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Auf der Baustelle Am Kreuzfeld ist es ruhig geworden.

Am Kreuzfeld ist es ruhig geworden

Bauarbeiten für Pflege-WG in Dietramszell ruhen - Bauherr erklärt Gründe

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Die Bauarbeiten für die Pflege-Wohngemeinschaft Am Kreuzfeld in Dietramszell sind eingestellt. „Vorübergehend“, betont Inge Schmidt-Winkler, Vorstandsmitglied der Maro-Genossenschaft in Ohlstadt.

Dietramszell/Ohlstadt – Der gelbe Kran am Rand der Baugrube dreht sich nicht mehr, weit und breit ist kein Arbeiter zu sehen. Das Projekt Pflege-Wohngemeinschaft ist wie berichtet in Stocken geraten. Anwohner klagen gegen den im April vom Tölzer Landratsamt genehmigten Bauantrag, seit Ende August liegt beim Münchner Verwaltungsgericht zudem ein Eilantrag: Bevor über die Klage gegen den Bauantrag nicht entschieden ist, sollen die Arbeiten Am Kreuzfeld nicht weitergeführt werden. Eine Entscheidung des Gerichts steht allerdings in beiden Fällen noch aus. Ergo habe der Bauherr, die Maro-Genossenschaft in Ohlstadt im Nachbarlandkreis Garmisch-Partenkirchen, weiterhin das uneingeschränkte Baurecht, sagt Oliver Kellermann, Abteilungsleiter des Kreisbauamts in Bad Tölz.

„Arbeiten sind nur vorübergehend eingestellt“

Warum also dreht sich Am Kreuzfeld kein Rad mehr? „Zunächst einmal: Wir haben die Arbeiten nur vorübergehend eingestellt“, betont Maro-Vorstandsmitglied Inge Schmidt-Winkler in einem Telefongespräch mit unserer Zeitung. De jure, so die Diplom-Wirtschaftsingenieurin, „dürften wir weiterbauen“. Doch in einem mehrstündigen Gespräch am vergangenen Mittwoch, an dem unter anderem Dietramszells Bürgermeisterin Leni Gröbmaier, Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, des Landratsamtes sowie die klagenden Anwohner und deren Rechtsanwalt teilnahmen, sei der Entschluss gereift, „die Problemlösung in den Vordergrund zu stellen“, sagt Schmidt-Winkler. Denn: „Die Anwohner, deren Haus topografisch in einer sehr ungünstigen Lage steht, hatten schon in der Vergangenheit ein Wasserproblem.“ 

Inge Schmidt-Winkler Vorstandsmitglied der Maro-Genossenschaft in Ohlstadt, Bauherr der Pflege-Wohngemeinschaft Am Kreuzfeldin Dietramszell. 

Eine Kausalität mit dem Neubauprojekt sei nicht belegt, aber: „Würden Sie sich freuen, wenn bei jedem Starkregen ihr Keller voll Wasser läuft?“ Die Genossenschaft sei bereit, das Übel an der Wurzel zu packen, „das wasserrechtliche Thema muss ein für alle Mal geklärt werden“. Das heißt: „Wir werden nun weitere Gutachten in Auftrag geben, deren Ergebnisse abwarten und schauen, ob es Handlungsbedarf für uns gibt.“ Die Maro lege Wert auf ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis – „wir gehen hier nicht mit der Brechstange vor“, beteuert das Vorstandsmitglied. „Deswegen sind wir mit dem vorübergehenden Baustopp proaktiv tätig geworden.“

Die Situation „ist keine Streitfrage für Richter“

Sollte eine technische Lösung für das Entwässerungsproblem gefunden werden, „werden wir mit den Klägern zusammenarbeiten“, kündigt Schmidt-Winkler an. „Eventuell hilft eine Drainage – dann werden wir eine Drainage bauen.“

Den Ortstermin am Mittwoch bezeichnet Schmidt-Winkler rückblickend als „äußerst konstruktiv“. Sie steht auf dem Standpunkt, dass das Verwaltungsgericht Wichtigeres zu tun habe, als über hydrologisch-geographische Probleme zu brüten. Die Situation Am Kreuzfeld in Dietramzell „ist keine Streitfrage für Richter“, stellt die Maro-Vertreterin fest.

Es klingt komisch, aber nun hofft Schmidt-Winkler auf Starkregen: „Dann kann man vor Ort sehen und dokumentieren, welches Problem die Anwohner haben“ – der erste Schritt auf dem Weg zu dessen Lösung.

Wie lange die Arbeiten für den Bau der zwei geplanten Pflege- und Demenz-Wohngemeinschaften ruhen, kann Schmidt-Winkler nicht prognostizieren. Das Ende des Projektes bedeute der Baustopp aber definitiv nicht.

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