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Gruppenbild mit Ehrengästen: 22 Frauen nahmen in Linden ihr Abschlusszeugnis als „Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung“ in Empfang.

Landwirtschaftsschule in  Holzkirchen 

Hauswirtschafterin zu sein, bedeutet mehr als nur Kochen und Putzen

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Die Landwirtschaftsschule verabschiedet 22 Fachfrauen für Ernährung und Haushaltsführung

Dietramszell – Unterschiedlicher hätten die beruflichen Hintergründe der 22 jungen Frauen nicht sein können, die beim Huber in Dietramszell-Linden das Zeugnis als „Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung“ in Empfang nehmen durften. Sie alle hatten bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hinter sich, ehe sie sich entschlossen, an der Landwirtschaftsschule in Holzkirchen die Hauswirtschaft von der Pike auf zu lernen – die Chemielaborantin ebenso wie die Floristin und die Metall-Blasinstrumenten-Bauerin.

„Dass Ihr dieses Seminar besucht habt, war die beste Entscheidung, die Ihr für Euer eigenes Leben habt treffen können“, sagte Dietramszells Bürgermeisterin Leni Gröbmaier in ihrem Grußwort: „Wenn man die Grundlagen von Sachen lernt, die man sowieso machen muss, kann das nur von Vorteil sein. Denn einen Haushalt muss wohl jeder machen.“

„Ihr wart mit großem Interesse am Thema Hauswirtschaft dabei und habt alle die Anforderungen bei dem Gemisch aus Theorie und Praxis mit Erfolg geschafft“, bescheinigte Seminarleiterin Theresia Lindermayer den Absolventinnen. Es sei das Seminar der weiten Wege gewesen, da das Wohnheim in Holzkirchen in Folge eines Wasserschadens nicht genutzt werden konnte. Bis aus Wildsteig im Landkreis Weilheim-Schongau und Bad Feilnbach im Kreis Rosenheim waren die Teilnehmerinnen täglich nach Holzkirchen gekommen. „Dabei kann sich der erreichte Gesamt-Notenschnitt von 2,05 durchaus sehen lassen“, lobte Theresia Lindermayer in ihrem Rückblick.

Von großen Veränderungen in der Gesellschaft, die sich auch auf die Hauswirtschaft auswirken würden, sprach Marlene Hupfauer, Kreisbäuerin im Landkreis Miesbach: „Hauswirtschaft ist mittlerweile viel mehr als nur Kochen und Putzen.“ Auch Belange des Klima- und Umweltschutzes würden mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Sei es, dass bei der Ernährung wieder mehr auf saisonale und regionale Produkte gesetzt und bei Reinigungsmitteln mehr auf die Inhaltsstoffe geachtet wird, oder dass beim Gartenbau vermehrt auf die chemische Keule verzichtet wird: „Wir haben auch schon vor 30 Jahren gelernt, mit Schlämmkreide und Spiritus zu putzen.“

Als Beweis für die Wertschätzung, die die Hauswirtschaft genieße, führte Rolf Oehler, Leiter des Holzkirchner Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), wo die Schule angesiedelt ist, die große Zahl der Ehrengäste bei der Abschlussfeier an. An der Spitze die beiden Landräte Wolfgang Rzehak (Miesbach) und Josef Niedermaier (Bad Tölz-Wolfratshausen). Letzterer rief den Absolventinnen zu: „Ihr seid diejenigen, die unsere Zukunft gestalten werden. Deshalb engagiert Euch in der Gesellschaft. Traut Euch, Euch auch in der Kommunalpolitik zu engagieren.“ Oehler forderte die jungen Damen aus den Landkreisen Schongau-Weilheim, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Rosenheim auf: „Ich wünsche Euch den Mut, all die neuen Dinge, die Ihr bei uns gelernt habt, auch in Euren Familien anzuwenden.“

 

Landwirtschaftsschule Holzkirchen – die Besten des Semesters 2019/2: 1. Regina Astner (Bad Feilnbach/Landkreis Rosenheim), Notenschnitt 1,11; 2. Theresa Magdalena Killer (Valley/Miesbach) 1,11; 3. Agnes Trickl (Fischbachau/Miesbach) 1,22; Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Franziska Baumgartner (Gaißach), Lisa Baumgartner (Gaißach), Franziska Bernöcker (Reichersbeuern), Anna-Lena Fischer (Gaißach), Johanna Lang (Egling), Andrea Reiser (Lenggries), Regina Trimborn (Eurasburg), Maria Würmseer (Dietramszell-Hechenberg).

esc 

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