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Eine schwere Geburt: Die neugewählte Vorstandschaft des Gartenbauvereins Ascholding: Ulla Riedl, Veronika Hainz, Irmi Kranz, Christine März und Brigitte Hainz.

Schwierige Kandidatensuche

Gartenbauverein: Auflösung abgewendet

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Gute Nachrichten aus Ascholding: Der Gartenbau-und Verschönerungsverein bleibt bestehen. Auf der Jahresversammlung wurde eine neue Vorstandschaft gewählt. 

Ascholding – So geschwind sah man selten alle Arme hochschnellen, wie bei der Wahl der neuen Vorsitzenden Ulla Riedl in der Jahresversammlung des Gartenbau- und Verschönerungsvereins Ascholding am Freitagabend. Verständlich, hing doch das Damoklesschwert einer Vereinsauflösung mangels Vorstandschaft über dem Treffen. Genauso einstimmig wurde für Veronika Hainz als stellvertretende Vorsitzende, Irmi Kranz als Schriftführerin, Christine März als Schatzmeisterin und Brigitte Hainz als Beisitzerin votiert.

Zur Vorgeschichte: Wie berichtet war Angelika Hainz, die 18 Jahre in der Führungsspitze des Vereins tätig war, nicht mehr zur Wahl angetreten. Hainz war kürzlich nach Helfendorf bei Aying gezogen. In diesem Zusammenhang hatten auch die weiteren Vorstandsmitglieder aus persönlichen und beruflichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Da sich aber trotz intensiver Bemühungen im Vorfeld keine Kandidaten gefunden hatten, drohte dem überaus aktiven und regen Verein die Auflösung. „Wir brauchen jetzt neue Leute mit neuen Ideen, mit neuem Schwung“, hatte da Anna Spindler, die ehemalige Vize-Vorsitzende in ihrer Abschiedsrede erklärt.

Geschenke zum Abschied: Bürgermeisterin Leni Gröbmaier (re.) bedankte sich bei Angelika Hainz für ihr Engagement.

Dass die Kandidatensuche schwierig werden würde, hatte Hainz schon zu Beginn der Versammlung befürchte, da „trotz der Brisanz“ lediglich knapp 30 der aktuell insgesamt 109 Mitglieder zur Versammlung gekommen waren. „Die Alten sind heute da, die Jungen, die wir brauchen würden, weniger.“ Mit Engelszungen redeten die beiden Wahlleiter, Bürgermeisterin Leni Gröbmaier und Jürgen Gürtler, Vorsitzender des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine, auf die Mitglieder ein, um sie zu bewegen, sich für ein Amt zur Verfügung zu stellen. Nahezu jeden Einzelnen der Anwesenden versuchte da die Rathauschefin im persönlichen Gespräch zu überzeugen, ein Vorstandsamt anzunehmen. Nach über einer Stunde intensiven Bemühens zeichneten sich erste Erfolge ab.

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Schatzmeisterin Christine März erklärte sich bereit, eventuell weiterzumachen und auch zwei, drei andere, konnten sich einen Posten vorstellen. „Nachdem wir einige Willige gefunden haben, brauchen wir jetzt nur noch eine Lokomotive (Erste Vorsitzende), die das Ganze zieht“, sagte die Bürgermeisterin. Nur unter weiteren Zugeständnissen erklärte sich schließlich Ulla Riedl bereit, den Chefposten zu übernehmen. Statt wie vorgesehen für vier Jahre wurde die Vereinsführung diesmal lediglich für zwei Jahre gewählt. Den Kandidatinnen wurde zugestanden, anfangs lediglich mit stark eingeschränktem Programm die Vereinsarbeit betreiben zu können. Zudem erklärte Gröbmaier, dass die bisherige Pflege des Kinderspielplatzes am Kirchplatz auch vom gemeindlichen Bauhof übernommen werden könne. „Es geht mir nur darum, dass ihr den Verein am Leben erhaltet. Wie, das ist dann Eure Sache, da seid Ihr vollkommen frei in Euren Entscheidungen.“ Auch Gürtler betonte: „Ihr habt einen super Verein, der in Ascholding wirklich etwas bewegt hat. Rauft Euch zusammen. Kocht erst einmal auf kleiner Flamme. Nur lasst den Verein nicht sterben.“

Letztlich wurde der neuen Vorstandschaft noch ein Wunsch ans Herz gelegt: Eine Satzungsänderung sei unabdingbar. Bislang würde nämlich das Vereinsvermögen bei einer Auflösung an den Vogelschutzbund oder die Welthungerhilfe gehen. „Das geht gar nicht. Das Geld müsste dann auf jeden Fall in Ascholding bleiben.“ Um dies in die Wege zu leiten, dafür hat die neu gewählte Vorstandschaft jetzt zwei Jahre Zeit.

esc


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