanden. „Von ihnen haben 14, also 70 Prozent, in der Gesamtwertung ein ,gut‘ erhalten“, erklärte der Schulleiter stolz. Als „Spitzenabsolventen“ nannte er Fabian Hartmann und Nils Sternbeck, die sich beide über einen Notenschnitt von 1,66 freuten. Sieben Jugendlichen aus der neunten Jahrgangsstufe konnte Rettinger das Zeugnis des Mittelschulabschlusses aushändigen; vier davon hatten den Quali geschafft.

Einen Aspekt stellte Rettinger besonders heraus: „Ihr alle habt dieses Ziel erreicht ohne Notendruck und Angst. Jeder von euch ist der lebende Beweis dafür, dass unsere Vision wahr geworden ist: einfach anders zu lernen.“ Kreativität, sagte er, sei die Voraussetzung für ein gelingendes Leben. Diese Kreativität hätten die Jugendlichen nicht nur in zahlreichen Theater-, Kunst- und Musikprojekten bewiesen, sondern auch in „der kreativen Auslegung der Schulregeln und der Aussagen zum Unterrichtsende“. Nicht immer habe diese schöpferische Freiheit den Lehrern gefallen, gab der Rektor zu und erntete damit zahlreiche Lacher.

Bei der Zeugnisübergabe fanden Rettinger und die Klassenlehrerinnen Gabriele Maschke, Antonia Wimmer und Uli Schlüter für jeden Absolventen persönliche Worte: Sie lobten deren Engagement, würdigten individuelle Charakterstärken und gaben ihren Schützlingen zahlreiche gute Wünsche, aber auch ernste Mahnungen mit auf den Weg. Jeder erhielt eine Rose sowie einen kleinen Salz- und Pfefferstreuer „für die Würze im Leben“. Manch einer verdrückte bei den vielen Umarmungen eine Träne der Wehmut.

Noch mehr Geschenke hatten die Neuntklässler für ihre scheidenden Mitschüler vorbereitet: Für die Lerngruppen gab es ein Einmachglas mit einem Brief und kleinem Andenken oder ein handgeflochtenes Armband und ein Muffin. „Die Erinnerung bleibt“, darin waren sich Schüler, Eltern und Lehrer einig. Trotzdem ist der Tag der Abschlussfeier ein „Abschied von allem, was uns vertraut ist“, sagte Kopetz in ihrer Rede: „Aber jedes Ende ist auch ein Anfang.“ Ihr Vater, der Elternbeiratsvorsitzende Boris Kopetz, riet den Absolventen: „Macht euch auf und sucht die richtigen Fragen für euch – mit eurem Smartphone habt ihr alle Antworten ohnehin schon in der Tasche.“

Clara Wildenrath

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