Die drei Linden am Klostervorplatz.
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Werden ersetzt: Die drei Linden am Klostervorplatz werden im Zuge der Renovierung gefällt. Eine Neupflanzung ist vorgesehen.

Gemeinderat schafft Fakten

Kloster Dietramszell: Die Linden verschwinden - endgültig

  • Clara Wildenrath
    VonClara Wildenrath
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Es bleibt dabei: Die drei alten Linden vor dem Kloster müssen weg. Davon lässt sich Gemeinderat auch von einer Unterschriftenliste nicht abbringen

Dietramszell - Stephanie Laus, die Inhaberin der gegenüberliegenden Eisdiele, hatte sich für den Erhalt der Bäume starkgemacht. Etwa 160 Menschen unterschrieben in einer dort ausgelegten Liste gegen die Fällung. „Davon waren ungefähr 30 erkennbar Kinder. Rund 45 stammten aus dem Gemeindegebiet und der Rest war auf der Durchreise oder zu Besuch“, erklärte Bürgermeister Josef Hauser auf der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Der Rathauschef machte keinen Hehl daraus, dass er die alten Bäume nicht mehr schön fand. Außerdem hielt er es für sehr wahrscheinlich, dass die geplanten Bauarbeiten bei der Dorferneuerung den Wurzelbereich schädigen würden. „Meine persönliche Meinung ist: Wir werden die Bäume trotz aller Schutzmaßnahmen nicht erhalten können“, sagte Hauser. Auch der Pfarrverband habe sich zudem neue Bäume mit einem einheitlichen Erscheinungsbild gewünscht.

Wie Architekt Rainer Heinz ausführte, lässt sich durch die Neupflanzung die Fläche des Klostervorplatzes um etwa einen Meter verbreitern und die Querneigung flacher gestalten. Nach den Vorgaben der Gemeinderäte hatte er die Gestaltung noch einmal überarbeitet. Geplant ist jetzt ein einheitlicher, grau-beiger Pflasterbelag mit verschiedenen Plattengrößen. Eine Stufenanlage mit vier Absätzen gleicht das Gefälle weitgehend aus und lädt zum Sitzen ein. Daneben bleibt eine freie Durchfahrt von mehr als fünf Metern Breite erhalten. Das hatten sich einige Ratsmitglieder gewünscht, damit die Pferdefuhrwerke bei der Leonhardifahrt weiterhin das Kloster als Startpunkt nutzen können.

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Die Renovierungsarbeiten am Klostervorplatz beginnen voraussichtlich im Juni nächsten Jahres, erläuterte der Planer. Bis dahin will das staatliche Straßenbauamt mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt im Bereich des Klosters größtenteils fertig sein. Ab Mitte Juli starten nach dem derzeitigen Zeitplan die Straßenbauarbeiten an der Abzweigung nach Holzkirchen.

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Sobald diese beendet sind, kann die Gemeinde die Gestaltung des neuen Dorfplatzes in Angriff nehmen. Auch hier soll eine Linde als „Dorfbaum“ gepflanzt werden. Im darauffolgenden Jahr werden – wenn alles nach Plan läuft – der Wirtshausparkplatz und die Tragschicht für den Geschichtspfad über die Angerwiese fertiggestellt. Ziel ist es, die Dorferneuerung bis Ende 2023 so weit als möglich abzuschließen, weil nur bis dahin die staatliche Förderzusage gilt.

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