Grausiger Fund in Tirol: Stark verweste Leiche eines deutschen Wanderers entdeckt

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Der Spaß kommt nicht zu kurz: Gottfried Allgäuer (li.) ist neuer Leiter des Kirchenchors und sucht Verstärkung. 

Die Damen sind in der Überzahl

Nach Tod von Norbert Regul:  Dietramszeller Kirchenchor hat neuen Leiter - und sucht Verstärkung

Mehr als 40 Jahre lang leitete Norbert Regul den Dietramszeller Kirchenchor. Nach seinem Tod hat Gottfried Allgäuer die Aufgabe kommissarisch übernommen. Die Gruppe sucht Verstärkung - besonders männliche. 

Dietramszell – Es wird viel gelacht bei der Chorprobe – fast ebenso viel wie gesungen. „Aber bei der Intonation bin ich streng“, sagt Chorleiter Gottfried Allgäuer und stimmt am Klavier die Grundtöne für die vier Gesangsstimmen an: „Immer nach oben denken, sonst fällt die Stimme ab!“ Mit seinem Elan und seiner Begeisterung für die Musik stachelt der ausgebildete Pianist jeden Einzelnen an, sein Bestes zu geben.

18 Frauen und sieben Männer sind an diesem Mittwochabend zur Chorprobe in den Musikraum der Dietramszeller Grundschule gekommen. Es ist die erste nach dem Tod von Norbert Regul, der den Kirchenchor mehr als 40 Jahre lang geleitet hatte. Allgäuer, selbst seit Jahrzehnten Chormitglied, übernahm diese Aufgabe jetzt kommissarisch. „Ich mache das sehr gerne als Aushilfe, bis sich ein Nachfolger gefunden hat. Aber spätestens in zwei oder drei Jahren will ich mich dann wieder mehr auf meine Tätigkeit als Organist in den Filialkirchen konzentrieren“, betont der 66-Jährige.

Bisher hatte Allgäuer den Thankirchner Chor geleitet, der jetzt mit dem Dietramszeller Chor zusammengelegt wurde. Nun sucht er neue Sänger: „Vor allem Tenöre, aber auch Bassstimmen.“ Denn im Moment sind die Damen deutlich in der Übermacht. Um mitmachen zu können, braucht es in erster Linie „Spaß am Singen und an der Gestaltung von Festgottesdiensten“, erklärt Allgäuer: „Vorsingen muss bei uns niemand.“ Man sollte allerdings in der Lage sein, seine eigene Stimme selbstständig zu halten, ohne sich in eine andere Tonlage hineinziehen zu lassen. Notenlesen schade zwar nicht – aber um sich neue Stücke anzueignen, sei das Gehör wichtiger.

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Vier neue Sänger haben sich vom Aufruf im Gemeindeblatt anlocken lassen und sind zur ersten Probe erschienen. Einer von ihnen ist Michael Baumeister – der einzige männliche Neuzugang. Er habe vor 35 Jahren in einem Männerchor gesungen, erzählt er. Der frischgebackene Rentner ordnet sich in die kleine Gruppe der Tenöre ein. Nach eineinhalb Stunden Tonübungen, „Kyrie“ und „Deo gratias“ stellt er etwas erschöpft fest: „Ganz schön schwierig.“ Abschrecken lassen will er sich davon nicht, dazu macht es zu viel Spaß.

Wichtig ist, dass „sich jeder wohlfühlt und mit frohem Herzen und schönen Melodien im Kopf wieder heimgeht“, sagt Allgäuer. Perfektionismus liege ihm fern, aber: „Die Akkorde müssen stimmen. Und die rhythmische Prägnanz.“ Schließlich sollen die Leute beim Chorgesang „den Vorgeschmack der himmlischen Herrlichkeit empfinden“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Die Herausforderung für den Chorleiter: Er will die neuen Mitglieder mit seinem Repertoire nicht überfordern und die „alten Hasen“ – von denen einige schon seit über 40 Jahren dabei sind – nicht langweilen.

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Die Zeit drängt allerdings, am Gründonnerstag und Karfreitag sind die nächsten Auftritte. „Keine Angst, da kommt ihr schon rein“, beruhigt der 66-Jährige die Neulinge: „Es muss ja auch noch Luft nach oben sein.“ Allgäuer singt mit, dirigiert, feuert an und freut sich am „wunderbaren Miteinander des Chorgesangs“. Seine stimmgeübten Damen bremst er manchmal ein, um die wenigen Männer nicht zu übertönen. Weil man sich von guten Chören viel abschauen könne, hat Allgäuer einen Bach-Choral auf CD mitgebracht. Nach drei Wiederholungen und ein paar Tonleiter-Übungen zwischendurch stellt er fest: „Ihr klingt schon fast genauso.“ Er schmunzelt nur ein klein bisschen dabei.

cw

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