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Im ehemaligen Verwaltungstrakt der Bonbonfabrik Wiedenbauer sollen Flüchtlinge eine Bleibe finden.

Neue Heimat in der Bonbonfabrik

Anwohnerprotest gegen Asylunterkunft in Baiernrain 

Dietramszell - Im Verwaltungstrakt der Firma Wiedenbauer in Baiernrain sollen Flüchtlinge unterkommen. In der Bevölkerung regt sich dagegen Widerstand.

Dietramszell – Bei der Versteigerung der so genannten Wiedenbauer-Flächen in Baiernrain hat die Detmolder Firmengruppe Liebhart den Zuschlag bekommen. Dadurch kann sie die bereits seit zwei Jahren in ihrem Besitz befindliche Bonbonfabrik Wiedenbauer weiter ausbauen. Das ließ die Gemeinde Dietramszell am Montag in einer Pressemitteilung verlautbaren.

Die Guatlfabrik soll bleiben

Somit sei sichergestellt, dass der Standort Baiernrain mit seiner langen und erfolgreichen „Guatlproduktion“ erhalten und ausgebaut wird: „Jetzt schon stellen dort wieder über 40 Arbeitskräfte und ein Lehrling feine Süßwaren in Bioqualität her“, heißt es in der Mitteilung.

Nicht von der Versteigerung betroffen war nach Auskunft der Kommune das alte Verwaltungsgebäude der Firma Wiedenbauer in Baiernrain. Hierfür hat der Dietramszeller Gemeinderat einen Antrag auf Zwangsverwaltung an die Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen gestellt. Dies sei Voraussetzung dafür, dass das Gebäude vermietet werden kann.

Die Gemeinde will Wohnraum für Asylbewerber schaffen

Ziel der Gemeinde ist es, dort Wohnraum für Asylbewerber zu schaffen – für „eine würdige und konfliktarme Unterbringung in unseren Dörfern“, wie Bürgermeisterin Leni Gröbmaier im Pressetext schreibt. Die Anwohner selbst stehen dem kritisch gegenüber. Sie sehen durchaus Konfliktpotenzial: „Wir haben Bedenken, dass 30 bis 50 Asylbewerber in einem Dorf mit 200 Einwohnern einfach zu viel sind“, erklärt Josef Hainz aus Baiernrain auf Nachfrage unserer Zeitung. Aus diesem Grund habe er einen Brief an Landrat Josef Niedermaier geschrieben, in dem er eine „vernünftige Begrenzung“ der Unterbringung in seinem Dorf forderte.

Bürger protestieren

Das Schreiben, das laut Hainz „genügend“ Baiernrainer unterschrieben haben – Details wollte er gestern nicht nennen –, hat der Dietramszeller Kreisrat Josef Eichner (Bayernpartei) dem Landrat in einer nichtöffentlichen Sitzung am Montag übergeben. Wie es danach weitergeht, weiß Hainz noch nicht. Von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus will sich der Initiator der Aktion jedoch ausdrücklich distanzieren: „Wir haben schon lange ausländische Mitbürger in Baiernrain, und es gab bisher noch nie ein Problem“ erklärt er. „Das soll auch so bleiben.“

cw

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