Kommandant Florian Sobotta (li.) und Vorstand Hans Walleitner von der Feuerwehr Ascholding.
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Wünschen sich ein neues Fahrzeug und ein neues Gerätehaus. Kommandant Florian Sobotta (li.) und Vorstand Hans Walleitner von der Feuerwehr Ascholding.

Gemeinderat verschiebt Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos

Feuerwehr Ascholding fürchtet um die Einsatzfähigkeit

  • Clara Wildenrath
    vonClara Wildenrath
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Der Wirbel um das neue Ascholdinger Feuerwehrauto hält an. Bürgermeister Josef Hauser, selbst Mitglied der Wehr, macht seinen Kameraden wenig Hoffnung.

Dietramszell – Wenn’s brennt, muss die Feuerwehr möglichst schnell vor Ort sein. Sie dafür mit der notwendigen Ausstattung zu versorgen, gehört zu den Pflichtaufgaben einer Gemeinde. Das Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Ascholding ist 31 Jahre alt und wird „mehr durch die Farbe zusammengehalten, mit der die ganzen Rostschäden übermalt sind“, schrieb Feuerwehrmann Wolfgang Sobotta in einem Leserbrief an unsere Zeitung. Die „mehr als notwendige“ Anschaffung eines Neufahrzeugs zu verschieben, grenzt in seinen Augen an Verantwortungslosigkeit. Genau dafür aber hatte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen.

Auch das über 40 Jahre alte Hechenberger Feuerwehrauto soll in diesem Jahr noch nicht ausgetauscht werden. Ursprünglich stand die Investition zwar ohnehin erst 2022 im Finanzplan, für Hechenberg sogar erst 2023. Johann Walleitner, Vorstand der Ascholdinger Feuerwehr, weiß das. Aufgrund einer Sonderaktion des Freistaats könnte die Gemeinde beim Kauf aber derzeit etwa 100 000 Euro pro Auto sparen – wenn sie die Fahrzeuge bis März 2021 bestellt. Im Gegensatz zu dem alten Autos verfügt das anvisierte Modell zudem über einen Löschwassertank und Atemschutzmasken. Etwa 225 000 Euro würde es die Gemeinde nach Abzug der Förderung kosten.

„Bisher können wir ein brennendes Haus nur von außen löschen“, sagt Walleitner. Wenn Menschen im Inneren des Hauses Hilfe benötigten, müsse man auf die Kameraden aus Egling warten. „Mit dem Gewerbegebiet, dem neuen Kindergarten und dem Edeka wächst unser Einsatzspektrum immer mehr“, gibt er zu bedenken. „Wenn dann was passiert, ist das Geschrei groß.“

Auch der Neubau des Feuerwehrhauses steht auf der Kippe

Fast noch mehr ärgert er sich, dass auch der geplante Neubau des Feuerwehrhauses möglicherweise noch einmal verschoben wird: „Seit 2014 kämpfen wir schon dafür. Wir haben Verständnis, dass die Gemeinde sparen muss. Aber immer nur aufschieben ist auch keine Lösung.“ Das Gefühl, hingehalten zu werden, schlage sich auf die Motivation seiner Mannschaft nieder. „In ein paar Jahren haben wir dann zwar vielleicht ein neues Auto, aber keine Leute mehr“, fürchtet Walleitner.

Bürgermeister Josef Hauser ist selbst Mitglied der Ascholdinger Feuerwehr und kennt das Dilemma, sagt aber: „Es geht nicht alles auf einmal.“ Die Planungsarbeiten für das Feuerwehrhaus neben dem neuen Kindergarten seien bereits beauftragt, der Bau beginne wie vorgesehen 2022. Wenn schon jetzt ein neues Löschfahrzeug bestellt würde, bräuchte man dafür auch schon früher eine ausreichend große und beheizbare Unterstellmöglichkeit. Da der Haushalt 2021 nach dem derzeitigen Entwurf aber ein Defizit von 5,5 Millionen Euro aufweist, muss die Gemeinde über Streichmaßnahmen diskutieren. Das Problem: Für die Feuerwehren in den Ortsteilen Baiernrain, Linden und Föggenbeuern sind bereits drei neue Fahrzeuge bestellt. Die schlagen mit insgesamt fast 600 000 Euro zu Buche.

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Die Gemeinderäte votierten deshalb dagegen, die Anschaffung von zwei weiteren Neufahrzeugen und den Bau des Feuerwehrhauses in das aktuelle Haushaltsjahr vorzuziehen. „Bisher ist aber noch nichts in Stein gemeißelt“, so Hauser. Zunächst befasst sich der Finanzausschuss noch einmal mit den Vorschlägen, erst danach wird der Haushaltsplan im Gemeinderat diskutiert und endgültig verabschiedet.

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