Das Ebenbergfilz bei Dietramszell in Augenschein nahmen (v. li.) Verkäufer Andreas Kopka, Walter Wintersberger (LBV-Kreisvorsitzender), Elisabeth Pleyl und Birgit Weis (beide Moor-Betreuerinnen), Förster Peter Melf (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Bürgermeister Josef Hauser und Erich Hoffmann (stellvertretender LBV-Kreisvorsitzender). Foto: esc
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Das Ebenbergfilz bei Dietramszell in Augenschein nahmen (v. li.) Verkäufer Andreas Kopka, Walter Wintersberger (LBV-Kreisvorsitzender), Elisabeth Pleyl und Birgit Weis (beide Moor-Betreuerinnen), Förster Peter Melf (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Bürgermeister Josef Hauser und Erich Hoffmann (stellvertretender LBV-Kreisvorsitzender).

Moor soll renaturiert werden

Landesbund für Vogelschutz erwirbt Ebenbergfilz

  • vonEwald Scheitterer
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Aus dem Besitz einer Erbengemeinschaft hat der Landesbund für Vogelschutz das Ebenbergfilz erworben. Es liegt an einem verborgenen Ort in Dietramszell.

Dietramszell – Wer die Örtlichkeit nicht kennt, kann es sich kaum vorstellen: Im Gebiet südwestlich der Dietramszeller Leonhardi-Kapelle, versteckt hinter einem Waldgürtel, befindet sich mit dem Ebenbergfilz ein rund 14,7 Hektar großes Hochmoor. Vor allem der Initiative von Makler Andreas Kopka aus Stetten ist es zu verdanken, dass die Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) das Hochmoor jetzt erwerben konnte, um es zu renaturieren. „Das ist seit 40 Jahren unser größter Ankauf“, erklärte LBV-Kreisvorsitzender Walter Wintersberger diese Woche bei einer offiziellen Begehung. Und schmunzelnd fügte er an: „Dietramszell wird allmählich unser Umweltschutz-Hotspot.“

Andreas Kopka erklärte, es sei ihm „eine Herzensangelegenheit“ gewesen, „dass das Moor der Natur zurückgegeben werden kann“. Dabei seien „sämtliche monetären Gedanken im Hintergrund gestanden“. Der Makler war von einer Erbengemeinschaft mit 16 Parteien mit der Vermarktung der Flächen aus dem Nachlass des Warngauers Josef Rieker beauftragt worden. Dabei habe er insgesamt rund 61 Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen in den Gemeinden Dietramszell, Hartpenning, Valley und Warngau „unter Ausschluss von Grundstücksspekulanten“ verwertet. Kopka sprach von einem attraktiven Angebot für den LBV. Zudem wurde der Erwerb durch das Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz gefördert.

In den letzten Jahren ist das Moor extrem verbuscht

Birgit Weis, LBV-Moorbetreuerin im Tölzer Land, zeigte anhand von Fotos, wie das Ebenbergfilz alleine in den zurückliegenden 20 Jahren mehr und mehr verbuscht ist. Dies sei auf die Versuche in den Jahren 1960 bis 1980 zurückzuführen, das Moor aus Spekulationsgründen trocken zu legen. „Dennoch befindet es sich mit seiner etwa drei Meter starken Torfschicht in Teilbereichen noch in einem naturnahen Zustand.“

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Elisabeth Pleyl, Fachkraft für Moorrenaturierung beim Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, verwies auf die Vorteile eines funktionierenden Hochmoores hin: Seltene Lebensräume vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten werden erhalten, die Sanierung des mooreigenen Wasserhaushalts wirkt sich positiv auf Grundwasser und Oberflächengewässer aus, Hochwasserspitzen werden gekappt. Nicht zuletzt wirkt das Moor auch als CO2-Speicher. „Nach der Renaturierung können etwa 15 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr eingespart werden.“ Durch die im Landkreis auf bisher rund 323 Hektar durchgeführten Moorrenaturierungen wird die Summe der jährlichen Treibhausgasemissionen um über 6000 Tonnen CO2-Äquivalente gesenkt.

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Von den Trockenlegungsversuchen im Ebenbergfilz sind nicht nur die Drainagegräben erhalten geblieben, sogar Plastikröhren ragen noch aus dem Boden. „Jetzt müssen wir erst einmal die bereits überwachsenen Gräben lokalisieren, um sie dann mit einem Spezialbagger mit extra breiten Ketten endgültig wieder zu verschließen“, erklärte Birgit Weis die Methodik der Renaturierung, die demnächst in Angriff genommen werden soll.

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