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Vor opulenter Kulisse des barocken Altars der Dietramszeller Klosterkirche gaben das Ensemble um Dr. Hans Paul Ottmann ein Konzert. 

Frühlingskonzert des Kulturvereins Dietramszell

Barockmusik gegen den Holzwurm

Der Sanierung der Kirche St. Martin diente das Frühlingskonzert, das der Kulturverein Dietramszell kürzlich veranstaltete. Es wurde Bach geboten, die Hörer waren hingerissen.

Dietramszell – Die Tür zur Kirche St. Martin im Anbau stand offen, damit jeder Besucher einen Eindruck bekommen konnte, worum es geht: Das Frühlingskonzert mit dem Ensemble um den Violoncellisten Dr. Hans Paul Ottmann, zu dem der Kulturverein Dietramszell am Sonntag in die Dietramszeller Klosterkirche geladen hatte, ging zugunsten der Sanierung. Die 1721 ausgestattete Martinskirche mit dem wertvollen Deckenfresko von Johann Baptist Zimmermann ist in einem desolaten Zustand. In den Kirchenbänken tobt der Holzwurm.

Auch wenn sich das Gotteshaus zum Konzert am Muttertagsonntag nur halb füllte, war es ein barocker Hochgenuss, den die Musiker um den Cellisten Ottmann, Peter Clemente (Violine), Janine Schöllhorn (Querflöte), Philipp Stubenrauch (Kontrabass) und Nicole Heartseeker (Cembalo) boten. Besonders das Cembalo mit seinem filigran-seidigen Klang brachte diese typische Lieblichkeit der Barockmusik in die Klosterkirche. Das Kammermusik-Ensemble hat die Musik der Vergangenheit wieder lebendig werden lassen.

Bachs Sonaten bannen die Hörer

Als „eine musikalische Sternstunde“ wurde das Konzert aus vier Trio Sonaten von Johann Sebastian Bach angekündigt. Ottmans Ensemble hat diese kontrapunktische Musik Bachs eindrucksvoll präsentiert. Trio Sonate gehört zu den wichtigsten Stilen der Kammermusik in der Barockzeit von 1600 bis 1750. Es ist eine Musik, die fürs Volk gemacht wurde. Charakteristisch kennzeichnet die Trio Sonate zwei gleichwertige Melodiestimmen und tiefen Kontrabass als Klangbasis.

Subtil und dezent legte Janine Schöllhorn den Klang der Querflöte über die Seitenmusik und das Cembalo. Vor der opulenten Kulisse des barocken Altars der Dietramszeller Klosterkirche wurde einem ein wenig ehrfürchtig ums Herz. Mit der Trio Sonate in C BWV 1037 eröffnete Ottmanns Ensemble das Konzert mit einer fröhlichen Leichtigkeit im Klang.

Markant und moderat wurde die Musik im dritten Satz der zweiten Trio Sonate mit der Verzeichnisnummer BWV1039. Da wiederholte sich das gleiche Thema mit einer beruhigenden Wirkung. Am Ende des Konzerts gab es noch ein Highlight aus Bachs Musik: Die „Trio Sonate aus dem musikalischen Opfer“ (BWV 1079). Dieses Werk schrieb er kurz vor seinem Tod auf Wunsch des preußischen Königs Friedrich II. Und damit bekam das Frühlingskonzert ein königliches End.Andrea Weber

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