Parkautomat
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Einen Parkautomaten werden künftig auch Wochenendausflügler in Dietramszell füttern müssen. Die Anschaffung des Geräts wird sich bald amortisieren.

Entscheidung des Gemeinderats

Viele Ausflügler am Wochenende: Dietramszell will Parkgebühren erheben

  • Clara Wildenrath
    VonClara Wildenrath
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Auch in Dietramszell sollen Wochenendausflügler künftig zur Kasse gebeten werden – wie schon in vielen anderen benachbarten Orten.

Dietramszell – Kloster, Waldweiher, beschauliche Spazierwege und ein beliebtes Gasthaus: An sonnigen Wochenenden zieht es viele Ausflügler nach Dietramszell. Wer mit dem Auto anreist, muss künftig mit Parkgebühren rechnen. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag entschieden.

Durchschnittlich 192 Autos parken samstags und sonntags auf den drei gemeindlichen Parkplätzen rund um das Ortszentrum. Das hatte eine Zählung in den Monaten März bis Juni dieses Jahres ergeben. Gut ausgelastet waren bei schönem Wetter vor allem der frisch renovierte Waldparkplatz und der Lehrerparkplatz an der Grund- und Mittelschule. Der Kiesgrubenparkplatz oberhalb des Klosters wurde von den auswärtigen Erholungssuchende weniger häufig frequentiert.

Durch die Erhebung von Parkgebühren an Wochenenden und Feiertagen könnte die Gemeinde neue Einnahmen generieren, regte Bürgermeister Josef Hauser an. Mit dem Wirt der Klosterschänke, dessen Gäste auch die Gemeindeparkplätze nutzen, habe er bereits über die Idee gesprochen: „Er hat keine Bedenken.“ Als Parkgebühr stellte Hauser zwei bis vier Euro für einen halben Tag und vier bis acht Euro für einen ganzen Tag zur Diskussion.

Die Anfangsinvestition von etwa 14 000 Euro für die drei notwendigen Parkautomaten würde sich je nach Ticketpreis innerhalb von drei bis sechs Monaten amortisieren, rechnete Geschäftsführer Maximilian Donner vor. Voraussetzung sei allerdings, dass die Auslastung so wie bei der Erhebung bleibe und alle Parkenden die Gebühren ordnungsgemäß entrichten. Als durchschnittliche Parkdauer hatte er bei der Berechnung einen dreiviertelten Tag angenommen. Mit der Überwachung von Parkverstößen will die Gemeinde das Kommunale Dienstleistungszentrum Oberland beauftragen. Dafür ist ein separater Ratsbeschluss notwendig. „Im Idealfall seht sich das zu Null aus“, erklärte der Rathauschef – die Einnahme von Verwarngeldern gleiche also die Ausgaben für die zusätzlichen Überwachungsstunden aus.

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Grünen-Gemeinderat Hubert Prömmer (Die Grünen) gab zu bedenken, dass bei der Kostenberechnung auch die Wartung und Betreuung der Parkautomaten berücksichtigt werden müsse. Matthias Gams (Bürgerliste Dietramszell) schlug vor, die Gemeindeangehörigen von den Parkgebühren auszunehmen. „Das können wir regeln, wie wir wollen“, erklärte Hauser. Denkbar seien Schilder, die zum kostenfreien Parken berechtigen – beispielsweise für Kirchgänger. Auch über einen Verzehrgutschein für die Klosterschänke oder Werbeaufdrucke könne man reden.

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Mit großer Mehrheit sprachen sich die Gemeinderäte dafür aus, auf den gemeindlichen Parkplätzen künftig an Wochenende und Feiertagen Parkgebühren zu erheben. Hierfür soll die Verwaltung zwei weitere Angebote von Anbietern für Parksäulen einholen. Offen blieb noch, ob der Schul- und der Waldparkplatz erst 2022 oder 2023 nach den geplanten Straßenbau- und Dorferneuerungsmaßnahmen kostenpflichtig werden. Auch über die Höhe der Parkgebühren und eventuelle Ausnahmeregelungen will der Gemeinderat noch einmal beraten.

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