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Der Unverpackt-Laden ist Geschichte, aber das Café läuft weiter: Jungunternehmerin Jasmin Seitner-Spangenberg bedient zwei sichtlich zufriedene Kundinnen. 

Aber es geht weiter

Dietramszell: Aus für Unverpackt-Laden

  • Clara Wildenrath
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Vor zwei Jahren eröffnete in Bairawies der erste Unverpackt-Laden im Landkreis. Jetzt wird der Verkauf dort wieder eingestellt. Nur der Café-Betrieb im „Frei-Zeit“ läuft weiter.

Dietramszell – Anfang des Jahres sah alles noch gut aus. Nach einer wirtschaftlich schwierigen Startphase war Jasmin Seitner-Spangenberg optimistisch, mit ihrem Café „Frei-Zeit“ und dem dazugehörigen Unverpackt-Laden in Bairawies endlich schwarze Zahlen zu schreiben. Dann, fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Eröffnung, kam der Corona-Shutdown. Das Geschäft mit den verpackungsfreien Waren hat die Krise nicht überstanden.

„Wir müssen jetzt schauen, dass wir irgendwie die Fixkosten zusammenbekommen“, erklärt die Bairawieser Jungunternehmerin. „Größere Vorräte anzuschaffen und dabei finanziell in Vorleistung zu gehen, ist momentan nicht tragbar.“ Ohnehin sei die Nachfrage nach den Trockenwaren nicht sehr groß gewesen. Schweren Herzens gab sie daher den Status als Unverpackt-Laden auf. Ein weiterer Grund für ihre Entscheidung: Mit dem „Ohnverpackt“ in Wolfratshausen und dem „Ois Ohne“ in Bad Tölz sei der Landkreis inzwischen gut abgedeckt. Das Vermeiden von Verpackungsmüll liegt ihr nach wie vor sehr am Herzen, betont die 33-Jährige. Sie hofft deshalb, dass ihre Kunden künftig nach Wolfratshausen und Tölz zum Einkaufen fahren.

Etwa zehn Prozent des Umsatzes habe der Verkauf verpackungsfreier Lebensmittel und Haushaltswaren bisher ausgemacht, sagt Seitner-Spangenberg. „Aber eine Kostendeckung habe ich nicht erreicht.“ Ein paar Sachen verkauft sie dennoch weiter: etwa Lama-Seifen aus Ascholding, Zahnbürsten- und -pasta sowie Honig von regionalen Imkern in Mehrweggläsern. Auch von dem, was sie selbst zum Kochen und Backen im Café bevorratet – beispielsweise Mehl, Zucker und Haferflocken –, will sie ihren Stammkunden bei Bedarf weiterhin etwas in mitgebrachte Behälter abfüllen.

Auch wenn sie die Aufgabe des Unverpackt-Geschäfts sehr bedauert, sieht Seitner-Spangenberg einen positiven Aspekt: Durch den Wegfall des Trockenwaren-Regals entsteht Platz für ein bis zwei zusätzliche Tische im Café. Denn das hat sich besser entwickelt, als sie zu hoffen wagte, sagt die studierte Sprachwissenschaftlerin. Auch im Café versucht sie, so weit als möglich auf Verpackungsmüll zu verzichten und auf Bioprodukte aus der Region zu setzen. Dass ihre Kunden das zu schätzen wissen, zeige das positive Feedback. „Das macht meinem Team und mir viel Freude.“

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Frühstück, selbstgebackenen Kuchen, täglich wechselnde Mittagsgerichte und kleine Brotzeiten bietet sie ihren Gästen an. Ab diesem Donnerstag will Seitner-Spangenberg das Café mit dem Biergarten nicht nur am Wochenende, sondern – wie vor der Krise – auch wieder am Donnerstagabend und Freitag öffnen. Wegen der Corona-Abstandsregeln musste sie die Zahl der Tische um etwa ein Drittel reduzieren. Ihre Hoffnung, im dritten Jahr nach der Eröffnung Gewinn einzufahren, ist dahin. Ihr Optimismus bleibt: „Wir werden auch dieses Jahr noch irgendwie überstehen.“

cw

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