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Nachruf 

Ein Bäumchen zur Erinnerung an Helga Sappl

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Ohne Helga Sappl wäre Ascholding nicht das, was es heute ist. Das Dorfleben und die Ortsgestaltung lagen der leidenschaftlichen Gartlerin zeitlebens am Herzen. Als Gründungsmitglied und Vorsitzende des Garten- und Verschönerungsvereins trug sie 25 Jahre lang dazu bei, Ascholding schöner zu machen. In und um den Dietramszeller Ortsteil pflanzte sie mit tatkräftiger Hilfe ihres Mannes Georg zahlreiche selbst gezogene Laubbäume, stellte Bänke auf und begrünte den bis dahin kahlen Dorfbach. Nach langer schwerer Krankheit ist die 76-Jährige gestorben.

Dietramszell – Der Liebe wegen zog die gebürtige Niederbayerin Ende der 1960er-Jahre von München nach Ascholding. 1978 initiierte die Mutter zweier kleiner Söhne in ihrer neuen Heimat die Gründung eines Gartenbauvereins, dessen Vorsitz sie bis 2003 führte. In dieser Zeit organisierte sie unter anderem viele unvergessliche Vereinsausflüge, kleine Theateraufführungen, einen Gartler-Stammtisch, eine Sonderausstellung für regionales Kunsthandwerk in Dietramszell und einen regelmäßigen Erntedank-Hoagascht. Beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ gewann Ascholding im Jahr 2000 unter ihrer Ägide den zweiten Platz im Bezirksentscheid.

„Mit ihrem enormen Elan ist sie anfangs nicht immer bei allen gleich auf Zustimmung gestoßen“, erinnert sich Sappls Amtsnachfolgerin Angelika Hainz: „Aber durch ihren Wahnsinnseinsatz konnte sie im Laufe der Zeit die meisten mitreißen. Und zum Schluss waren immer alle begeistert.“ Zum Beispiel 2004 bei der Organisation der Ascholdinger 1.200-Jahr-Feier: Zusammen mit der damaligen Kulturreferentin Barbara Regul ging Helga Sappl tagelang von Haus zu Haus, um die Dorfleute persönlich zur Mithilfe zu motivieren. Heraus kam schließlich „ein strahlendes Fest, wo jeder teilnahm, einlud und mitfeierte“, erzählt Regul. An das Jubiläumsjahr und den Zusammenhalt des Dorfes erinnert heute noch ein Marterl unter der Linde beim Gasthof Lacherdinger, das Helga Sappl aufstellen ließ.

Von 1986 bis 2002 engagierte sie sich außerdem im Vorstand des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege Bad Tölz-Wolfratshausen – zunächst als Zweite, dann als Erste Vorsitzende. Dort organisierte sie die beliebte Gartenausstellung am Kloster Benediktbeuern und war Mitbegründerin der „Tölzer Rosentage“. Für ihre Verdienste im Gartenbau und der Dorfverschönerung wurde sie mit der Goldenen Rose und der Isar-Loisach-Medaille ausgezeichnet.

„S’ Bamerl“, das Bäumchen, war Sappls Spitzname – weil sie so viele Bäume pflanzte, am liebsten Linden. Aus Dankbarkeit für ihr langjähriges Engagement will der Gartenbauverein jetzt ihr ein Bäumchen widmen. Eine kleine Linde mit einem Gedenkschild soll nach der Urnenbeisetzung an diesem Samstag einen besonders schönen Platz in Ascholding erhalten und an die Verdienste Helga Sappls in der Dorfverschönerung erinnern. 

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