Zu tief ins Glas geschaut: Betrunken verursachte ein Dietramszeller einen Unfall. Deshalb musste er sich vor Gericht verantworten.
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Zu tief ins Glas geschaut: Betrunken verursachte ein Dietramszeller einen Unfall. Deshalb musste er sich vor Gericht verantworten (Symbolfoto).

Zusammenstoß zwischen Pkw und Kleintransporter

Dietramszell: Geldstrafe und Führerscheinsperre für alkoholisierten Unfallfahrer (52)

  • vonRudi Stallein
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Wegen fahrlässiger Gefährdung im Straßenverkehr musste sich ein Dietramszeller (52) vor Gericht verantworten. Er hatte im Juni dieses Jahres betrunken einen Unfall verursacht.

Dietramszell – Zwei schrottreife Autos und drei Verletzte: Das ist die Bilanz eines Verkehrsunfalls, der sich am 3. Juni 2020 im Gemeindegebiet Dietramszell ereignete. Als sei das nicht schlimm genug, hatte der Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Kleintransporter für den Verursacher ein Nachspiel vor Gericht. Der Dietramszeller (52), der selbst gravierende Verletzungen davongetragen hatte, musste sich wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen verantworten. Er wurde zu 1500 Euro Geldstrafe verurteilt und muss noch vier Monate auf seinen Führerschein verzichten.

Nach Auffassung des Gerichts war eine Alkoholisierung des Angeklagten ursächlich für den Unfall am Rande eines Wäldchens zwischen dem Weiler Stockach und Rampertshofen. Eine Blutprobe ergab bei dem Pkw-Fahrer einen Wert von 1,05 Promille. Der Beschuldigte räumte ein, an jenem Tag nach der Rückkehr von einem Ausflug an den Achensee ein paar kleine Flaschen Bier sowie zwei Weißweinschorlen getrunken zu haben. „Ich hatte ja nicht mehr vorgehabt, nochmals zu fahren“, erklärte der 52-Jährige. Unglücklicherweise hatte er es sich später anders überlegt. „Es tut mir sehr leid, was passiert ist. Ich bin gewöhnlich sehr pflichtbewusst“, entschuldigte sich der Mann bei den zwei Handwerkern, die ihm mit dem Transporter entgegengekommen waren. Sie hatten sich Prellungen und Hautabschürfungen zugezogen.

Beide Geschädigten erklärten auf Fragen des Gerichts, kein Interesse an einer Strafverfolgung des Angeklagten zu haben. Dieser hatte sich bei dem Unfall drei Zehen sowie einen Lendenwirbel gebrochen, lag zwei Wochen in Murnau im Krankenhaus. „Es war offensichtlich, dass er zu weit links war“, erklärte ein Polizist. Der Unfall sei zwar an einer „völlig unübersichtlichen Stelle“ passiert, die Straße sei mit fünf Metern jedoch breit genug gewesen, dass beide Fahrzeuge problemlos aneinander vorbeigekommen wären, wenn jedes auf seiner Seite geblieben wäre. Ein Facharzt für Gerichtsmedizin äußerte sich zurückhaltend. „Ich traue mich, einen alkoholbedingten Fahrfehler zu unterstellen“, so der Gutachter. „Aber es verbleiben gewisse Restzweifel.“

Richter Helmut Berger ging ebenfalls von einem alkoholbedingten Fahrfehler aus. „Die Abschätzung von Zeit und Weg ist unter Alkoholeinfluss verzögert und hat hier zu dem Unfall geführt.“ Mit der Strafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Euro sowie noch vier Monaten Führerscheinsperre blieb er jedoch deutlich unter dem Antrag des Staatsanwalts: Dieser hatte 80 Tagessätze sowie eine Sperrfrist von noch neun Monaten gefordert.  

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