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Gut gefüllt war am Mittwochabend der Saal des Ascholdinger Holzwirts. An die 180 Bürger wollten Näheres über den neuen, großen Edeka an der Staatsstraße 2072 erfahren. Die meisten waren von dem Projekt angetan. 

Geplanter Edeka

Ascholding: Viel Zuspruch für den neuen Nahversorger

Dietramszell - In Ascholding soll gegenüber dem neuen Gewerbegebiet ein großer Vollsortimenter entstehen. Bei einer Infoveranstaltung der Gemeinde zeigte sich: Die Mehrheit der Bürger befürwortet das Projekt.

„Eine super Sache“ und „eine Bereicherung für den Ort“: So und ähnlich lauteten die Urteile vieler Ascholdinger über den neuen Supermarkt an der Staatsstraße nach Egling. Das Interesse der Dorfbewohner an dem Projekt war groß: Rund 180 Bürger kamen am Mittwochabend zur Infoveranstaltung im Gasthof Holzwirt. Kaspar März-Kastenmüller, seit 30 Jahren Betreiber eines kleinen Edeka-Markts im Ortszentrum, und Architekt Michael Iking stellten dort ihre Pläne vor (siehe Kasten).

„Wir müssen an unsere Zukunft denken“, appellierte Anrainer Florian Sobotta an die wenigen Zweifler im Saal: „Spätestens in vier Jahren haben wir sonst keine Einkaufsmöglichkeit mehr in Ascholding.“ Wie März-Kastenmüller bestätigte, ist der jetzige Laden nicht rentabel. Bis spätestens 2020 müssten sämtliche Kühlsysteme ausgetauscht werden. Diese Investition will er nicht mehr tätigen. Auf große Zustimmung stieß sein Vorschlag, in einem kleineren Nebengebäude eine Kindertagesstätte und eine Apotheke unterzubringen. Auch seine Ankündigung, der Gemeinde eventuell einen Teil seines Grundstücks für den Bau eines Feuerwehrhauses zur Verfügung zu stellen, bekam viel Applaus.

Geschäft soll „für jeden fußläufig erreichbar“ sein

Als einer der wenigen Gegner eines „überdimensionalen Vollsortimenters“, der 65 auf 27 Meter messen soll, präsentierte sich Johann Schlickenrieder. Schon im Vorfeld der Veranstaltung hatte er in einem an der Kirche ausgehängten Brief angeprangert, dass nach dem Gewerbegebiet nun noch einmal eine Wiese in unmittelbarer Nähe verbaut werden soll. „Wir sind bis jetzt auch prima nahversorgt“, meinte er. Besser hätte der Nachbar des geplanten Baugrundstücks einen Einkaufsmarkt im Gewerbegebiet gegenüber gefunden.

Bürgermeisterin Leni Gröbmaier entgegnete: „Wir wollten ein Geschäft, das für jeden fußläufig erreichbar ist und keins auf der anderen Seite der Staatsstraße.“ Auch der 82-jährige Ascholdinger Josef Mayer rief: „Wir alten Leute brauchen das einfach.“

Bauprojekt soll Ort nicht kaputtmachen

Wenig begeistert von dem Vorhaben zeigten sich indes die beiden Ascholdinger Gemeinderäte. Josef Hauser (FW) forderte: „Zumindest muss sich das Bauprojekt so einfügen, dass es den Ort nicht kaputtmacht.“ Christa Poschenrieder (BLD) warnte vor der „wahnsinnigen Versiegelung von Flächen“ und zweifelte am Bedarf nach einem so großen Supermarkt für den kleinen Ort. Buh-Rufe und Pfiffe aus dem Publikum zeigten: Die Mehrheit der Bürger sah das anders.

Viel Beifall erhielt dagegen Anrainer Hansi Makrutzki. Er lobte die von Architekt Iking vorgestellte Zufahrtsvariante über einen Kreisverkehr auf der Staatsstraße: Fahrgeschwindigkeit und Lärmbelastung würden dadurch erheblich reduziert. Bedenken einer anderen Nachbarin, dass das Gebäude und die Parkplätze nachts beleuchtet sein würden, konnte März-Kastenmüller zerstreuen: „Um halb neun geht das Licht aus.“

Der neue Supermarkt würde das Ortsbild verändern – darüber waren sich die Besucher der Infoveranstaltung einig. Die meisten sahen das jedoch positiv: „Es wird ohnehin nicht so bleiben, wie es ist“, sagte Christiane Bäumler: „Aber wir können die Veränderung mitgestalten.“

Clara Wildenrath

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