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Verhandlung vor dem Wolfratshauser Amtsgericht

Busfahrer begeht Unfallflucht: „Ich fühle mich unschuldig“

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Wegen Unfallflucht musste sich ein Geretsrieder Busfahrer vor Gericht verantworten. Er wurde zu 1950 Euro Geldstrafe verurteilt und versteht die Welt nicht mehr.

Dietramszell/Wolfratshausen– Ein Kleinbus setzt an einer Kreuzung unvermittelt zurück. Eine nachfolgende Autofahrerin legt daraufhin ebenfalls den Rückwärtsgang ein und demoliert ein hinter ihr wartendes Auto (Sachschaden: 2700 Euro). Der Busfahrer (73) setzt seine Fahrt fort, ohne seine Personalien zu hinterlassen. Dafür musste er sich nun wegen Unfallflucht vor Gericht verantworten. Er wurde zu 1950 Euro Geldstrafe verurteilt.

Der Busfahrer verstand nicht, warum er überhaupt auf der Anklagebank Platz nehmen musste. „Ich fühle mich unschuldig. Ich habe keinen Schaden gemacht“, sagte der 73-jährige Geretsrieder. Am 2. Juni dieses Jahres gegen 7.45 Uhr war der Mann mit seinem Kleinbus voller Schulkinder auf der Wörschhauser Straße in der Gemeinde Dietramszell unterwegs. An der Einmündung zur Staatsstraße 2368 hielt er an. Weil ein Lkw in seine Richtung abbiegen wollte, habe er sein 13 Meter langes Fahrzeug „mit Blick in die Spiegel ganz langsam zurückgerollt“, erläuterte er. Was hinter ihm passierte, habe er nicht gesehen.

Doch darauf hatte ihn eine beteiligte Wolfratshauserin (35) noch an Ort und Stelle hingewiesen. „An der Abzweigung nach Fraßhausen setzte der Bus plötzlich zurück. Ich habe Panik bekommen und mehrmals gehupt“, berichtete die Zeugin. Als keine Reaktion kam, sei sie „komplett in Panik geraten“ und habe reflexartig den Rückwärtsgang eingelegt. Ein hinter ihr wartender Königsdorfer konnte den Zusammenstoß mit dem Audi der Frau nicht vermeiden. Sie habe sofort den Busfahrer auf den Unfall aufmerksam gemacht. Der Fahrer habe nur geantwortet: „Ich bin ja nicht aufgefahren.“ Dann sei er wieder eingestiegen und weitergefahren, obwohl sie deutlich gemacht habe, dass sie die Polizei rufe, damit die den Vorfall aufnehme.

Damit war der Tatbestand der Unfallflucht erfüllt. „Dafür kommt es nicht darauf an, ob sie Schuld waren, sondern dass sie an der Reaktionskette beteiligt waren – auch wenn sie keinen unmittelbaren Schaden verursacht haben“, erläuterte die Staatsanwältin. Richter Helmut Berger verurteilte den Busfahrer zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 65 Euro. „Sie waren ohne Zweifel Unfallbeteiligter“, erklärte er dem weiterhin uneinsichtigen Geretsrieder. „Ihr Zurücksetzen war ursächlich für den folgenden Zusammenstoß.“

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