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Der Dietramszeller Gemeinderat diskutierte über den Kiesabbau bei Jasberg. 

„Reine Zeit-und Arbeitsverschwendung.“

Kiesabbau bei Jasberg: Frist soll bis 2024 verlängert werden

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Neun Jahre dauerte es, bis der Antrag einer Weyarner Firma zum Kiesabbau in Kraft trat. Der Zeller Rat stimmte jetzt einem neuerlichen Genehmigungsverfahren zu.

Dietramszell – Manchmal wiehert der Amtsschimmel schon besonders laut. So beim Antrag der Weyarner Firma Penzenstadler auf Fristverlängerung bis zum Jahr 2014 für das „Sondergebiet Kiesabbau und Bauschutt-Recycling und Rekultivierung“ nahe des Dietramszeller Ortsteils Jasberg, mit dem sich jüngst der Zeller Rat beschäftigen musste.

Der Antrag war bereits 2009 mit einer Befristung auf zehn Jahre gestellt worden. In Folge eines überlangen Bearbeitungszeitraums, an dem auch die Gemeinde nicht ganz unschuldig ist, wie Bürgermeisterin Leni Gröbmaier einräumte, trat die Genehmigung jedoch erst im April 2018 in Kraft. Damit wäre der Firma von den ursprünglich beantragten zehn Jahren gerade mal ein Jahr geblieben.

Die Firma beantragte daraufhin eine fünfjährige Fristverlängerung, die vom Landratsamt auch genehmigt wurde. „Um eine rechtliche Grundlage zu schaffen“, so die Rathauschefin, bestand die Kreisbehörde aber darauf, dass die Gemeinde ein komplett neues Verfahren einleitet – mit entsprechender Beschlussfassung, mehrfacher öffentlicher Auslegung sowie der Einholung der Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange. „Und das alles für ein Projekt, das selbst vom Landratsamt bereits genehmigt wurde. Reine Zeit- und Arbeitsverschwendung“, echauffierte sich Gröbmaier.

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Da die Firma Penzenstadler wegen anderer Vorfälle in der Vergangenheit zumindest bei Teilen des Zellers Rats keinen guten Ruf genießt, entspann sich erneut eine heftige Diskussion. Geplant ist, die bestehende Kiesgrube mit einer mobilen Brechanlage zur Aufbereitung von Recycling-Baustoffen zu nutzen. „Ich bin prinzipiell dagegen, weil die Gemeinde Dietramszell von dem Projekt nichts hat. Dazu bekommen wir eine verstärkte Verkehrsbelastung und die schweren Lkws machen unsere Straßen kaputt“, erklärte Dritter Bürgermeister Josef Hauser. Barbara Holzmann, Prokuristin der Firma Penzenstaller, versuchte, die Räte positiv zu stimmen. „Wir wollen dort nur hochwertiges Material verarbeiten“, sagte sie. „Außerdem wird nicht ein Kilo des verarbeiteten Materials ohne chemische Analyse auf Schadstoff-Freiheit dort eingebracht.“ Es sei zudem fest geplant, bis 2024 alle Arbeiten zu erledigen und das Gelände wieder zu rekultivieren.

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Wie schon die Rathauschefin erklärte Zweiter Bürgermeister Michael Häsch: „Es geht hier doch nur um die Verlängerung eines bereits genehmigten Projekts um fünf Jahre. Und den aktuellen Termin bis April 2019 kann die Firma sowieso nicht einhalten.“ Sollte man den Antrag ablehnen, „hätten wir dort doch nur ein großes Loch, das bestimmt keiner will“. Dem schloss sich die Mehrheit des Gemeinderats an und stimmte der Aufnahme des geforderten neuen Verfahrens mit 13:6 Stimmen zu. 

esc

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