Rund 200 Besucher bei Leonhardi 2021 in Dietramszell
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Gelebtes Brauchtum: Etwa 200 Besucher trotzten dem nasskalten Wetter. Nach der Feldmesse umrundeten Wagen und Kutschen die Dietramszeller Wallfahrtskirche.

Ruhig und ohne jeden Rummel

„Lehards light“ in Dietramszell: Beschauliche Feldmesse statt prächtiger Veranstaltung

  • VonEwald Scheitterer
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Eigentlich ist der Dietramszeller Lehards am dritten Sonntag im Juli eine prächtige Veranstaltung. Diesmal ging es deutlich ruhiger zu - coronabedingt.

Dietramszell – Offiziell war die Leonhardifahrt coronabedingt natürlich abgesagt worden – wie so viele andere Traditionsveranstaltungen. Deshalb beschränkten sich die Dietramszeller heuer auf eine Feldmesse neben der Wallfahrtskirche. „Wer kommen will, soll kommen“, hatte Cheforganisator und Leonhardi-Lader Hans Kanzler im Vorfeld verkündet. Und überaus zahlreiche Gläubige bewiesen am Samstagvormittag bei nasskaltem Wetter, dass ihnen Brauchtum und kirchliche Tradition wichtiger sind als der weltliche Teil des größten Dietramszeller Feiertags im Jahreskreis:

Weit über 200 Besucher sowie 15 Wagen und Kutschen nebst weiteren Einzelreitern wurden am Samstag bei der Feldmesse zum „Zeller Lehards light 2021“ gezählt. Vielleicht war dies auch der Tatsache geschuldet, dass Neupriester Georg Böckl-Bichler, der bekanntlich aus dem Ortsteil Erlach stammt, die Messer zelebrierte. Er spendete auch nach dem Gottesdienst – allerdings in Folge des wenig einladenden Wetters – in der Kirche den Gläubigen auf Wunsch seinen Primizsegen. Auf seine unbeschwerten Kindertage in der Heimat – „schließlich bin ich in Dietramszell fünf Jahre lang in die Schule gegangen“ – nahm der Priester in seiner Predigt Bezug. Viele seiner Erinnerungen seien auch mit den Leonhardifahrten verknüpft.

Die Dietramszeller und vor allem die Dietramszellerinnen hatten sich für den großen Tag schön gemacht.

Böckl-Bichler erwähnte ebenfalls, dass viele seiner Priesterkollegen, die ihn zu seiner Primizmesse kürzlich in Erlach und Steingau besucht hatten, erstaunt gewesen waren, „wie schön es in meiner Heimat im bayerischen Oberland ist“. Zur Erinnerung an seine Primiz überreichte der Neupriester Dekan Thomas Neuberger ein besonderes Geschenk des Pfarrverbands: ein vergoldetes Ölgefäß in Silber zur Krankensalbung.

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Zum Abschluss des Gottesdienstes gab’s noch „jede Menge Segen“, wie es Böckl-Bichler ausdrückte: nämlich den Segen für die Pferde und deren Betreuer, für die mitgebrachten Stalltafeln und schließlich noch den Primizsegen. Während die festlich herausgeputzten Kutschen und Wagen abschließend die Dietramszeller Wallfahrtskirche umrundeten, spendete Pater Bimo, mit einem großen Weihwasser-Kessel ausgestattet, den Teilnehmern den traditionellen Zeller Leonhardi-Segen. Hans Kanzler stellte zufrieden fest: „So ein Lehards ist doch auch wunderschön. Ganz ruhig und harmonisch, ohne jeglichen Rummel und Jahrmarkt.“ Erfreut war er auch über das rege Interesse der Menschen: „Der enorme Zuspruch der Gläubigen hat auch mich etwas überrascht.“

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