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Maßarbeit im Grünen: Insgesamt 1600 Meter sind die Gänge des Ascholdinger Maislabyrinths lang.

neue Freizeitattraktion   

Auf Irrwegen durchs Maisfeld

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Der Landkreis ist um eine Freizeitattraktion reicher: Am Wochenende eröffnet das Ascholdinger Maislabyrinth – ein Familienprojekt zweier Tattenkofener.

Dietramszell – Zum Glück spielt das Wetter jetzt mit. „Anfangs hatten wir ein bisschen Angst, dass der Mais nicht schnell genug wächst“, sagt Anne Spindler. Schuld war die lange Trockenheit. Doch inzwischen haben die sattgrünen Halme die Zwei-Meter-Grenze überschritten – eine wichtige Voraussetzung für das erste Maislabyrinth im Landkreis in Ascholding.

Dort, wo sie nicht sprießen sollten, erwiesen sich die Maispflanzen allerdings als sehr wuchskräftig: in den insgesamt 1600 Meter langen Gängen des Irrgartens. Zwei Wochen, nachdem Anne und Andreas Spindler sie ausgemäht hatten, standen sie schon wieder einen halben Meter hoch. „Ein Anfängerfehler“, gibt die 32-Jährige zu: „Wir hätten früher anfangen und regelmäßig nachmähen sollen.“ So musste sie die Sprösslinge „in Fleißarbeit“ wieder ausreißen.

Viele Abend- und Nachtschichten geschoben

Auf die Idee, ein Maislabyrinth anzulegen, kam die Bauingenieurin durch einen Bekannten, der vor 16 Jahren eine ähnliche Anlage in Blindham bei Aying leitete. In der Zwischenzeit bekam sie drei Kinder und baute mit ihrem Mann einen Aktivhof für Kamerunschafe an der Weihermühle auf – neben ihrer Arbeit in einem Ingenieurbüro. „In den letzten zweieinhalb Monaten haben wir viele Abend- und Nachtschichten geschoben“, meint sie mit einem Lächeln. Ihr Mann baute eigenhändig zwei Kassenhäuschen aus Holz, zusammen haben sie sich Aufgaben für die sechs Rätselstationen überlegt und unzählige Ideen entwickelt, wie sie die Zeit im Maisfeld für Kinder und Erwachsene zu einer „Wahnsinnsgaudi“ werden lassen können. Auf der Spiel- und Brotzeitwiese entlang des Maisfelds stehen acht Go-Karts und ein großes Trampolin bereit. Ein Sandhaufen mit „Edelsteinen“ soll kleine Schatzsucher anlocken, ein Strohberg zum Klettern und Toben einladen. „Wir wollen die Freude an einfachen Spielen wieder aufleben lassen und Bewegung und Motorik fördern“, sagt Anne Spindler.

Zusatz-Attraktion: Betreiber Andreas Spindler hat zum Vergnügen der Besucher acht Go-Karts angeschafft.

Als Motto für 2017 wählte sie das Thema „Gesellschaftsspiele“, das sich an allen Ecken wiederfindet. Für kleine Kinder hat sie ein eigenes Mini-Labyrinth mit vier Stempelstationen entworfen, das in etwa einer halben Stunde bewältigt werden kann. „Auf die Idee hat mich eine Studienkollegin gebracht, deren Kinder in den großen Irrgärten immer irgendwann quengelig wurden“, erzählt sie. In ein kleines Gehege am Rande des gepachteten Felds sollen außerdem noch einige Kamerunschafe einziehen, sie sich auf Futterspenden aus dem Automaten und Streicheleinheiten freuen. An einigen Tagen gibt es Zusatzattraktionen wie Maisfeldrallyes, ein Nachtlabyrinth oder – gleich am Eröffnungswochenende – der Bau eines Hüttendorfs.

Der Mais geht hinterher an Milchkühe

Mit bis zu 300 Besuchern rechnen die Spindlers an Schönwetter-Tagen, wenn es gut läuft. 100 Parkplätze haben sie bereits angelegt, die sich „bei Bedarf erweitern lassen“. Ein überdimensionales gelb-grünes Maismännchen aus Strohballen weist auf die Abzweigung an der Staatsstraße zwischen Tattenkofen und Ascholding hin. Die benachbarten Landwirte finden die Attraktion am Ortsrand „cool“, sagt Anne Spindler. Natürlich dürfe aber ihre Arbeit nicht beeinträchtigt werden. Einige beteiligen sich auch am Spindler’schen Familienprojekt, backen Kuchen für den Verlauf am Kiosk oder helfen als mobile Einsatzkräfte mit. Außerdem haben alle Tattenkofener Saisonfreikarten bekommen.

Das Wohlwollen der Nachbarn zu erhalten, ist den Spindlers wichtig. Schließlich rechnen sich die Anfangsinvestitionen und der hohe Arbeitsaufwand nur, wenn sie das Maislabyrinth einige Jahre weiterführen können. „Voraussetzung ist aber, dass sich die Besucher anständig benehmen“, betont Anne Spindler. Denn der Mais solle hinterher an Milchkühe verfüttert werden – deshalb dürften auf keinen Fall Glas- oder Metallabfälle im Feld landen. Auch bei der Zufahrt und der Parkplatzsuche hofft sie auf die Disziplin der Gäste, um ihren „Sommergutelaunehit“ im Landkreis lange zu erhalten.

Labyrinth im Maisfeld

Das Maisfeld ist von diesen Samstag, 15. Juli, bis Sonntag, 10. September, täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,50 Euro pro Person für alle ab drei Jahren (Sonderkonditionen für Familien und Gruppen ab 20 Personen). Immer dienstags dürfen auch Hunde mitgebracht werden.

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