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Alle Projekte für Flüchtlingsquartiere sind aktuell hinfällig.

Dietramszeller sorgen sich um ihr Trinkwasser und die Sicherheit ihrer Kinder

Bürgerversammlung: Wasser und andere Wermutstropfen

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Dietramszell –Die Dietramszeller sorgen sich in der Bürgerversammlung um ihr Trinkwasser und die Sicherheit ihrer Kinder.

„Eigentlich wäre alles in Ordnung in der Gemeinde“, begann Bürgermeisterin Leni Gröbmaier ihre Rede vor den etwa 120 Besuchern der Bürgerversammlung am Mittwochabend. Eigentlich – wenn da nicht dieser „große Wermutstropfen“ wäre, die Trinkwassersituation im Versorgungsgebiet des Baiernrainer Brunnens. Seit April muss dort das Wasser gechlort werden, weil in den maroden Hochwasserbehälter in Jasberg mehrfach Keime eingedrungen waren.

Mit dem Bau eines neuen Speichers wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr begonnen, erklärte Gröbmaier im Schönegger Gasthof Peiss: „Spätestens zum Gaufest in Baiernrain im Sommer 2017 soll der Spuk vorbei sein. Das ist mein persönlicher Ehrgeiz.“ Nach dem Einbau der Chlordioxidanlage am vergangenen Freitag rechnet sie damit, dass der unangenehme Chlorgeruch und -geschmack schon in den nächsten Tagen deutlich zurückgeht.

Als eine „sehr ungute Situation“ empfand die Gemeindechefin auch die Unklarheit darüber, wie es mit den geplanten Asylbewerberunterkünften weitergeht. Aufgrund der geringen Flüchtlingszahlen liege der Schwerpunkt derzeit auf einer zentralen Unterbringung, bestätigte Dritter Landrat Klaus Koch. Sieben der bisher verfügbaren 37 Plätze bei privaten Vermietern im Gemeindebereich habe das Landratsamt bereits gekündigt, so Gröbmaier. Die meisten ins Auge gefassten Projekte für Flüchtlingsunterkünfte seien damit hinfällig. Einzig die Renovierung des Alten Schulhauses in Linden soll weiterverfolgt werden. „Denn das braucht ohnehin ein neues Dach.“ Ob dort dann Asylbewerber, Fehlbeleger oder private Mieter einziehen, stehe noch nicht fest.

Andere kommunale Projekte verlaufen dagegen sehr erfreulich, betonte Gröbmaier. So etwa der Breitbandausbau, die Erschließung des neuen Gewerbegebiets in Ascholding und verschiedene Wasserleitungs- und Straßensanierungen. Auch die Umsetzung der Pflege-WG Am Kreuzfeld schreite voran. „Die Pläne sind von der Regierung von Oberbayern abgesegnet“, erklärte Inge Schmidt-Winkler, Vorsitzende der Betreibergenossenschaft Maro. Baubeginn soll 2017 sein.

Die anschließende Debatte verlief lebhaft. Mehrere Bürger meldeten sich zur Verkehrssituation in und um Bairawies zu Wort. Wie der Tölzer Kurier bereits berichtete, kommt es an der Staatsstraße 2072 auf Höhe der Abzweigung immer wieder zu Unfällen. Anliegerin Sigrid Keller pochte auf einige „dringend notwendige Maßnahmen zum Schutz unserer Kinder in Bairawies und Einöd“. Dazu zählen für sie unter anderem eine Drosselung der zulässigen Geschwindigkeit auf dem Bierhäuslweg und der Dorfstraße, ein Spiegel in Höhe der Pestkirche in Einöd zur sicheren Straßenüberquerung sowie eine beleuchtete Bushaltestelle. Gröbmaier versprach, die Vorschläge bei einem für den heutigen Freitag anberaumten Termin mit dem Landrat zu diskutieren.

Für Unmut in der Gemeinde sorgte auch die „klammheimliche Schließung“ der Grüngutannahme an der Kiesgrube Berg. Ex-Bürgermeister Benno Lichtenegger forderte hier mehr Solidarität des Landkreises, um die Mehrkosten für die Grüngutentsorgung in einer Flächengemeinde wie Dietramszell auszugleichen. Jedes Mal zur nächsten Annahmestelle nach Egling zu fahren, sei für viele zu aufwändig und zudem unökologisch. Klaus Koch sicherte zu, dass er die Hintergründe der Schließung klären und Alternativen suchen wolle.

Ebenfalls an den Dritten Landrat wandte sich der ehemalige DLRG-Bäderbeauftragte Josef Maier aus Ascholding. Er bemängelte, dass das geplante interkommunale Hallenbad in Geretsried – für das Gröbmaier zuvor kräftig die Werbetrommel gerührt hatte – keine ausreichenden Trainingsmöglichkeiten für Wasserrettungseinheiten biete. Ohnehin verfüge der Landkreis über „zu wenig Strömungsretter für seine Flüsse und Seen“ und könne die Sicherheit seiner Bürger im Ernstfall nicht gewährleisten. Klaus Koch versicherte, die Beschwerde weiterzuleiten. Auf der anderen Seite gab er zu bedenken: „Wenn Geretsried die kleine Version des Bads baut, gibt es noch weniger Wasserfläche.“

cw

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