+
Genießt die Herbstsonne in ihrem Garten: die Vorsitzende des Dietramszell er Gartenbauvereins Susanne Iglhaut.  

Wie bereitet man seine Pflanzen am besten auf den Winter vor?

Obstbäume jetzt schneiden

  • schließen

Auch wenn es bei rekordverdächtigen Temperaturen von über 20 Grad schwerfällt. Gartler sollten jetzt an den Winter denken. Drei Experten von Gartenbauvereinen geben Tipps, auf was man besonders achten sollte: Petra Dollrieß (Vorsitzende Gartenbauverein Walchensee), Rudolf Böck (Beisitzer Gartenbauverein Wolfratshausen) und Susanne Iglhaut (Vorsitzende Gartenbauverein Dietramszell).

Feldsalat

Dollrieß: Bei mir ist der Feldsalat nie was geworden, wenn ich ihn im Frühjahr ausgesät habe. Besser ist es, wenn man ihn im Herbst sät. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht liegt es auch an dem Boden bei uns im Garten.

Böck: Ich habe den Feldsalat im August gesät und im September im ungeheizten Gewächshaus eingesetzt. Dort übersteht der Salat den Winter, wenn man ihn mit einem lichtdurchlässigen Vlies zudeckt. Ab Weihnachten kann ich laufend Feldsalat ernten, wenn es nicht zu kalt ist. Die Saison geht bis in den März hinein. Dann kommt die neue Kultur. Wenn es draußen wärmer wird, mache ich im Freiland weiter. Es ist eine feine Sache, wenn man eigene zusätzliche Vitamine hat.

Obstbäume

Dollrieß: Ich finde, dass man die Obstbäume besser im Herbst einpflanzen sollte. Container-Bäume wachsen nach meiner Beobachtung besser als wurzelnackte Bäume, zumindest bei uns am Walchensee. Heuer haben wir es mit einem wuzelnackten Berleis-Apfelbaum probiert. Die Sorte ist eigentlich sehr robust, auch in Höhenlagen. Aber der ist bei uns nicht gewachsen. Warum das so ist, hat mir auch bei der Baumschule keiner sagen können.

Böck:Man sollte im Oktober und November mit dem Obstbaumschnitt anfangen. Natürlich gibt es auch den Grünschnitt, aber für die Pflanzen ist es besser, wenn die Blätter schon runtergefallen sind. Früher hat man die Bäume nur an frostfreien Tagen im Januar und Februar geschnitten, aber die Lehrmeinung hat sich inzwischen geändert.

Sträucher

Iglhaut:Die großen Sträucher kann man im Herbst super teilen, versetzen und schneiden. Wenn man sie schneidet, werden sie vom Schnee nicht so zerdrückt.

Dollrieß:Brombeersträucher müssen jetzt geschnitten werden. Ich weiß nicht, ob man das in anderen Orten auch so spät macht wie in Walchensee. Im Flachland, also in Kochel und Benediktbeuern, läuft das wohl alles früher ab. Wenn man Himbeer-Stäucher jetzt schneidet, ist man fast schon zu spät dran. Wenn die Himbeeren abgetragen haben, muss man die alten, tragenden Triebe sofort abschneiden, damit die neuen Platz haben. Sie werden zusammengebunden, damit sie schön ranken können.

Laub

Böck: Das Laub lasse ich liegen – es heißt, das ist für das Kleingetier besser. Früher hat man große Laubhaufen gemacht in der Meinung, dass der Igel einzieht. Das habe ich auch immer gemacht. Aber ich habe noch nie einen Igel gesehen, der da eingezogen ist.

Dahlien

Dollrieß: Ehe es einen richtigen Frost gibt, müssen die Dahlien aus der Erde raus und winterfest gemacht werden. Sie müssen in einem frostfreien Raum überwintert werden.

Böck: Ich nehme meine Dahlien aus den Beeten raus, lasse sie gut abtrocknen und lagere sie frostfrei für das nächste Jahr.

Rosen

Iglhaut: Wenn es ganz kalt wird, muss man die Rosen mit Laub oder Erde anhäufeln. Auf diese Weise wird die Veredelungsstelle vor dem Frost geschützt.

Tulpen und Narzissen

Dollrieß: Tulpen und Narzissen sollten vor dem ersten Schnee in den Boden rein. Ich pflanze aber keine Blumenzwiebeln mehr ein, weil wir in Walchensee ziemlich schnell vom Winter in den Sommer reingehen. Ich habe nur einen Narzissen-Busch. Den schneit es jedes Jahr wieder ein, und es biegt ihn auseinander. Heuer habe ich gedacht, dass es die Narzissen das erste Mal nicht umbiegt. Und batsch: Schon kam Ende April der Schnee. Hochbinden will ich die Narzissen nicht. So was muss die Natur einfach aushalten. Frühjahrs-Bepflanzung habe ich nur in einen Blumenkasten am Fenster.

Böck:Blumenzwiebeln sind die Baustelle meiner Frau (lacht). Tulpen und Osterglocken sollte man jetzt in die vorbereiteten Beete setzen. Spätestens Mitte Oktober sollten die Blumenzwiebeln drin sein.

Kompost

Böck:Im Herbst sollte man den frischen Kompost umschichten, sodass er sich bis zum Frühjahr weiterentwickelt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tüchtig und lebenslustig bis zum Schluss
Ein Leben voller Höhen und Tiefen ist zu Ende gegangen. Im gesegneten Alter von 94 Jahren starb am 10. Januar Jaromir Frühwirt.
Tüchtig und lebenslustig bis zum Schluss
Arm, aber herzlich
Lisa Napiletzki aus Dietramszell arbeitete 16 Monate in Bolivien und verliebte sich in das Land und seine Menschen.
Arm, aber herzlich
Katz-und-Maus-Spiel
Ein 65-jähriger Autofahrer aus München entzieht sich auf dem Autobahnzubringer einer Polizeikontrolle. Und liefert an deren Ende in Fürstenried eine verblüffende …
Katz-und-Maus-Spiel
Die Verzahnungsrunde als Lernprozess
Die Geretsrieder River Rats starten mit einem Heimspiel gegen den TSV Peißenberg.  Coach Ludwig Andrä fordert von seiner Mannschaft absolute Laufbereitschaft und ein …
Die Verzahnungsrunde als Lernprozess

Kommentare