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„Horrorcrash“ bei Bairawies: Sechs Menschen wurden 2017 verletzt, weil ein Fahranfänger unaufmerksam war. Das Urteil des Amtsrichters gegen den 19-Jährigen fiel nun gemäßigt aus.

Verhandlung vor dem Amtsgericht

Fahranfänger verursacht Horrorcrash - Richter fällt mildes Urteil

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Ein Fahranfänger verursacht 2017 bei Bairawies einen schweren Unfall. Wegen fahrlässiger Körperverletzung steht der heute 19-Jährige vor dem Richter. 

Dietramszell – Wegen fahrlässiger Körperverletzung in vier Fällen musste sich ein mittlerweile 19-jähriger Starnberger Schüler am Mittwochmorgen vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten. Der Grund: Eine kurze Unaufmerksamkeit des Fahranfängers ließ dessen Golf am 23. Dezember 2017 auf der Staatsstraße zwischen Unterleiten und Bairawies auf die Gegenfahrbahn geraten. Dort kam es zu einem schlimmen Zusammenprall, an dem drei Fahrzeuge beteiligt waren. Sechs junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren wurden damals schwer verletzt in verschiedene Kliniken gefahren beziehungsweise geflogen. Die Staatsstraße 2072 musste sechs Stunden gesperrt werden. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte der Polizei, verschiedener Feuerwehren und des BRK vor Ort.

Angeklagter zeigt sich tief berührt

Gut 16 Monate später zeigte sich der Angeklagte immer noch tief berührt. „Mir ist es unerklärlich, wie es dazu kommen konnte“, sagte der 19-Jährige. Einen Tag vor Weihnachten hatte er mit zwei Freunden und deren Vater einen Ski-Ausflug unternommen. Ein junger Mann, den er auf der Rückfahrt nach Hause bringen wollte, saß auf seinem Beifahrersitz. Gegen 15.20 Uhr kam es zu dem folgenschweren Aufprall mit einem Renault Clio, in dem vier Holländer saßen. Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragtes Gutachten schloss technisches Versagen und eine überhöhte Geschwindigkeit aus. Beide Fahrzeuge waren demnach mit etwa 100 Kilometern in der Stunde unterwegs, als sie aufeinanderprallten. Ein hinter dem Renault fahrender 26-jähriger Geretsrieder konnte in seinem 3er-BMW Touring nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf das vor ihm fahrende Auto auf.

„Das, was hier passiert ist, kann man als Horrorcrash bezeichnen: Das geht einem als Richter nahe“, gestand Verhandlungsleiter Urs Wäckerlin. Er verlas die umfangreichen medizinischen Atteste, die alle Frakturen und Verletzungen genau auflisteten. So musste ein Niederländer über einen Monat auf der Intensivstation des Murnau Klinikums verbringen. „Ein Besuch, bei dem ich mich entschuldigen hätte können, war deshalb nicht möglich“, bedauerte der Unfallverursacher. Stattdessen schickte er Blumen.

Ebenfalls lesenswert: Stammgast sitzt zum 41. Mal auf der Anklagebank: So reagiert der Richter

Da der Starnberger keine Vorstrafen hatte und man bei ihm kurz nach dem Unfall auch keinen Alkohol- oder Drogeneinfluss hatte feststellen können, fiel das Urteil vergleichsweise moderat aus. Richter Urs Wäckerlin hielt die Ableistung von 64 Sozialstunden sowie die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining für angemessen. Das von der Staatsanwaltschaft zusätzlich beantragte dreimonatige Fahrverbot lehnte er ab. „Der Unfall ist schon so lange her, da hätte solch eine Strafe keine Besinnungsfunktion mehr“, meinte der Richter abschließend.

ph

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