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Geburtstag ohne Gäste: Kirche Maria Magdalena wird 500 Jahre alt

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Von: Clara Wildenrath

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Geburtstag ohne Gäste: Kirche Maria Magdalena wird 500 Jahre alt
Gewidmet einer mutigen Frau: 500 Jahre alt wird heuer die Kirche Maria Magdalena in Lochen. © Clara Wildenrath

Es ist ein Jubiläum im Stillen: Die Kirche Maria Magdalena in Lochen wird heuer 500 Jahre alt. Die fürs Frühjahr geplanten Festivitäten mussten wegen der Corona-Pandemie jedoch abgesagt werden.

Dietramszell – Sie war eine mutige Frau, die Namenspatronin der Kirche in Lochen in der Gemeinde Dietramszell: „Maria Magdalena war die erste, die am Ostermorgen ans Grab Jesu ging und es leer vorfand – als sich die anderen Jünger noch ängstlich im Haus eingeschlossen hatten“, erklärt Dekan Thomas Neuberger. Sie sei „eine besondere Heilige“, auf die es sich lohne zu schauen – gerade in diesen Tagen: „Sie hat sich nicht von Furcht leiten lassen, sondern von Hoffnung und Neugier.“

Maria Magdalena in Lochen: Namenspatronin war eine mutige Frau

Maria Magdalena war es auch, der der Auferstandene laut Neuem Testament zuerst erschien, und die den verängstigten Jüngern die frohe Botschaft überbrachte. Erst 2016 wertete der Vatikan ihre Rolle auf und stellte sie liturgisch den Aposteln gleich. Im Zuge dessen wurde ihr Namenstag am 22. Juli von einem „gebotenen Gedenktag“ in ein „Fest“ umgewandelt.

Kirche feiert seit 500 Jahren Patrozinium der Namenspatronin

Seit 500 Jahren feiert die Lochener Kirche an diesem Tag ihr Patrozinium. 1520 wurde sie von Thoman Gugler, einem Sohn des Klosterbaumeisters von Tegernsee, im gotischen Stil erbaut. Eine Inschrift am Spitzbogen zwischen den beiden Seitenaltären erinnert daran. Das Wenige, was über die Geschichte des Gotteshauses bekannt ist, hat der 2018 verstorbene Priester und Theologieprofessor Franz Burgey in seiner Chronik über Linden und Lochen zusammengefasst. 

Lange vor dem heutigen Bau gab es eine Filialkirche

Geburtstag ohne Gäste: Kirche Maria Magdalena wird 500 Jahre alt
Festlich geschmückt: der Altar in der Kirche Maria Magdalena. © Clara Wildenrath

Mehrere Jahrhunderte vor dem Bau der heutigen Kirche unterhielt die Pfarrei Thankirchen demnach in dem Ort schon eine Filialkirche. Von den ursprünglichen Heiligenfiguren sollen noch einige erhalten sein: zum Beispiel der Heilige Florian und der Heilige Christophorus. Auch die Fresken des Jüngsten Gerichts stammen wohl noch aus der Anfangszeit. Ein Teil der Malereien in Naturfarben wurde 1893 überstrichen, bei der letzten Renovierung 1960 aber wieder freigelegt. Anfang des 18. Jahrhunderts bekam die Kirche neue Altäre, einen neuen „Magdalenenaltar“ und einen Seitenaltar mit einem Bildnis des Heiligen Silvester.

An manchen Stellen sieht man der Kirche ihr Alter an

Inzwischen sieht man der Kirche ihr Alter allerdings an manchen Stellen an. Durch die mühevoll restaurierten Fresken ziehen sich lange Risse, teilweise blättert die Farbe ab. Der ehemals weiße Putz ist vergraut. Eine Renovierung wäre dringend wieder fällig, meint Anneliese Hainz. Sie ist seit zehn Jahren Mesnerin der Kirche. „Aber wahrscheinlich ist unsere Kirche zu klein, da geht leider nichts vorwärts“, sagt sie etwas resigniert. Vielleicht, so ihre Hoffnung, bringt der 500. Geburtstag die Sanierungspläne voran.

Lange Risse, abgeblätterte Farbe, vergrauter Putz

Im Moment wäre die Mesnerin schon froh, wenn wenigstens die gewohnten Gottesdienste in „ihrer“ kleinen Kirche wieder stattfinden könnten. Eigentlich sollte das Kirchenjubiläum übers Jahr verteilt in fast jedem Monat mit einer besonderen Veranstaltung gefeiert werden, erzählt Pfarrer Neuberger. Wegen der Corona-Krise müssen derzeit jedoch alle Festivitäten abgesagt werden.

Wegen Corona: alle Festivitäten abgesagt

Das Patrozinium ihrer Kirche, so hofft Neuberger, können die Lochener wieder in gebührendem Rahmen feiern. Am 2. August ist ein großer Festgottesdienst geplant: „Das wird an diesem Sonntag der einzige Gottesdienst im Pfarrverband sein. Wir rechnen deshalb mit ein paar hundert Besuchern.“ 

Großer Festgottesdienst am 2. August geplant

Noch nicht ganz klar sei, wo die Messe stattfindet – im Freien oder in einem Stadl oder einer Halle. Wie die Namenspatronin der Kirche lässt auch der Dekan sich von der Hoffnung leiten, dass bis dahin wieder solche Veranstaltungen möglich sind.

Da wegen dem Coronavirus auch in Dietramszell die Kirchen geschlossen sind, hat der Pfarrverband reagiert: den Segen gibt‘s jetzt per Video. 

cw

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