Corona-Test
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An der Mittelschule Dietramszell müssen Kinder und Lehrer in Quarantäne.. (Symbolbild)

Ein Kind positiv getestet

Corona-Fall an Mittelschule im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Nun auch Lehrer in Quarantäne

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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  • Susanne Weiss
    Susanne Weiss
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Ein Kind aus der Mittelschule Dietramszell wurde positiv auf Corona getestet. Eine komplette Klasse befindet sich in Quarantäne - inzwischen auch zwei Lehrkräfte.

  • Ein Kind der Mittelschule Dietramszell wurde positiv auf das Coronavirus getestet
  • Es hatte Kontakt mit seinen 16 Klassenkameraden, einem weiteren Kind und fünf Lehrern.
  • Zwei Pädagogen befinden sich inzwischen in Quarantäne, einer davon entschloss sich freiwillig zu dieser Maßnahme.

Update, Donnerstag, 17. September - Der Corona-Fall an der Dietramszeller Mittelschule zieht weitere Kreise. Eine komplette Klasse ist wie berichtet in häusliche Quarantäne geschickt worden. „Betroffen“, das bilanzierte das Tölzer Landratsamt am Mittwoch in einer Pressemitteilung, seien auch fünf Lehrkräfte. Einer von ihnen, das sagte die Sprecherin der Kreisbehörde, Sabine Schmid, am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung, sei ebenfalls in Quarantäne geschickt worden. Er zeige „leichte Symptome“, dessen Ursache noch nicht feststehe.

Lehrer begibt sich freiwillig in häusliche Quarantäne

Ein weiterer Pädagoge aus dem betroffenen Quintett konnte aus dem Kreis der sogenannten Kontaktpersonen Grad 1 ausgeschlossen werden. Er sei nach den Sommerferien erst an die Einrichtung am Richteranger zurückgekehrt, als sich der infizierte Mittelschüler bereits in häuslicher Quarantäne befand. Und die übrigen drei Lehrkräfte? Die wohnen allesamt in Nachbarlandkreisen und werden auch dort kategorisiert beziehungsweise getestet. Die jeweilige Entscheidung, ob sie sich in 14-tägige Quarantäne begeben müssen, treffen die zuständigen Gesundheitsämter – in zwei Fällen hieß es bereits Nein. Der dritte im Bunde hat sich am Dienstag freiwillig häusliche Quarantäne auferlegt „und wartet auf die Kategorisierung durch das für ihn zuständige Gesundheitsamt“, sagte Schmid am Donnerstag.

Der Mittelschüler infizierte sich mutmaßlich in den Sommerferien

Wie berichtet hatte ein Mittelschüler in den Sommerferien Kontakt zu einer positiv getesteten Person und infizierte sich mutmaßlich bei dieser Begegnung selbst. „Die Testergebnisse der restlichen Familienmitglieder waren alle negativ“, ergänzte die Sprecherin der Kreisbehörde. Da der Bub nach den großen Ferien einige Tage den Unterricht in Dietramszell besuchte, mussten sich in der Folge alle seine 16 Klassenkameraden unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben. Das gilt auch für ein Kind, das mit dem infizierten Mittelschüler privat gespielt hat.

 „Das Kind und seine Eltern haben also nichts falsch gemacht.“

Sabine Schmid, Pressesprecherin des Landratsamts in Bad Tölz

Warum der Schüler, der laut Kreisbehörde am vergangenen Freitagabend telefonisch davon in Kenntnis gesetzt worden war, dass er Kontakt zu einer infizierten Person hatte, am Unterricht teilnahm und so die Kettenreaktion auslöste, lässt sich leicht erklären: Schulstart war am 8. September, erst am 11. September erfuhr der Schüler, dass er Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatte. Seither blieb er zu Hause. „Das Kind und seine Eltern haben also nichts falsch gemacht“, stellt Behördensprecherin Schmid fest.

Rektorin Susanne Falkenhahn hat aus aktuellem Anlass auf der Homepage der Mittelschule das Informationsschreiben des Gesundheitsamtes Bad Tölz-Wolfratshausen veröffentlicht. Darin sind die wichtigsten Fakten zum Thema Corona und Schule zusammengefasst. So ist zum Beispiel geregelt, dass im Falle von Lehrern ermittelt wird, „ob sie mit dem positiven Kind intensiven Kontakt hatten, zum Beispiel ohne Mundschutz in einem kleinen Raum zum Gespräch über 15 Minuten“. Hat der Lehrer dabei die Hygienevorschriften eingehalten, „ist er keine Kontaktperson Grad 1 und muss daher nicht in Quarantäne“, so das Gesundheitsamt. Zur Sicherheit würden jedoch alle Lehrer getestet.

Update, Mittwoch, 17.05 Uhr: Ein Kind, das die Mittelschule am Richteranger in Dietramszell besucht, ist positiv auf Corona getestet worden. Das teilte am Mittwochnachmittag das Landratsamt mit. Das Gesundheitsamt in Bad Tölz ist nach eigenen Angaben am Dienstag über den positiven Befund informiert worden.

Da der Schüler „im infektiösen Zeitraum am Unterricht teilgenommen hat“, so die Sprecherin der Kreisbehörde, Sabine Schmid, „sind alle Mitschülerinnen und Mitschüler aus der Klasse und fünf Lehrkräfte betroffen“. Die komplette Klasse, die aus 17 Kindern besteht, befindet sich laut Rektorin Susanne Falkenhahn bereits in Quarantäne, die fünf Lehrer nicht. Diese Entscheidung habe das Gesundheitsamt nach umfangreicher Recherche des Falles getroffen. Ebenfalls in häuslicher Quarantäne ist ein Kind, das mit dem infizierten Mittelschüler privat gespielt hat.

Der Mittelschüler hatte laut Kreisbehörde kürzlich Kontakt zu einer positiv getesteten Person „und wurde darüber am 11. September abends informiert“. Daraufhin ließen sich er sowie seine unmittelbaren Familienangehörigen auf Covid 19 testen. Der Schüler mit positivem Ergebnis, „die Testergebnisse der restlichen Familienmitglieder waren alle negativ“, berichtet Schmid. Da das Kind am Unterricht teilgenommen hatte, bis das Ergebnis vorlag, mussten sich alle seine Klassenkameraden unverzüglich in häusliche Quarantäne begeben. Schmid: „Das Gesundheitsamt hat alle Betroffenen noch am Dienstagabend von der Sachlage informiert und wird in den nächsten Tagen die Tests durchführen.“ Die übrigen Mittelschüler seien von der Regelung nicht betroffen, „sie können weiterhin am Unterricht teilnehmen“.

Die Infektionsschutzmaßnahmen würden an der Mittelschule sehr ernst genommen, betont Rektorin Falkenhahn im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie selbst, das Kollegium sowie die Schüler würden konsequent einen Mund-Nasen-Schutz tragen, die Klassenräume immer wieder gelüftet. Die Lehrer achteten penibel auf größtmöglichen Abstand zu den Schülern. Diese Faktoren hätten mutmaßlich zur Entscheidung des Gesundheitsamtes beigetragen, dass sich die fünf Lehrkräfte, die „zeitlich sehr begrenzten“ Kontakt zu dem infizierten Schüler gehabt hätten, nicht in Quarantäne begeben mussten.

„Wir sind gut vorbereitet ins Schuljahr gestartet“, sagt Falkenhahn. Dass nun aus Planspielen der Ernstfall geworden sei, „schafft kurzfristig Probleme, doch wir schaffen das“. Ein großes Lob gebühre den Eltern, „die mit uns an einem Strang ziehen“, betont die Rektorin.

Schulfrei habe die isolierte Klasse natürlich nicht: Der Klassenleiter „beschult die Kinder auf Distanz“, erklärt Falkenhahn. Das geschehe durch virtuelle Konferenzen, aber es würden auch – ganz analog – Arbeitsmaterialien ausgegeben: „Wir hatten für den Fall der Fälle bereits ein Verteilersystem aufgebaut.“

Falkenhahn weist darauf hin: Zur Gruppe der Kontaktpersonen 1 zähle ausschließlich die Klasse, die das infizierte Kind besucht. Trubel herrscht derzeit auch an der FOS/BOS Erding: Eine Schülerin wurde positiv auf Corona getestet. Obwohl sie Symptome gezeigt hatte, ging sie vor Erhalt ihres Ergebnisses zur Schule.          

Erstmeldung, 15.56 Uhr: Dietramszell - An der Mittelschule Dietramszell gibt es einen Corona-Fall. Ein Kind hatte Kontakt zu einer positiv getesteten Person. Daraufhin ließen sich Kind und dessen Familie auf das Coronavirus testen, teilt das Landratsamt mit. Die Behörde sei am Dienstag über den positiven Befund des Kindes informiert worden. Die Testergebnisse der restlichen Familienmitglieder waren alle negativ.

Corona-Fall an Mittelschule im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Eine Klasse und fünf Lehrkräfte betroffen

Da das Kind bis zum Eintreffen des Testergebnisses am Unterricht teilgenommen hat, sind Schüler und Lehrkräfte betroffen. Die komplette Klasse sowie ein weiteres Kind, mit dem es privat gespielt hat, musste in häusliche Quarantäne begeben. „Das Gesundheitsamt hat alle Betroffenen noch am Dienstagabend von der Sachlage informiert und wird in den nächsten Tagen die Tests durchführen“, so Sprecherin Sabine Schmid. Die restlichen Schülerinnen und Schüler der Dietramszeller Mittelschule seien von dieser Regelung nicht betroffen, sie könnten weiterhin am Unterricht teilnehmen. sw

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