Bäume vor einer Kirche
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Streitpunkt: Die drei Linden vor der Dietramszeller Klosterkirche sollen gefällt werden. Dagegen regt sich Widerstand.

Initiative sammelt 160 Unterschriften

Bürger kontra Gemeinderat: Linden vor Klosterkirche sollen stehen bleiben

Die mächtigen Linden vor der Klosterkirche in Dietramszell sollen gefällt werden. Gegen diese Entscheidung des Gemeinderats regt sich Widerstand.

Dietramszell – Von ihrer Eisdiele aus blickt Stephanie Laus jeden Tag auf die drei mächtigen Linden vor der Kirche. Dass die im Zuge der Neugestaltung des Klostervorplatzes durch Neupflanzungen ersetzt werden sollen, gefällt ihr nicht. Im Gemeinderat wurde seit Jahren immer wieder über die Zukunft der Bäume diskutiert; Anfang Juni hatte sich das Gremium wie berichtet mit großer Mehrheit für die Fällung der über 100 Jahre alten Bäume ausgesprochen. Weil Laus das nicht hinnehmen wollte, sammelte sie in ihrer Eisdiele Unterschriften. 160 Menschen aus Dietramszell und Umgebung schlossen sich ihrem Wunsch an.

Unterschriften an den Bürgermeister übergeben

In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend übergab Teresa Wimmer von den Grünen die Unterschriftenliste an Bürgermeister Josef Hauser. Die Aktion sei zustande gekommen, weil sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend informiert fühlten und weil kleine neue Bäume nicht das ortsprägende Bild der alten ersetzen könnten, erläuterte Wimmer die Beweggründe der Initiatorin. Dem widersprachen mehrere Gemeinderäte vehement. „Das ist alles öffentlich diskutiert und gut kommuniziert worden“, betonte Hauser. Michael Häsch (CSU) ergänzte: „Wir hatten zwei öffentliche Veranstaltungen in der Aula zur Bürgerbeteiligung.“

Der erste Baum, wenn man von Mühltal her kommt, sieht noch gesund aus. Vielleicht kann man den ja stehenlassen. Die beiden anderen sind wirklich nicht erhaltenswert.“

Hubert Prömmer, Gemeinderat (Grüne)

Die Baggerarbeiten rund um das Wurzelwerk würden die alten Bäume mit großer Wahrscheinlichkeit nicht aushalten, wiederholte Anton Huber (Bürgerliste) noch einmal das Hauptargument für die Fällung. Florian Heuschneider (CSU) gab zu bedenken, dass auch zierlichere Bäume eine Bereicherung für das Ortsbild sein könnten. Vorherrschender Tenor im Gremium: Man solle beim letzten Beschluss bleiben. Hubert Prömmer (Die Grünen) regte einen Kompromiss an: „Der erste Baum, wenn man von Mühltal her kommt, sieht noch gesund aus. Vielleicht kann man den ja stehenlassen. Die beiden anderen sind wirklich nicht erhaltenswert.“

Baumpfleger wird um Stellungnahme gebeten

Eine erneute Abstimmung erfolgte nicht. Bürgermeister Hauser kündigte an, den Planer der Dorferneuerung, Rainer Heinz, über die Unterschriftensammlung zu informieren. Dieser könne beurteilen, ob ein Erhalt der Bäume aus bautechnischer Sicht machbar sei. Heinz hatte seine Argumente dagegen jedoch schon in früheren Sitzungen mehrfach erläutert.

Parallel will der Rathauschef den Baumpfleger Laurin Mertsch um eine fachkundige Stellungnahme bitten. In der nächsten Gemeinderatssitzung im September stehen die Dorferneuerung und die Sanierung des Klostervorplatzes wieder auf der Tagesordnung. (Clara Wildenrath)

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