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Löschen im Morgengrauen: Der Dachstuhl eines Wohn- und Geschäftshaus an der Geltinger Straße in Wolfratshausen war am Mittwochmorgen in Brand geraten. Das Feuer hielt 60 Rettungskräfte auf Trab. 

Ermittlungsgruppe „Isar“ der Polizei meldet Fahndungserfolg

Feuerteufel im Landkreis: Münchner (47) festgenommen

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Im Landkreis hat es innerhalb von zwei Tagen vier Mal gebrannt. Der Schaden dürfte in die Millionenhöhe gehen. Jetzt wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.

Update vom 7. Mai:

Nach den Bränden hat die Ermittlungsgruppe „Isar“ der Polizei einen 47-jährigen Mann aus dem Landkreis München festgenommen. Beamte konnten ihn in enger Zusammenarbeit mit Kräften des Polizeipräsidiums München am Donnerstagmorgen in seiner Wohnung festnehmen, berichtet Pressesprecherin Carolin Hohensinn vom Polizeipräsidium Oberbayern-Süd.

Der bereits mehrfach wegen anderer Delikte polizeilich in Erscheinung getretene Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der 47-jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.Die Ermittlungen zur Klärung der Brandfälle laufen weiterhin auf Hochtouren, so Hohensinn.

Am Mittwoch ereignete sich auch noch ein Brand an einer Waldhütte in Oberhaching. Anwohner hatten kurz vor Mitternacht einen Feuerschein bemerkt. Die Einsatzkräfte fanden eine lichterloh brennende Hütte mit angebauter Feldscheune vor. Der Schaden dürfte im hohen fünfstelligen Bereich liegen. Eine vorsätzliche Brandlegung erscheint auch wahrscheinlich, so die Polizei.

Ursprüngliche Meldung vom 6. Mai:

An diesem Mittwoch gegen 5 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Brand im Außenbereich eines Wohn- und Geschäftshauses an der Geltinger Straße in Wolfratshausen gerufen. „Noch während der Anfahrt erreichte die Leitstelle ein weiterer Anruf, dass das Feuer bereits auf den Dachstuhl übergreift“, teilt Stefan Kießkalt, Sprecher der Kreisbrandinspektion, mit. Daraufhin sei die Alarmstufe erhöht worden. Zusätzlich wurden die Feuerwehren Gelting, Weidach und Geretsried alarmiert. „Die Einsatzkräfte der Feuerwehr leiteten sofort einen gezielten Löschangriff mit mehreren Rohren ein“, erklärt der Pressesprecher. Nach etwa 40 Minuten war das Feuer unter Kontrolle. Zu Nachlöscharbeiten musste das Dach über zwei Drehleitern geöffnet werden, um auch die restlichen Glutnester abzulöschen.

Die Ermittlungen übernahm die Kriminalpolizei. Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer im Bereich zweier Mülltonnen aus, die abgesetzt vom Haus standen. „Die Schadenshöhe dürfte im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen“, so die zuständige Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Carolin Hohensinn.

Kurze Zeit später brannte es auch in Egling. Gegen 6.30 Uhr fingen eine Sitzbank und ein Batteriecontainer auf einem Betriebsgelände am Gewerbering Feuer. „Der Grundstückseigentümer bemerkte das Feuer und konnte dieses selbst rasch ablöschen.“ Die Schadenshöhe war am Mittwochnachmittag noch nicht bekannt.

Bereits am Montagmorgen mussten die Einsatzkräfte zu einem Großbrand nach Reichersbeuern ausrücken. Dort wurden wie berichtet ein Biomasse-Kraftwerk und zwei Lagerhallen für Hackschnitzel zerstört. Die Schadenshöhe dürfte dort ebenfalls in die Millionenhöhe gehen. Am späten Montagabend brach ein Feuer in Dietramszell aus. In Spöttberg geriet ein Hackschnitzellager in Brand. Der Schaden beläuft sich auf etwa 5000 Euro.

„Glücklicherweise wurde bei keinem der Brände jemand verletzt“, bilanziert Pressesprecherin Hohensinn. Auf Grund des engen zeitlichen und örtlichen Zusammenhangs sei in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft München II bei der Kriminalpolizei Weilheim die Ermittlungsgruppe „Isar“ gegründet worden.

Nach aktuellem Ermittlungsstand schließt die Kripo eine vorsätzliche Brandlegung nicht aus. Hohensinn: „Die Ermittlungen der Brandfahnder laufen derzeit auf Hochtouren und in alle Richtungen.“  

nej

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Als die Einsatzkräfte an dem Anwesen in Peretshofen bei Dietramszell eingetroffen waren, stand das Haus bereits in Flammen.

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