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Derzeit kein Schwimmbetrieb: Die jüngste Untersuchung hat ergeben, dass die vier Säulen, die im Ascholdinger Hallenbad die Galerie tragen (im Bild rechts), von Rost befallen sind. Daraufhin hat Bürgermeisterin Leni Gröbmaier das Bad geschlossen. Ob es wieder öffnet, ist nicht gewiss. 

Ascholdinger Hallenbad

Wegen Einsturzgefahr geschlossen

Dietramszell - Seit Jahren droht dem Ascholdinger Hallenbad wegen seiner Baufälligkeit die endgültige Schließung. Ist es jetzt so weit? Fest steht: Vergangenen Donnerstag wurde der Badebetrieb überraschend bis auf Weiteres eingestellt. Der Grund: Einsturzgefahr.

Kurz vor Weihnachten hat Bürgermeisterin Leni Gröbmaier eine Überprüfung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: An den vier Säulen, die die Galerie mit den Umkleidekabinen tragen, befindet sich Rost. „Die Stützsäulen sind wegen der korrodierten Stellen möglicherweise einsturzgefährdet“, erklärt die Rathauschefin auf Nachfrage unserer Zeitung. Statiker Hans Raßhofer aus Dietramszell habe deshalb zur sofortigen Schließung des Bads geraten. Diesem Rat kam Gröbmaier nach – und ließ über die Presse verbreiten, dass das Bad wegen Reparaturarbeiten bis auf Weiteres geschlossen ist. Sobald sich Änderungen ergäben, würden die Bürger informiert.

Ob das Bad überhaupt wieder öffnet, ist unklar. Gröbmaier hatte zuletzt immer wieder betont, dass die Gemeinde Reparaturkosten im fünfstelligen Bereich oder höher definitiv nicht schultern werde. Seien höhere Investitionen notwendig, werde das knapp 45 Jahre alte, in weiten Bereichen sanierungsbedürftige Bad nicht mehr repariert, sondern zugesperrt. Und zwar für immer. Derzeit holt Bauamtsleiter Hubert Walser Kostenangebote für einen Ersatz der vier Säulen ein. Liegen diese vor, wird der Gemeinderat über die Zukunft des Hallenbads entscheiden.

Die endgültige Schließung würde nicht nur die rund 16 000 Badegäste jährlich im öffentlichen Betrieb treffen. Auch die Schulen aus Dietramszell und Egling, die Gymnasien Icking und Schäftlarn, die Wasserwacht und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Volkshochschule und mehrere Sportvereine nutzten das Ascholdinger Bad regelmäßig. „Wir waren sehr überrascht“, sagt Marianne Leubner, Rektorin der Dietramszeller Grund- und Mittelschule, zur Schließung. Jetzt habe die Schule ein Problem, den Sportunterricht abzudecken. Dafür wurden bislang die Turnhallen in Dietramszell und Ascholding sowie die Schwimmhalle genutzt. Ihr Wegfall sei räumlich nicht zu kompensieren. Im Moment könne man zwar stattdessen mit den Kindern zum Schlittenfahren und Eislaufen gehen, sagt Leubner: „Eine Dauerlösung ist das aber nicht.“

Auch bei der Wasserwacht Wolfratshausen herrscht Pessimismus. „Jetzt stehen wir da“, sagt Ingo Roeske, stellvertretender Technischer Leiter der Wasserwacht Wolfratshausen. Mit der Schließung beider maroden Bäder sei genau der Fall eingetreten, den die Wasserwacht immer prophezeit habe. Roeske schaut skeptisch in die Zukunft. „Wenn das Ascholdinger Bad dauerhaft ausfällt, wird es extrem schwierig für uns Rettungskräfte.“

In Optimismus übt sich hingegen Bernhard Link, Chef der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Wolfrathausen-Schäftlarn. Der DLRG-Ortsverband mit seinen 360 Mitgliedern gehört zu den eifrigsten Nutzern des Ascholdinger Bads. Sechs Mal pro Woche haben Link und seine Leute dort Wasserzeiten gebucht, sei es für Anfänger, Rettungsschwimmer, die Jugend oder den Breitensport. Link hält die Säulen für ein „lösbares Problem“. Man könne die korrodierten Stützen ummanteln oder, je nach Bedarf, auch neue Säulen errichten. „Wir haben schon oft angepackt und mitgeholfen, das Bad in Schuss zu halten.“

Sollte es jedoch tatsächlich zu einer endgültigen Schließung kommen, sieht Link schwarz. Die Bäder in der Umgebung sind ausgebucht, auch in München stehen keine Bahnen zur Verfügung. „Als zur Debatte stand, Asylbewerber im Ascholdinger Hallenbad unterzubringen, haben wir uns umgehört, ob wir anderswo unterkommen können“, erzählt Link. Ergebnis: „Null, keine Chance.“ Deshalb hofft er, dass das Bad in ein paar Wochen wieder aufmacht.

cw

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