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Noch kein Ort zum Verweilen: Der Klostervorplatz soll mit Natursteinplatten und Sitzgelegenheiten aufgewertet werden. Die zum Teil kranken Bäume werden durch mehrere neue ersetzt. 

Bürgermeisterin spricht von „großer Bereicherung“

Dorferneuerung: Gemeinderat billigt Konzept des Planers

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Die Verschönerung des Klostervorplatzes rückt immer näher. Jetzt hat der Gemeinderat beschlossen, das Konzept des Planers umzusetzen. 

Dietramszell – Seit vier Jahren diskutieren die Gemeinderäte über eine Verschönerung des Dietramszeller Ortskerns. „Das haben wir alles hundertmal besprochen. Wir müssen jetzt endlich in die Pötte kommen“, mahnte Zweiter Bürgermeister Michael Häsch in der jüngsten Sitzung. Wieder einmal erhitzten sich die Gemüter einiger Ratsmitglieder darüber, dass die geplanten Maßnahmen zu teuer, zu umfangreich oder zu „stylisch“ seien. Doch am Ende stimmte das Gremium den Plänen grundsätzlich zu.

Architekt Rainer Heinz aus Rosenheim hatte ein Konzept vorgestellt, das als Grundlage für die öffentliche Förderung des Projekts dienen soll. Der Antrag dafür muss bis November beim Amt für ländliche Entwicklung (ALE) eingehen, erklärte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Denn: Die Förderhöhe richtet sich nach der Steuerkraft der Gemeinde. Weil diese im Steigen begriffen ist, sei bei einer weiteren Verzögerung mit einem geringeren Zuschuss zu rechnen.

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Für einen ersten Antrag zum Ausbau des Waldparkplatzes hinter dem Pfarrheim, den die Gemeinde vor einigen Wochen eingereicht hatte, sagte das Amt bereits die Übernahme von 65 Prozent der förderfähigen Ausgaben zu – deutlich mehr als die ursprünglich eingeplanten 50 Prozent. Die Gesamtkosten der geplanten Maßnahmen am Klostervorplatz, im Bereich der Einmündung der Staatsstraße und an der Angerwiesebelaufen sich nach der Kalkulation der Planer auf 2,22 Millionen Euro. Damit hatte Architekt Heinz seine frühere Schätzung von 1,3 Millionen deutlich nach oben korrigiert. Dazu kommen noch einmal 311 000 Euro für den notwendigen Ausbau der Busschleife an der Grund- und Mittelschule.

Dieser wird aber nicht durch das ALE, sondern über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) durch den Bund gefördert, erläuterte Gröbmaier. „Wir müssen ja nur 35 Prozent davon bezahlen“, hielt die Rathauschefin den Einwänden von Johannes Seestaller und einigen andern Gemeinderäten entgegen, denen insbesondere die hohen Kosten für einen Dorfplatz mit Trinkbrunnen ein Dorn im Auge waren. Billiger werde es selbst dann nicht, so Gröbmaier, wenn man nur das mache, was infolge der bevorstehenden Sanierung der Staatsstraße durch das Staatliche Bauamt in Weilheim ohnehin notwendig sei. Denn dafür gebe es keine Förderung. Und: Die geplanten Maßnahmen bedeuten ihrer Ansicht nach „eine ungeheure Bereicherung und Aufwertung“ für Dietramszell.

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Über Details der Ausführung muss vermutlich der neue Gemeinderat nach der Wahl im kommenden März entscheiden – etwa über die Größe und Art der Pflastersteine und das Modell der Straßenleuchten. Zudem könnten Einzelmaßnahmen nach Absprache mit dem ALE auch noch gestrichen werden, wenn die erforderlichen Mittel dann nicht da seien, betonte Gröbmaier.

Nach längeren Diskussionen folgten die Gemeinderäte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, auf Grundlage der vorgestellten Pläne die Förderanträge zu stellen. 2020 kann dann nach dem Zeitplan des Architekten die Neugestaltung des Klostervorplatzes, des Dorfplatzes und des Waldparkplatzes beginnen. Clara Wildenrath


Die geplanten Maßnahmen:

Klostervorplatz: Der gesamte Platz erhält ein Pflaster aus Natursteinplatten. Bänke und Sitzstufen sollen zum Verweilen einladen und das Gefälle reduzieren. Die alten, zum Teil schon kranken Bäume werden durch mehrere neue ersetzt. Zwei etwa fünf Meter hohe Lichtstelen sorgen sowohl für die allgemeine als auch für eine gezielte Beleuchtung des Klosters.

Dorfplatz: Im Bereich der Einmündung der Staatsstraße nach Holzkirchen entsteht ein 200 Quadratmeter großer Schotterrasenplatz mit einer „Dorflinde“, einem gebogenen Sitzblock und Granitstufen zur Straße hin. Geplant ist außerdem ein Trinkbrunnen aus einem etwa vier Meter langen Kalksteinblock mit einem flachen Wasserbecken und Überlauf. Ein Gehweg führt zum Waldparkplatz.

Anger: Der Gehweg in der Angerwiese wird durch Schotterrasenstreifen verbreitert, um an Leonhardi Platz für Pferdefuhrwerke zu bieten. Zur Schule und zum Rathaus führt jeweils eine neue Treppe. Der Rathausumgriff wird renoviert, der Hang an der ehemaligen Garage abgesichert. Besonders dringlich und daher aus dem Förderantrag ausgenommen ist die statische Absicherung des Rathauskellers, dessen Decke als Feuerwehrzufahrt schnell wieder befahrbar gemacht werden muss.

Busschleife: Im inneren Bereich finden 32 Parkplätze und zahlreiche Bäume Platz. Die Busspur wird entsprechend der rechtlichen Vorgaben ausgeführt. Zusätzlich sind ein Radlunterstand und ein überdachter Warteplatz vorgesehen

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