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Eine Woche war Ascholding ohne Internet. Jetzt geht es wieder. 

Telekom baut Provisorium über der Isar

Ascholding ist wieder online

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Das Warten hat ein Ende: Der Telekom ist es gelungen, den größten Dietramszeller Ortsteil wieder mit Internet zu versorgen. Dafür musste ein Glasfaserkabel über die Isar verlegt werden. 

Ascholding – Freitagmittag machte sich in Ascholding kollektive Erleichterung breit: Plötzlich ging das Internet wieder. Die E-Mails, die sich angestaut hatten, gingen schlagartig rein und raus, und die Geschäftsleute hatten von einem Augenblick auf den nächsten wieder Zugriff auf ihre Datenbanken. „Ich kann es genau sagen: Es war 11.58 Uhr, als die Systeme wieder hochgefahren sind“, erzählt Josef Köglsperger, Geschäftsführer der Elektro-Anlagen-Technik (EATK) im Gewerbegebiet.

Drahtseilakt: Das über die Isar gespannte Glasfaserkabel versorgt Ascholding wieder mit Internet. 

Natürlich ist er froh, dass nach einer Woche Ausnahmezustand jetzt wieder das Prinzip „Business as usual“ gilt. Doch er ist immer noch sauer, dass er bis heute nur aus der Presse erfahren hat, was die Ursache für die Störung war, und nicht von der Telekom selbst. „Das hätte ich als Geschäftskunde, der jedes Jahr viel Geld zahlt, schon erwartet“, sagt er.

Die Pressesprecherin der Telekom, Lena Raschke, bestätigt: „Seit Freitagmittag sind unsere Kunden wieder am Netz. Nachdem am Donnerstag die Genehmigungen vorgelegen waren, wurde mit den Arbeiten begonnen und das Provisorium bis spät in die Nacht aufgebaut.“ Tatsächlich war es dem Unternehmen gelungen, über zwei mobile Träger ein neues Glasfaserkabel über die Isar zu verlegen. Das Hochwasser hatte am Ende vergangener Woche wie berichtet das unterirdisch verlegte, alte Glasfaserkabel so massiv beschädigt, dass Ascholding offline ging.

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Die Entscheidung, dass die Telekom zu dieser Maßnahme im Naturschutzgebiet befugt ist, fiel bei einem Vor-Ort-Termin in großer Runde an fraglicher Stelle der Isar. Beteiligt waren die Gemeinde Dietramszell, das Wasserwirtschaftsamt Weilheim, der Naturschutz und Vertreter der Telekom. Es wurde klar, dass die Verlegung eines neuen Dükers einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Das heißt: Das Provisorium wird eine Weile halten müssen.

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Und noch eine weitere Frage beschäftigte die Runde. Es hatte sich nämlich in den vergangenen Tagen herausgestellt, dass der Düker mit dem Glasfaserkabel nicht der einzige war, der an der Stelle verlief. Durch einen zweiten wurde das Ascholdinger Abwasser nach Geretsried gepumpt. Weil er ebenfalls unter dem Druck der Wassermassen gebrochen ist, steht zu vermuten, dass das Abwasser in die Isar abgeflossen ist. Um umweltschädliche Mengen hat es sich laut Roland Kriegsch, Chef des Wasserwirtschaftamts, sicher nicht gehandelt. „Erstens ist die Welle schon weg“, sagt er. „Und zweitens führt die Isar derzeit 90 bis 100 Kubikmeter pro Sekunde“, erklärt Kriegsch. „Da sind die wenigen Liter Abwasser zu vernachlässigen.“ Inzwischen wird das Ascholdinger Abwasser von Tanklastwagen abtransportiert und ordnungsgemäß entsorgt.

Tobias Janda, Geschäftsführer der Gemeinde, ist sehr erleichtert, dass der größte Dietramszeller Ortsteil wieder online ist. Gleichzeitig macht er sich darauf gefasst, dass die Reparatur des Abwasser-Dükers dauern wird. „Bei der Planung arbeiten wir wegen der Synergieeffekte mit der Telekom zusammen.“

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