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Völlig ausgebrannt ist bei einem Unfall im August 2015 der Opel eines Königsdorfers (28). Er hatte den Unfall selbst verursacht. Dafür musste er sich jetzt vor Gericht verantworten. Das Urteil: Sechs Monate Haft auf Bewährung.

Ein Königsdorfer (28) verursachte den Unfall

Fatales Überholmanöver: Haft auf Bewährung

Dietramszell/Königsdorf - Es war ein schrecklicher Unfall: Bei einem Überholmanöver stieß ein Königsdorfer (28) gegen ein anderes Auto. Sein eigener Wagen brannte völlig aus. Jetzt wurde er zu Haft auf Bewährung verurteilt.

Großes Glück hatten zwei Männer bei einem Crash auf der Kreisstraße 2072 bei Tattenkofen im vergangenen Jahr. Ein Königsdorfer (28) wollte, aus Richtung Ascholding kommend, in einer langgezogenen Rechtskurve mit seinem Opel Omega einen Lkw mit Anhänger überholen. Dabei übersah er einen entgegenkommenden Sprinter. Die zwei Fahrzeuge wurden bei einer Kollision Anfang August vergangenen Jahres in die Wiese geschleudert. Der Wagen des Königsdorfers fing Feuer und brannte aus, an dem von einem Schäftlarner (33) gesteuerten Sprinter entstand Totalschaden.

Jetzt kam es zur Gerichtsverhandlung

Nun musste sich der Königsdorfer wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und Körperverletzung vor Gericht verantworten. „Ich habe nie die Absicht gehabt, jemanden zu gefährden“, erklärte der Angeklagte. Die Strecke sei ihm zwar nicht bekannt gewesen, aber er habe „sehr weit geradeaus sehen können“. Offenbar habe sich das entgegenkommende Fahrzeug in einer Senke befunden und sei deshalb einen Moment lang nicht zu sehen gewesen.

Der Sprinter-Fahrer hatte den entgegenkommenden Opel erst im letzten Augenblick wahrgenommen. „Ich bin in eine lange Linkskurve gefahren. Auf Höhe des Lkws war plötzlich ein anderes Auto da. Es hat gleich gekracht“, erzählte der Schäftlarner, der bei dem Zusammenstoß ein Schleudertrauma und ein Knalltrauma erlitten hatte.

Für die Staatsanwältin ist die Sache klar

Für die Staatsanwältin war die Sache klar: „Er kannte die Strecke nicht, dann muss er im Zweifel auf das Überholen verzichten.“ Der Angesprochene lachte und schüttelte den Kopf, als die Anklagevertreterin eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten und den Entzug der Fahrerlaubnis für noch 20 Monate forderte. „Ich habe keine Tat begangen. Ich habe ein Auto in einer Senke übersehen. Ich weiß nicht, warum Sie mich ins Gefängnis schicken wollen“, kommentierte er den Antrag.

Das Urteil des Gerichts

Das Urteil des Gerichts fiel mit sechs Monaten Freiheitsstrafe sowie 16 Monaten Führerscheinentzug nur geringfügig milder aus. Einfluss auf das Strafmaß hatte auch das lange Vorstrafenregister des Königsdorfers, der zuletzt 2010 wegen Drogengeschäften zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Einen Teil der Strafe hat er verbüßt, der Rest wurde ihm zur Bewährung erlassen.

Weil die früheren Vergehen nicht einschlägig waren, setzte Richter Helmut Berger die neue Strafe ebenfalls zur Bewährung aus. Zusätzlich muss der Verurteilte 2500 Euro an die Kreisverkehrswacht zahlen. Der Königsdorfer war empört. „Sie hätten besser zuhören sollen“, schimpfte er noch während der Richter sein Urteil begründete. Dann wünschte er Richter und Staatsanwältin „einen wunderschönen Tag noch“ und verließ wütend den Sitzungssaal. Nach der Sitzung kündigte der Verteidiger des Königsdorfers an, in Berufung zu gehen.

von Rudi Stallein

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